Dorothea Z. (64) aus N., 07.04.2014:

Unser Fall mit der Privaten Unfall­versicherung: Unfall 2006, seit dem Tag Arbeits­unfähigkeit, später vorgezogene Alters­rente mit Abschlag. Die Versicherung verweigert abschließende Gutachten inner­halb der Drei-Jahres­frist.

Wir lassen 2009 zwei private Gutachten erstellen. Ergebnis: Über 100 Prozent Invalidität. 2013 kommt noch ein weiteres Gutachten. Ergebnis: Ebenfalls über 100 Prozent Invalidität. Noch weitere Gutachten belegen die Unfall­folgen. Ab 2010 liegt 100 Prozent-Schwerbehin­derung vor, später noch Pfle­gestufe. Keine Krankheit, alles nur Unfall­folgen.

Signal Iduna hat nach dem ersten Jahr nur die einer Invalidität von 14 Prozent entsprechende Leistung gezahlt und verweist ansonsten auf den Klageweg. Die Gerichts­gut­achterin kommt nach 50 Minuten-Gespräch auf 0 Prozent Invalidität. Ohne Unter­suchung, ohne Nerven­messungen.

Noch heute, fast neun Jahre nach dem Unfall, klagen wir. Gleich­zeitig zahlte die Signal Iduna Berufs­unfähigkeits­versicherung wegen des Unfalls eine Rente, und hat die Signal Iduna private Kranken­versicherung anstands­los alle wegen des Unfalls erforderlichen Kranken­haus-Aufenthalte gezahlt und alle Diagnosen anerkannt. Nur die private Unfall­versicherung will nicht regulieren, will nicht einmal mit uns sprechen. Wir sind jetzt in der zweiten Instanz, nur darauf haben wir alleine über andert­halb Jahre gewartet. Unsere Rechts­schutz­versicherung hat uns kurz vor der Klage gekündigt und die Kosten­über­nahme verweigert. Nun tragen wir alle Kosten selbst: Gericht, Gutachter, Rechts­anwalt. Hier hätten wir dann auch klagen müssen.

Die Versicherungen können dieses alles unge­straft machen und dann „aussitzen“, dafür beschäftigen sie große Anwalts­kanzleien.

Stellung­nahme von Edzard Benn­mann, Leiter Unter­nehmens­kommunikation der Signal Iduna-Gruppe, 27.04.2015: Leider erweckt der Bericht den Eindruck, als würden wir einem berechtigten Leistungs­anspruch unserer Kundin nicht nach­kommen. Dem ist jedoch nicht so. Wir haben entsprechend den Allgemeinen Bedingungen für die private Unfall­versicherung, also auf Basis des per medizi­nischem Gutachten fest­gestellten Invaliditäts­grades, voll geleistet. Die Kundin hat einen Betrag von 14 000 Euro erhalten. Darüber hinaus­gehende Ansprüche bestehen nicht.

Die Beauftragung der Sach­verständigen erfolgte durch das Land­gericht Frank­furt am Main und nicht durch die Signal Iduna. Die gutachterlichen Fest­stel­lungen hat das Gericht umfassend gewürdigt. Im Urteil des Land­gericht Frank­furt am Main heißt es unter anderen: „(....) Die Sach­verständige hat sich mit den vorliegenden ärzt­lichen Unterlagen einge­hend befasst, hat den Versicherten selbst untersucht und auf dieser Grund­lage ihre Einschät­zung getroffen. Diese Einschät­zung ist nach­voll­zieh­bar und über­zeugend. Insbesondere setzt sich die Gutachterin sowohl mit dem Unfall­geschehen als solchem als auch mit den von den behandelnden Ärzten erhobenen Befunden sorgfältig auseinander (...)“

Das Land­gericht hat unsere Regulierungs­entscheidung bestätigt. Die Berufung läuft seit andert­halb Jahren und wurde bisher wegen Über­lastung des Ober­landes­gerichtes nicht terminiert. Das finden wir genauso bedauerlich wie die Kundin, liegt aber außer­halb unseres Einfluss­bereiches. Wir haben auch keine „große Anwalts­kanzlei“ beschäftigt, sondern eine auf Versicherungs­recht spezialisierte Kanzlei in Dort­mund mit zwei Rechts­anwälten.

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