Burkhard W. (44) aus H., 14.04.2015

Zehn Jahre lang hat sich mein Versicherungs­ver­ein geweigert, mir Berufs­unfähigkeits­leistungen zu gewähren. Das letzte, was ich vom Leiter der Leistungs­prüfung gehört habe, war die Aussage: Nur weil die staatliche Renten­versicherung bei einem Akademiker die voll­ständige Erwerbs­unfähigkeit anerkannt hat, bedeutet dies noch lange nicht, dass dieser für uns berufs­unfähig ist. Wir sehen daher keinen Grund für weitere Gespräche.

Zuvor hatte das Unternehmen Leistungen unter Berufung auf ein Gutachten eines Professors der Universität zu K. verweigert, das so schlecht war, dass es das Unternehmen im späteren Prozess nie einge­reicht hat. Der Gutachter übte sich in Spekulationen und sparte auch nicht mit Verleumdungen und persönlichen Angriffen gegen mich. Mir blieb nichts anders übrig, als Klage einzureichen, weil nach damaligem Recht sonst nach sechs Monaten alle Ansprüche verfallen wären. Vor Gericht begann die S.-Versicherung, vertreten durch die Ehefrau des leitenden Leistungs­prüfers, eine Schlamm­schlacht, die nur haarscharf an Beleidigung und Verleumdung vorbei ging. Man behauptete zum Beispiel, ich hätte Probleme mit meiner Arbeit gehabt. Belege blieb man schuldig und zog die Behauptungen später kommentarlos zurück. Man entwickelte erstaunliche Kreativität darin, Nach­fragen an die medizi­nischen Sach­verständigen zu stellen und die Sache so weiter zu verzögern.

Der größte Coup gelang der Versicherung jedoch gleich zu Anfang des Prozesses: Sie machte eine Neben­tätig­keit, die ich während einer Arbeits­losig­keit hatte (als meine Berufs­unfähigkeit offiziell begann), zur Grund­lage für die Frage danach, ob ich meinen Beruf noch 50 Prozent oder mehr ausüben kann. Der Verein hat die damals vom Gesamt­verband der Versicherungs­wirt­schaft (GDV) hierfür empfohlenen Vertrags­bedingungen genutzt. Diese Neben­tätig­keit war ein Entgegen­kommen meines früheren Chefs und Anerkennung für meine zuvor geleistete Arbeit, weil er meine befristete Stelle nicht mehr verlängern konnte.

Am Ende kam die Versicherung jedoch nicht um Zahlungen an mich herum. Die S.Versicherung hat immense Gerichts- und Anwalts­kosten produziert und ihrem Kunden das Leben jahre­lang zur Hölle gemacht.

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