Antje M. aus B., 09.04.2015:

Ich habe im November 2009 einen Verkehrs­unfall als Radfahrerin erlitten. Der Insasse eines parkenden Fahr­zeugs öffnete die Tür, ohne nach hinten zu schauen. Ich konnte nicht mehr ausweichen und stürzte. Anschließend fuhr ein Auto aus dem fließenden Verkehr über vier Finger meiner rechten Hand. Ich versuchte, mit Hilfe eines Rechts­anwaltes eine außerge­richt­liche Einigung zu erzielen. Zwischendrin war ein Anwalts­wechsel erforderlich, weil der erste Anwalt mit der Problematik über­fordert war.

Über die Jahre hatte die gegnerische Haft­pflicht­versicherung die mir entstandenen körperlichen und psychischen Schäden kleingeredet und versucht, mir eine Mitschuld anzu­dichten. Immerhin konnte sich die Versicherung im November 2013 dazu durch­ringen, die Zeugin, die mir über die Hand gefahren ist, zur Klärung der Schuld­frage zu befragen. Sie hat meine Aussage bestätigt. Dass der Unfall­ver­ursacher bereits im Sommer 2010 wegen Körperverletzung rechts­kräftig verurteilt worden war, spielte für die Versicherung bei der Regulierung meines Schadens keine Rolle.

Anfang 2014 erfolgte ein Vergleichs­angebot der gegnerischen Versicherungen, das etwa 25 Prozent des von meinem Anwalt ermittelten Schadens (Schmerzens­geld, Haus­halts­führungs­schaden, Verdienst­ausfall) entsprach. Da ich die Hinhalte­taktik der Versicherung mitt­lerweile leid war, stand ich sehr kurz davor, meinen Anwalt zu beauftragen, Klage einzureichen. Nach einem Beratungs­gespräch mit dem Anwalt wurde mir klar, dass ich ein sich über Jahre hinziehendes Gerichts­verfahren psychisch nicht mehr verkraften würde.

Dank weiteren Verhand­lungen des Anwaltes habe ich mich Ende April 2014 letzt­endlich mit der Versicherung auf einen Vergleich geeinigt, der bei etwa einem Drittel des anwalt­lich ermittelten Streit­werts liegt. Dank der Regulierungs­verzögerung der Versicherung hat sich die Klärung eines aus meiner Sicht klaren Versicherungs­falls 4,5 Jahre hingezogen. Die Kraft, Zeit und Energie, die mich diese Zeit gekostet hat, lässt sich nicht in Geld beziffern. Mitt­lerweile habe ich mit dem Vorgang innerlich abge­schlossen und hoffe nur sehr, dass ich so etwas nicht noch mal erleben muss. Bei der gegnerischen Versicherung handelt es sich um die Generali.

Stellung­nahme von Christian Krause, Unter­nehmens­kommunikation der Generali Versicherungen, 05.05.2014: Die Generali Versicherungen haben sich mit Frau M. geeinigt. Der Fall ist abge­schlossen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 69 Nutzer finden das hilfreich.