Anne S. (40) aus F., 07.03.2014:

Ich berichte über drei voneinander unabhängige Fälle. Es handelte sich jeweils um Verkehrs­unfälle mit zum Teil schweren Verletzungen. Zweimal wurde ich von Auto­fahrern (2006, 2013), einmal von einem Radfahrer (2011) zu Fall gebracht. Ich selbst war jeweils mit dem Fahr­rad unterwegs. In allen Fällen war die Polizei vor Ort, die Schuld­frage juristisch immer zweifels­frei klar: Fahr­lässige Körperverletzung des anderen ohne eigene Mitschuld. Eine spezialisierte Fach­anwältin für Verkehrs­recht hat für mich jeweils Regress­forderungen, Dienst­ausfälle, Haus­halts­führungs­schäden und Schmerzens­geld durch­gesetzt. Die Rechts­schutz­versicherung brauchte noch nicht bean­sprucht werden. Die Regulierungen dauer­ten bei dem Unfall 2006 fünf Jahre und sind bei dem Unfall 2011 noch in vollem Gange. 2013 dauerte es sieben Monate. Bei letzterem betrug der Schaden allerdings auch nur ca. 5 500 Euro. Der Unfall 2011 verursachte Folgeschäden mit 50-prozentiger Berufs­unfähigkeit wegen beidseitiger Hand­gelenks­dauerschäden. Im Nach­hinein betrachtet, läuft die Regulierung relativ reibungs­los und zeit­nah. Drei Faktoren waren wohl entscheidend: Wegen Behand­lungs­vorschriften und medizi­nischer Gutachten hat mir meine Expertise als Ärztin den nötigen Respekt bei den Gegnern einge­bracht und diese haben schnell akzeptiert, dass ich mich adäquat und zielgenau habe behandeln lassen. Die Unfälle, die Schäden und die Folgen habe ich jeweils sorgfältig dokumentiert und habe stets Beweise: Fotos und Original­rechnungen der beschädigten Gegen­stände, Rechnungen für alle Auslagen für Hilfs­mittel, um zuhause klar zu kommen, Fahr­karten und sogar die Portokosten. Ich achte bei Polizei und Ärzten immer darauf, alles genau zu dokumentieren. Wenn etwas fehlt oder ungenau ist, bestehe ich stets auf einer präzisen und voll­ständigen Dokumentation. So können wir die von den Versicherungen erfundenen Kausalitäts­zweifel widerlegen. Ich habe gelernt: Der beste Anwalt kann nicht besser sein als die Zuarbeit, die ich selbst ihm liefere. Dennoch ist es mit schier uner­mess­lichem, teil­weise unerträglichem bürokratischen Aufwand und psychischer Belastung verbunden, die andauernde Zermürbungs­politik auszuhalten und seit bisher acht Jahren Paroli zu bieten!

Allerdings ist der Kampf mit meiner privaten Berufs­unfähigkeits­versicherung viel schwieriger. Das Unternehmen weist meine Ansprüche kategorisch zurück, und ich werde klagen.

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