Entsafter Test

Fünf Entsafter machten im Dauertest frühzeitig schlapp. Für sie lautete das Urteil „mangelhaft“. Schade auch, wenn ein Gerät recht laut und nach Gebrauch voll Fruchtfleisch ist. Auch das trübt den Spaß am Entsaften.

Wer reichlich Obst und Gemüse isst, tut etwas für seine Gesundheit. Deswegen empfehlen Experten, täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen („five a day“). Das fällt manchmal schwer. Frucht- und Gemüsesäfte sind da eine abwechslungsreiche Alternative. Gegen ein Glas frisch gepressten Saft haben die wenigsten etwas einzuwenden. Solche Säfte schmecken lecker und sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. So enthält roter Traubensaft viele wichtige sekundäre Pflanzenstoffe (zum Beispiel Anthocyane) und in Karottensaft finden sich Karotinoide. Sie schützen Herz und Kreislauf, sind wichtig für die Sehkraft und stärken das Immunsystem.

Wer auf den Geschmack gekommen ist, muss heute auch nicht mehr mit eigener Kraft pressen. Elektrische Entsafter nehmen die Arbeit ab. Wir haben mit zwölf Geräten, die 40 bis 500 Euro kosten, den Saft aus Äpfeln, Möhren und Weintrauben geholt. Das Ergebnis: Sechs Entsafter bekamen das Urteil „gut“, einer „befriedigend“ und fünf „mangelhaft“.

Fünf sind auf der Strecke geblieben

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Als Stolperstein erwies sich bei ihnen die schlechte Haltbarkeit. CTC Clatronic, Kenwood, Philips, Severin und Unold gaben im Dauertest frühzeitig den Geist auf. Für alle, die täglich entsaften wollen, sind sie nicht geeignet. Für die Haltbarkeit kassierten sie ebenso ein „Mangelhaft“ wie im test-Qualitätsurteil.

Das kleine Einmaleins der Entsafter

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Sammelt sich der Trester im Gerät, ist aufwendiges Reinigen angesagt.

Für die Saftproduktion zu Hause werden verschiedene Modelle angeboten. Da gibt es zum einen die elektrischen Saftzentrifugen: Diese Geräte zerkleinern Obst und Gemüse zunächst mit einer Reibscheibe. Dann schleudert die Zentrifugalkraft den Saft heraus.

Neun der getesteten Entsafter gehören zu dieser Kategorie. Acht davon sind mit einem automatischen Tresterauswurf ausgestattet: Dabei werden die Fruchtrückstände, der so genannte Trester, in einem separaten Behälter gesammelt, der sich außen oder im Gerät befinden kann. Außerhalb ist das Entleeren praktischer. Dieses System findet sich aber nur bei den Zentrifugen von Braun, Gastroback und CTC Clatronic. Sitzt der Tresterbehälter im Innern, muss das Entsaften unterbrochen werden, um das Gerät zu öffnen. Nur eine der getesteten Saftzentrifugen (efbe-Schott Malina E2) besitzt keinen automatischen Tresterauswurf: Hier sammeln sich die Fruchtrückstände auf dem Filtersieb der Reibe.

Neben den Saftzentrifugen kann man sich auch für eine elektrische Saftpresse entscheiden. Drei Geräte dieser Untersuchung gehören zu dieser Gruppe, darunter der Testsieger Green Star. Sie zerquetschen oder zerreiben das Obst oder Gemüse und pressen den Saft anschließend durch ein Sieb. Der Trester fällt bei ihnen aus einer separaten Öffnung in ein bereitgestelltes Gefäß. Nicht geprüft haben wir Zitrus- oder Fruchtpressen und Dampfentsafter. Letztere erhitzen den Saft und eignen sich gut zum Konservieren größerer Mengen.

Eine Frage des guten Geschmacks

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Separater Trester- und Saftausgang bei der Green Star Saftpresse GS 1000.

Saft ist nicht gleich Saft. Zwölf verschiedenen Geräte produzieren auch zwölf verschiedene Säfte. Wir wollten es genauer wissen und haben fünf Sensorikexperten mit den selbst gepressten Apfel- und Möhrensäften verköstigt. Die meisten waren frisch und fruchtig in Geruch und Geschmack. Der Saft aus sechs Geräten schmeckte den Testern durchweg „gut“. Bei vier fanden sie einen der Säfte sogar „sehr gut“. Nur bei efbe-Schotts Malina E2 und Philips Cucina HR 2828/ 26 kamen die Säfte nicht so gut weg.

Klar sind diese Säfte nicht

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Anders als andere: Green Star GS 1000 entsaftet Obst und Gemüse mit Presskolben.

Neben Geruch und Geschmack spielt auch der Fruchtfleischgehalt eine Rolle. Er enthält zwar wichtige Ballaststoffe, doch viel Fruchtfleisch ist trotzdem nicht jedermanns Sache. Klaren Saft liefern die getesteten Entsafter nicht. Der Anteil des Fruchtfleischs liegt zwischen 3 und 44 Prozent. Wer will, kann den Saft nach dem Pressen filtrieren. Zum Beispiel durch ein Sieb oder einen Kaffeefilter.

Nach 4 oder nach 20 Minuten fertig

Das Entsaften größerer Mengen Obst und Gemüse kann viel Zeit kosten. Da gilt es, das Waschen, Putzen, Schneiden, das Entsaften selber und das Reinigen der Geräte mit einzuplanen.

Das kann dauern – oder auch nicht. Für ein Kilo Äpfel und ein Kilo Möhren, die gemischt und hintereinander weg verarbeitet wurden, brauchte der Design Juicer von Gastroback gut 4 Minuten. Und das, obwohl er zwischendurch entleert werden musste. Acht Geräte entsafteten länger als 10 Minuten. Negativer Spitzenreiter: Beim Malina E2 von efbe-Schott dauerte es gut 20 Minuten inklusive drei langwieriger Reinigungsprozesse.

Nur die beiden Saftpressen von Green Star und Champion kamen auch ohne Zwischenreinigung aus, brauchten aber dennoch 11 und 15 Minuten.

Rasenmäher in der Küche

Wer mit Entsaftern arbeitet, muss sich auf einen hohen Lärmpegel einstellen. So können bei einem Schallleistungspe­gel von 75 Dezibel zwar gerade noch Gespräche geführt werden, doch die Sprachverständigung leidet erheblich. Vier Geräte mit Werten zwischen 73 und 79 Dezibel sind daher „befriedigend“. Nur der Testsieger Green Star bekam im Prüfpunkt Lautstärke ein „gutes“ Urteil. Mit seinen 65 Dezibel ist er regelrecht angenehm für die Ohren.

Sieben Entsafter kamen da wegen ihrer lauten Arbeitsweise nicht über ein „Ausreichend“ hinaus. Mit über 80 Dezibel übertönen sie sogar das Telefon oder Kindergeschrei. Am lautesten mit 85 Dezibel ist der Entsafter von Philips. Da sind sogar einige Rasenmäher leiser.

Reinigung muss sein

Nach Gebrauch sollten die Entsafter gleich gesäubert oder wenigstens abgespült werden. Die Tresterrückstände tro­cknen schnell an. Zwar sind auch einige Teile spülmaschinenfest, doch ohne Handarbeit geht es nicht. Reibe mit Sieb, Rillen und Kanten müssen gründlich geputzt werden, da der Trester nicht nur im Behälter landet. Bei vielen Geräten sammelt sich ein Großteil oben im Deckel. So lässt sich ein Großputz nicht vermeiden. Und wenn auch noch so gründlich geschruppt wird: Die Möhren hinterließen bei allen Entsaftern Verfärbungen.

Auch mit der Küchenmaschine

Für manche Küchenmaschinen gibt es auch Zubehör fürs Entsaften. Wir haben zwei Geräte aus dem Küchenmaschinentest vom Januar 2002 mitgeprüft und Geschmack sowie Saftausbeute mit den Entsaftern verglichen.

Sowohl die CombiMax K750 von Braun als auch die HR 7727/6 von Philips bekommen im direkten Vergleich das Urteil „befriedigend“ beim Entsaften. Genau das sind die Noten für Saftmenge und Auspressgeschwindigkeit. Der Apfelsaft aus beiden Maschinen schmeckte sehr gut: sehr frisch und fruchtig und kaum stückig. Auch die Farbe veränderte sich kaum. Bei den Entsaftern war das nur beim Suco der Fall. Dafür waren die Möhrensäfte nur befriedigend. Bei Braun eher dünn, bei Philips bitter.

Fazit: Wer gern frischen Saft trinkt und die aufwendige Reinigung nicht scheut, ist mit einem Entsafter gut bedient. Gibt es schon eine Küchenmaschine im Hause, kann der Entsafteraufsatz reichen.

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