Die Entfernungspauschale für den Weg zur Arbeit können Arbeitnehmer nur einmal pro Arbeitstag für Wege zur selben Arbeitsstätte abrechnen.

Das passte einem Opernsänger nicht, der wegen Proben und Aufführungen morgens und abends zur Arbeit muss. Er setzte für die erste Fahrt zur Arbeit die Entfernungspauschale an. Für die zweite Fahrt machte er je gefahrenen Kilo­meter 30 Cent wie bei einer Dienstreise geltend. Das kann er nicht, stellte der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Beschluss fest (Az. VI B 101/03).

Auch in solchen Fällen gibt es die Entfernungspauschale nur einmal pro Arbeitstag für den Weg zur Arbeit: Für die ersten 10 Kilometer Entfernung je 0,36 Cent, ab Kilometer 11 je 0,40 Cent.

Tipps

  • Wer anders als der Opernsänger mehrere Jobs hat und zu mehreren Arbeitsstätten am Tag fährt, kann die Entfernungspauschale für jeden Arbeitsweg ansetzen. Das geht aber nur, wenn er zwischendurch nach Hause kommt.
  • Fährt der Arbeitnehmer nacheinander zu seinen Arbeitsstätten, zählt die Fahrt zur ersten als Umwegfahrt zur nächsten. Das Finanzamt akzeptiert aber bei der Berechnung der Entfernungspauschale maximal die Hälfte der Gesamtstrecke.
  • Maßgeblich ist die kürzeste Straßenverbindung oder die verkehrsgünstigere längere Strecke, wenn Sie deshalb die Arbeit schneller und pünktlicher erreichen. Abrechnen können Sie die gesamte Strecke bis zur Arbeit, egal wie Sie dorthin kommen. Das hat das Finanzgericht Niedersachsen für einen Bauhandwerker bestätigt, der mit dem Auto zum Betriebssitz des Arbeitgebers fährt und von dort aus per Sammeltransport zur Baustelle gefahren wird (Az. 2 K 496/02). Das Finanzamt hat Revision eingelegt. Jetzt muss der Bundesfinanzhof entscheiden (Az. VI R 64/03).

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