Entfernungspauschale Meldung

Erfolgreich in Karlsruhe: Janine und Bodo Schiffmann aus Oldenburg zählten zu den Klägern.

Millionen Arbeitnehmer können für 2007 bis 2009 wieder ihren gesamten Arbeitsweg beim Finanzamt abrechnen.

Urteil. Pendler können für die Jahre 2007 bis 2009 ihre Fahrtkosten mit 30 Cent je Kilometer des gesamten Arbeitswegs absetzen. Die Regelung, nach der die ersten 20 Kilometer unter den Tisch fallen, hat das Bundesverfassungsgericht gekippt (2 BvL 1/07, 2 BvL 2/07, 2 BvL 1/08, 2 BvL 2/08).

Beispiel. Ein Fahrer mit 20 Kilometern Arbeitsweg konnte im Jahr 2007 seine Fahrtkosten von 1 380 Euro (230 Tage x 20 km x 0,30 Euro) nicht geltend machen. Jetzt zählen sie doch, und er erhält je nach Steuersatz bis zu 655 Euro (mit Solidaritätszuschlag) zurück.

Rückzahlung für 2007. Wer in der Steuererklärung für 2007 die ersten 20 Kilometer Weg angegeben hatte, soll bis Ende März 2009 automatisch sein Geld erhalten. Zahlen die Behörden später, müssen sie Zinsen zahlen. Pendler, die ihren Arbeitsweg nicht angegeben haben, können dies formlos beim Finanzamt nachholen. Der Nachtrag bringt aber nur etwas, wenn damit die Werbungskostenpauschale von 920 Euro überschritten wird. Wer 2007 keine anderen Werbungskosten hatte, kann bei 230 Arbeitstagen erst ab 14 Kilometern Arbeitsweg mit einer Rückzahlung rechnen.

2008 und 2009. In der Steuererklärung für 2008 rechnen Pendler den ganzen Arbeitsweg ab. Wer mit Bus oder Bahn fährt, bekommt bis zu 4 500 Euro anerkannt. Fahren Pendler mit dem eigenen Auto, können sie mehr absetzen. Die Laufleistung des Autos müssen sie dann belegen, etwa durch Inspektionsrechnungen. Für 2009 können sich Pendler auf der Steuerkarte einen Freibetrag für ihre gesamten Fahrtkosten eintragen lassen.

Tipp: Prüfen Sie den Kindergeldbescheid für Ihr volljähriges Kind: Rutschen die Einkünfte und Bezüge durch Fahrtkosten unter 7 681 Euro im Jahr, haben Sie Anspruch auf zuerst verweigertes Kindergeld. Ist Ihr Bescheid vorläufig, zahlt die Familienkasse automatisch. Ist er bestandskräftig, können Sie Kindergeld für die Monate nach der Ablehnung beantragen. Ob Sie für die Monate davor Geld erhalten, prüfen Sie mithilfe eines Steuerberaters oder eines Lohnsteuerhilfevereins.

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