Aus der Zutaten­liste

Energy Drinks werden aus Wasser, Zucker und/oder Süßstoffen, Koffein, Vitaminen, Farb­stoffen und Aromen hergestellt. Auch üblich, aber kein Muss sind Taurin, Inosit und Glucuronolacton. Sie klingen zwar ausgefallen, einen nachgewiesen leistungs­steigernden Effekt haben sie aber nicht. Die aufputschende Wirkung von Energy Drinks kommt allein vom Koffein.

  • Koffein. Seine anregende Wirkung ist ausreichend belegt. Koffein wirkt auf das zentrale Nerven­system, macht wacher und steigert die Aufmerk­samkeit. Es ist die zentrale Zutat in Energy Drinks – alle Getränke im Test enthalten den belebenden Inhalts­stoff. Zu viel Koffein kann dagegen zu unerwünschten Wirkungen wie Nervosität, Übel­keit, Schlaflosig­keit oder Herz­rasen führen. Wie viel Koffein ein Mensch verträgt, ist individuell verschieden. Für Kinder ist Koffein nicht geeignet, sie reagieren aufgrund ihres geringen Körpergewichts viel empfindlicher. Für Erwachsene sind 300 Milligramm Koffein am Tag ein akzeptables Maß – das entspricht etwa drei Tassen Kaffee. Ab 500 Milligramm sind Neben­wirkungen nicht mehr auszuschließen. Der gesetzlich fest­gelegte Höchst­gehalt für Koffein – in ab Juni 2013 produzierten Energy Drinks – liegt bei 320 Milligramm pro Liter. Den halten schon jetzt fast alle Getränke im Test ein. Deutlich mehr Koffein pro Liter wiesen die Tester im High Performance Energy Drink NOS und im Energy Shot von Red Bull nach.
  • Taurin. Die wohl werberelevanteste Zutat in Energy Drinks neben Koffein ist Taurin. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort taurus (zu deutsch: Stier) ab, weil Taurin zum ersten Mal aus der Gallenflüssig­keit von Ochsen extrahiert wurde. Stierische Kräfte verleiht es nicht. Taurin ist eine Aminosulfonsäure, die auch der menschliche Körper selbst ausreichend produziert. Dort ist es an verschiedenen Stoff­wechsel­prozessen beteiligt. Eine zusätzliche Aufnahme ist nicht notwendig. Taurin steckt auch in Fisch, Fleisch und Milch. Eine leistungs­steigernde Wirkung ist nicht belegt. Auch nicht bewiesen ist, dass es die Wirkung des Koffeins verstärkt. Der gesetzlich fest­gelegte Höchst­gehalt für Taurin – in ab Juni 2013 produzierten Energy Drinks – liegt bei 4 000 Milligramm pro Liter. Den halten schon jetzt viele Produkte ein. 3 der 24 Energy Drinks im Test enthalten kein Taurin.
  • Inosit. Auch Inosit produziert der Körper in ausreichender Menge selbst. Im Zellinneren ist der Stoff an der Über­mitt­lung von Signalen beteiligt. Er muss nicht zusätzlich aufgenommen werden. Zusätzliche Wirkungen zur Steigerung der Leistungs­fähig­keit sind nicht belegt. In der Nahrung kommt er in Nüssen, Obst und Getreide vor. Der gesetzlich fest­gelegte Höchst­gehalt für Inosit – in ab Juni 2013 produzierten Energy Drinks – liegt bei 200 Milligramm pro Liter. Den halten schon jetzt die meisten Produkte ein. 10 Energy Drinks im Test enthalten kein Inosit.
  • Glucuronolacton. Das Kohlenhydrat ist wie Taurin und Inosit ebenfalls eine körper­eigene Substanz. Glucuronolacton ist ein Ester der Glucuronsäure, die im menschlichen Körper an Entgiftungs­prozessen beteiligt ist und den Abbau körper­eigener Abfall­stoffe unterstützt. Eine zusätzliche Aufnahme bringt keine Vorteile. Der Körper produziert genug davon. Eine leistungs­steigernde Wirkung ist auch nicht belegt. 13 Produkte im Test enthalten Glucuronolacton. Alle liegen bereits jetzt deutlich unter dem ab Juni 2013 geltenden Höchst­gehalt von 2 400 Milligramm pro Liter.
  • Vitamine. Energy Drinks werden oft mit Vitamin C und verschiedenen B-Vitaminen aufgepeppt. Sie sollen aus der Gummi­bärchenbrause ein gesundes Getränk machen. Erforderlich sind Vitamin­zug­aben nicht. Wer sich ausgewogen und abwechs­lungs­reich ernährt, braucht keine angereicherten Lebens­mittel, erst Recht keine vitaminisierten Kunst­getränke. 21 Produkte im Test enthalten Vitamin B3, auch Niacin genannt. Das ist der Klassen­name für Nikotinsäure und Nikotinsäureamid. Bei 14 Produkten geht aus der Deklaration nicht hervor, in welcher Form das Vitamin zugesetzt wurde. Dort steht nur Niacin in der Zutaten­liste. Die Tester haben es genau analysiert, denn laut Bundes­institut für Risiko­be­wertung (BfR) kann eine zusätzliche Aufnahme von Nikotinsäure zu gesundheitlichen Beein­trächtigungen führen. Beruhigend: Alle Produkte im Test enthalten nur Nikotinsäureamid.

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