Energie sparende Lampen: Gewinner im Test sind erstmals LED-Lampen

Halogen, LED oder „Energiespar­lampe“? Noch nie konkurrierten so viele Lampen­arten um die Gunst des Käufers. Gewinner im Test sind erst­mals LED-Lampen.

Autsch. Beim Ausdrehen aus der Fassung verbrennt sich der Tester fast die Finger. Kein Wunder. Was er in der Hand hält, ist eine 100-Watt-Glühbirne. Verkauft werden darf sie zwar nicht mehr, aber wir haben sie dennoch untersucht. Denn sie ist der Maßstab: Alle Nach­folger müssen sich an ihren Eigenschaften messen lassen.

Energiespar­lampen Test

LED-Lampe, Kompakt­leucht­stoff­lampe, Halogenglüh­lampe (von links nach rechts).

LED-Lampe, Kompakt­leucht­stoff­lampe, Halogenglüh­lampe (von links nach rechts).

Noch nie war der Kauf einer Lampe für Verbraucher so kompliziert wie heute. Denn Nach­folger für die Glühbirne gibt es viele. Alle sollen beim Stromsparen helfen. Erst­malig haben wir drei verschiedene Lampen­arten in einem Vergleichs­test direkt gegen­einander antreten lassen:

  • Kompakt­leucht­stoff­lampen, die als Energiespar­lampen bekannt sind,
  • LED-Lampen („Licht Emit­tierende Dioden“), bei denen kleine, mit Leucht­stoffen beschichtete Chips das Licht ausstrahlen.
  • Halogenglüh­lampen, die ähnlich wie die klassischen Birnen funk­tionieren. Ihr Wolf­ramglühdraht steckt allerdings in einem kleinen Glaskörper, der speziell beschichtet und mit Gasen gefüllt ist. Diese Technik soll dem Draht zu längerer Lebens­dauer und spar­samerem Leuchten verhelfen.

Tipp: Die Tabelle zeigt, mit welchen klassischen Glühbirnen die Spar­lampen in puncto Helligkeit vergleich­bar sind. Mit Ausnahme von drei LED-Lampen sind alle so hell, dass Sie damit 75- oder 100-Watt-Birnen leicht ersetzen können.

Halogenglüh­lampen mit viel Farb­treue

Energiespar­lampen Test

In einem Kugelphoto­meter ermittelten wir über die indirekte Beleuchtungs­stärke am Mess­punkt den Licht­strom.

Die beste Farb­wieder­gabe zeigten die beiden Halogenglüh­lampen. Wo es darum geht, Bilder oder Gegen­stände im Auge des Betrachters farb­getreu erscheinen zu lassen, liefert ihr Licht ebenso perfekte Ergeb­nisse wie das der klassischen Glühbirnen. Bei den meisten Kompakt­leucht­stoff­lampen lassen sich vor allem rötliche Farbnuancen schlechter unterscheiden oder werden ins Bräunliche verfälscht.

Tipp: Wenn Sie zum Beispiel im Wohn­zimmer einen roten Teppich ins rechte Licht rücken möchten, sollten Sie auf die Urteile im Prüf­punkt Farb­wieder­gabe achten. Auch die drei guten LED-Lampen kamen hier auf sehr ansehnliche Ergeb­nisse.

Energiespar­lampen oft Spätzünder

Energiespar­lampen Test

Aufgesägt: Im Innern leuchten Chips.

Aufgesägt: Im Innern leuchten Chips.

Wenn Morgen­muffel früh ins Bad schleichen, sind sie vielleicht dank­bar, dass es nach Betätigen des Licht­schalters erst allmählich hell wird. Ansonsten aber ist diese Verzögerung meist ärgerlich – besonders im Treppen­haus, wenn man die ersten Stufen noch im Dunkeln erklimmen muss. Vor allem einige Kompakt­leucht­stoff­lampen entpuppten sich im Test als Spätzünder: Schluss­licht Müller-Licht brauchte sogar mehr als 2 Minuten, um auf 80 Prozent der vollen Leucht­kraft zu kommen.

Tipp: Soll es sofort hell sein, sind alle LED- und Halogenglüh­lampen geeignet. Oder Energiespar­lampen wie Conrad Full Spiral.

Große Unterschiede zeigten sich auch im Prüf­punkt Temperatur­empfindlich­keit. Die drei Kompakt­leucht­stoff­lampen von Ikea, Isotronic und Osram (der 18-Watt-Super­star) fröstelten bei minus 10 Grad so sehr, dass sie mehr als die Hälfte ihrer Helligkeit einbüßten. Umge­kehrt bei den guten LED-Lampen: Bei Minusgraden wurden sie sogar ein wenig heller.

Tipp: In der Tabelle finden Sie Lampen, die sich für draußen eignen. Sie sind dort extra gekenn­zeichnet. In Kombination mit einem Bewegungs­melder sollten sie auch schnell für Helligkeit sorgen.

LEDs sind meist schalt­fest

Energiespar­lampen Test

Dauer­test: Die besten Lampen leuchteten auch noch nach 6 000 Brenn­stunden hell.

Dauer­test: Die besten Lampen leuchteten auch noch nach 6 000 Brenn­stunden hell.

Licht an, Licht aus, an, aus – so manche Lampe nimmt das schnell übel. So zeigen sich große Unterschiede auch beim Dauer­test der Schalt­festig­keit: Hier schalteten die Tester bis zu 90 000 Mal ein und aus. Mehrere Kandidaten blieben schon nach wenigen tausend Schalt­zyklen auf der Strecke. Nur sieben hielten bis ans Ziel durch.

Tipp: Oft müssen Lampen häufiges Schalten über­leben und schnell viel Licht erzeugen. Die Tabellenzeile „Eignung für häufiges Schalten“ zeigt: Nur wenigen Kompakt­leucht­stoff­lampen gelingt beides einigermaßen. Halogen- und LED-Lampen sind in dieser Hinsicht klar über­legen.

Je länger eine Lampe hält, desto besser. Schon deshalb, weil das Auswechseln recht aufwendig sein kann – je nachdem, wie kompliziert das Leuchtengehäuse zu öffnen ist und wo es hängt. Mehr als jede zweite Lampe über­lebte bisher den Dauer­test über 6 000 Brenn­stunden. Umge­rechnet auf eine realistische Nutzung von etwa drei Stunden pro Tag, entspricht das einer Lebens­dauer von annähernd sechs Jahren. Die LED-Lampen sollen laut Anbieter sogar noch länger halten, die von Osram sogar 25 Jahre, doch so lange können wir mit der Veröffent­lichung nicht warten.

Schwachlichter

Alle Lampen büßen mit der Zeit an Helligkeit ein. Kontrolliert haben wir deshalb die Nutz­lebens­dauer. Das sind die Brenn­stunden, in denen die Lampe noch mindestens 80 Prozent ihres deklarierten Licht­stroms liefert. Danach steigt ihr Strom­verbrauch im Verhältnis zur (Rest-)Helligkeit immer stärker an. Im Treppen­haus kann eine schummerige Lampe sogar zum Sicher­heits­risiko werden. Die Philips T65 Softline haben wir abge­wertet: Bis zum Total­ausfall über­lebten die Lampen im Mittel zwar 5 700 Stunden, aber an der 80-Prozent-Helligkeits­grenze scheiterten sie bereits nach 1 700 Stunden.

Energiespar­lampen Test

Blick ins Innere: Die gelben LED-Chips emit­tieren das Licht (oben Osram, darunter Bioledex). Elektronikbauteile wurden beim Primär­energie­aufwand berück­sichtigt.

Blick ins Innere: Die gelben LED-Chips emit­tieren das Licht (oben Osram, darunter Bioledex). Elektronikbauteile wurden beim Primär­energie­aufwand berück­sichtigt.

Beim Vergleich der Umwelt­eigenschaften kam es entscheidend darauf an, mit welchem Wirkungs­grad die Lampen den Strom in Helligkeit verwandeln. Dabei erwiesen sich die Bioledex-LEDs – allerdings auf Kosten der Farb­wieder­gabe – mit 84 Lumen pro Watt als Effizienzsieger. Zum Vergleich: Eine klassische 100-Watt-Glühbirne bringt es nur auf etwa 12 Lumen pro Watt.

Tipp: Was gut für die Umwelt ist, lohnt sich auch finanziell. In der Tabelle finden Sie die Strom­kosten für eine vergleich­bare Licht­menge. 100-Watt-Glühbirnen würden hier als Strom­fresser etwa 120 Euro verursachen. Nutzen Sie besser die energiesparenden Lampen, die meist nur Strom für etwa 25 Euro brauchen. Ihr vergleichs­weise hoher Kauf­preis macht sich schnell bezahlt.

Unterm Strich führen die Stärken in verschiedenen Disziplinen dazu, dass die besten LED-Lampen den Test deutlich für sich entscheiden. Doch mitunter ist die Technik noch nicht ausgereift: Die Bioledex-Lampen versagten nicht nur früh­zeitig im Dauer­test, sondern oben­drein erwies sich ihr Sockel als wenig dreh­fest.

Glaubens­krieg um Energiespar­lampen

Über den Einsatz von Energiespar­lampen ist ein Glaubens­krieg entbrannt. Doch so manche Kritik leuchtet nicht ein:

  • Die Behauptung, dass alle Kompakt­leucht­stoff­lampen wegen eines hohen Blau­anteils im Licht­spektrum den menschlichen Schlafrhythmus beein­trächtigen, können wir nicht bestätigen. Im Gegen­teil: Wir haben durchweg die verkaufs­häufigen warmweißen Lampen geprüft (mit 2 500 bis 2 800 Kelvin). Hier war der Blau­anteil sogar immer kleiner als bei Glüh­lampen.
  • Befürchtungen hinsicht­lich elektrischer Felder erwiesen sich auch in diesem Test wieder als unbe­gründet. In 30 Zenti­meter Entfernung erreichten die Mess­werte maximal etwa ein Zehntel der zulässigen Werte. In 50 Zenti­meter Abstand war oft sogar fast nichts mehr mess­bar.
  • Die Umwelt­belastung durch Queck­silber lässt sich durch den Einsatz von Energiespar­lampen sogar verringern. Die Emissionen aus den Schorn­steinen der Kohle­kraft­werke verringern sich umso mehr, je weniger Strom die Lampen brauchen.

Was tun bei Bruch?

Energiespar­lampen Test

Prüfung der Dreh­festig­keit des Sockels (links): Zwei Lampen erwiesen sich als wenig halt­bar.

Normaler­weise gehen Kompakt­leucht­stoff­lampen selten zu Bruch. Wenn doch einmal, lässt sich das Queck­silber mit einfachen Mitteln beseitigen (siehe Meldung „Quecksilber in Energiesparlampen“ test 01/2011). Ärgerlicher­weise informieren die Anbieter aber viel zu wenig darüber oder gar nicht. Im Prüf­punkt Deklaration haben wir einige Lampen deshalb schlechter beur­teilt.

Tipp: Kaufen Sie Kompakt­leucht­stoff­lampen, die statt flüssigem Queck­silber das feste Amalgam enthalten. Bei einem Bruch ist die Belastung mit Queck­silber­dampf dann geringer. Positiv bewertet haben wir Lampen mit einem zusätzlichen Hüll­kolben und mit Splitter­schutz, die sich auch bedenkenlos im Kinder­zimmer einsetzen lassen. Auch hier trumpfen LED-Lampen auf. Sie enthalten gar kein Queck­silber.

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