Zwei moderne LED-Lampen sind die Sieger bei der Licht­ausbeute. Mit relativ wenig Strom produzieren sie die meiste Helligkeit. Urteil: sehr gut.

Energiespar­lampen Test

Wie hell leuchtet die Lampe? In einem Kugelfoto­meter, der Ulbricht­schen Kugel, ermitteln wir den Licht­strom. Der Mess­punkt liegt in der rechten Kugelhälfte hinter der kleinen Blende.

Kleine Lampe, großer Prüf­stand: Im Licht­labor stehen zwei manns­hohe Kugelhälften. Eine davon ist auf Rädern montiert, sodass sich die Hohlkugel öffnen und für Messungen schließen lässt. Innen wäre es dann stock­dunkel. Wenn da nicht die zu prüfende Lampe leuchten würde.

Der ganze Aufwand mit der sogenannten Ulbricht­schen Kugel dient dazu, die Helligkeit verschiedener Lampen unter exakt identischen Bedingungen vergleichen zu können. Inner­halb der weißen Kugel wird das Licht über­all reflektiert. Hinter einer kleinen Öffnung wird über eine Fotozelle der Licht­strom ermittelt: die Lumen.

Tipp: Lumen-Angaben finden Sie mitt­lerweile auf jeder Lampenverpackung. Die Deklaration ist Vorschrift, damit Verbraucher die Helligkeiten vergleichen können.

Licht kaufen statt Watt

Früher reichte beim Glüh­lampenkauf ein Blick auf die Watt­zahl. Da wusste man:100 Watt leuchten hell, 25 Watt nur schwach und 60 Watt mittel. Diese Zeiten sind vorbei. Moderne Spar­lampen leuchten schon mit weniger als 25 Watt heller als die alten 100-Watt-Birnen. Die Lumen-Angabe ist daher für Verbraucher ein besserer Wegweiser, um im Verkaufs­regal die Lampe mit der gewünschten Helligkeit zu finden.

60-Watt-Glühbirnen verschwinden

Für den Test haben wir diesmal Lampen ausgewählt, die mit mindestens etwa 600 Lumen geeignet sein sollen, 60-Watt-Glühbirnen zu ersetzen. Doch schaffen sie das problemlos? Das ist spannend, denn ab September tritt die nächste Stufe der „Anforderungen an die umwelt­gerechte Gestaltung von Haus­halts­lampen“ der Europäischen Union in Kraft. Das Verkaufs­verbot gilt nun auch für 60-Watt-Lampen. In den Vorjahren hatte es bereits die 100- und 75-Watt-Birnen erwischt. Auch diesmal darf der Handel Rest­bestände noch verkaufen.

Tipp: Widerstehen Sie der Versuchung, sich noch alte Glüh­lampen andrehen zu lassen. Unsere Test­tabelle beweist: Die spar­samen Alternativen sind schon heute die viel bessere Wahl.

In der Tabelle haben wir die Strom­kosten für 6 000 Brenn­stunden berechnet. Mit klassischen 60-Watt-Birnen wären für den Strom 86 Euro fällig. Der Einsatz von Halogenglüh­lampen kostet noch rund 60 Euro.

Jähr­lich mehr als 100 Euro sparen

Die spar­samsten LED- und Kompakt­leucht­stoff­lampen senken die finanzielle Belastung bei den Strom­kosten auf weniger als 20 Euro. In vielen Haushalten sind noch etliche Glühbirnen im Einsatz, die in der Summe so lange brennen, dass sich hier ein Spar­potenzial von über 100 Euro ergeben kann. Und das pro Jahr.

Tipp: In Decken­leuchten brennen die Lampen täglich oft viele Stunden lang. Entsprechend groß sind die Chancen zum Stromsparen. Verwenden Sie hier die sehr guten LED- oder die guten Kompakt­leucht­stoff­lampen. Wegen ihrer recht kompakten Formen passen sie in fast alle Leuchtentypen.

Auch als Orientierungs­lichter im Garten oder in Laternen rund ums Haus sind effiziente LED-Lampen prima geeignet. Kälte kann ihnen nichts anhaben. Im Gegen­teil: Im Test bei minus 10 Grad Celsius leuchteten sie sogar besonders hell.

Tipp: Wenn Sie preisgüns­tige Kompakt­leucht­stoff­lampen in Außen­leuchten schrauben möchten, sollten Sie relativ kälteresistente Exemplare wählen. Da bieten sich zum Beispiel die Liliput von Megaman oder die Spar­sam-Lampen von Ikea an.

Kauf­preis amortisiert sich

Energiesparende Lampen sind zwar teurer als Glüh­lampen, aber dafür leben sie länger. Bei klassischen Birnen geht der Glühdraht meist schon nach etwa 1 000 Brenn­stunden kaputt, bei Halogenglüh­lampen hält er im Schnitt etwa doppelt so lange. Von den geprüften Spar­lampen leuchteten immerhin acht Fabrikate auch noch nach 6 000 Stunden – bei Abbruch unseres Dauer­tests – hinreichend hell. Urteil für die Nutz­lebens­dauer: sehr gut. Philips und Osram werben für ihre teuren LED-Lampen sogar mit 25 000 Brenn­stunden. Osram wirbt mit einer 5-jährigen Garantie.

Osram und Philips heißen die Sieger

Energiespar­lampen Test

Innenleben der Osram Parathom: Erkenn­bar sind weiße und bern­stein­farbene LED-Chips, die das Licht frontal abstrahlen.

Energiespar­lampen Test

Die Philips MyAmbiance ist seitlich mit blau leuchtenden LED bestückt. Das gelbe Kunst­stoff­gehäuse (zu Foto­zwecken zum Teil demontiert) macht daraus warmweißes Licht.

Erst­mals seit langer Zeit haben zwei Lampen die Note sehr gut erzielt: die LED-Lampen von Osram und Philips. Sie haben eine sehr hohe Licht­ausbeute und sind sehr halt­bar. Weiterer Plus­punkt: Sie erstrahlen sofort nach dem Einschalten mit voller Helligkeit. Die Osram Parathom über­zeugt mit relativ guten Farb­wieder­gabeeigenschaften. Allerdings ist ihr Licht vor allem direkt nach dem Einschalten leicht rosa.

Bioledex und Müller-Licht zu dunkel

Die LED-Lampe von Bioledex und die Energiespar­lampe von Müller-Licht schafften es dagegen schon im Neuzustand kaum, mindestens 80 Prozent des deklarierten Licht­stroms zu liefern. Das ist Verbraucher­täuschung. Beide Lampen sind zu dunkel. Wir haben sie auf mangelhaft abge­wertet.

Megaman ist megal­angsam

Mehrere Kompakt­leucht­stoff­lampen hatten im Test Probleme, direkt nach dem Einschalten schnell für Helligkeit zu sorgen. Zum Beispiel brauchte die „Soft­light“ von Megaman eine Aufwärm­phase von mehr als einer Minute, um 50 Prozent ihrer vollen Helligkeit zu liefern; für 80 Prozent braucht sie sogar weit mehr als zwei Minuten. Auch Megaman Liliput und Ikea Spar­sam reagierten zu lang­sam. Für Morgen­muffel, die schlaftrunken ins Bad schlurfen, mag ein Funzellicht angenehm wirken. Doch bei der Treppenbe­leuchtung ist die volle Helligkeit direkt nach Einschalten des Lichts schon aus Sicher­heits­gründen wichtig.

Tipp: In der Tabelle finden Sie unter „Eignung für häufiges Schalten“ solche Lampen, die einer­seits besonders schalt­fest sind und anderer­seits schnell hell werden.

LED- und Halogen­lampen erfüllen die beiden Anforderungen problemlos. Bei Kompakt­leucht­stoff­lampen gibt es große Unterschiede, aber in der Tabelle finden sich auch bei ihnen mehrere geeignete.

Tipp: Für draußen empfiehlt sich die zusätzlich recht kälteresistente CMI von Obi.

Amalgam braucht länger

Energiespar­lampen Test

Das Depot in Vergrößerung: Unten ist das queck­silber­haltige Amalgam­stück erkenn­bar. Das feste Material bietet bei einem Lampenbruch mehr Sicherheit als Flüssigqueck­silber.

Das Depot in Vergrößerung: Unten ist das queck­silber­haltige Amalgam­stück erkenn­bar. Das feste Material bietet bei einem Lampenbruch mehr Sicherheit als Flüssigqueck­silber.

Energiespar­lampen Test

Das Innenleben einer Kompakt­leucht­stoff­lampe: Der Kreis markiert das Queck­silber­depot (Amalgam) am Fuß der Glasspirale.

Das Innenleben einer Kompakt­leucht­stoff­lampe: Der Kreis markiert das Queck­silber­depot (Amalgam) am Fuß der Glasspirale.

Ein Grund für die verzögerte Helligkeit ist die Chemie im Innern. Immer mehr Hersteller verwenden aus Sicher­heits­gründen kein flüssiges Queck­silber, sondern festes Amalgam. Solche Lampen benötigen mehr Zeit, um hell zu erleuchten.

Im Hinblick auf die Umwelt- und Gesund­heits­eigenschaften der Lampen ist der Verzicht auf Flüssigqueck­silber positiv, und so haben wir es auch bewertet. Falls tatsäch­lich einmal eine Lampe zu Bruch geht, lässt sich das Schwer­metall in dieser Form relativ leicht aus der Wohnung entfernen (siehe Meldung „Quecksilber in Energiesparlampen“ aus test 01/2011).

Tipp: Wo Kinder beim Spielen eine Leuchte beschädigen können, sollten Sie vor-sorglich Kompakt­leucht­stoff­lampen mit Amalgam und Hüll­kolben verwenden. Optimal ist ein zusätzlicher Splitter­schutz – wie bei der Megaman Soft­light CT0215i. Sie erreicht ihre volle Helligkeit zwar mit Verzögerung, aber das macht das morgendliche Wecken der lieben Kleinen sanfter.

Glüh­lampe belastet Umwelt stärker

Wünschens­wert wäre es, das Queck­silber und die Elektronikbauteile voll­ständig zu recyceln. Ein Pfand- oder Rück­nahme­system wie bei Flaschen könnte helfen.

Was viele nicht wissen: Glüh­lampen verursachen meist eine stärkere Belastung der Umwelt mit Queck­silber als Energiespar­lampen. Denn stromhung­rige Glüh­lampen enthalten zwar kein Queck­silber, aber sie verursachen mehr Queck­silber­emissionen bei der Strom­erzeugung in Kohle­kraft­werken. Unsere Bilanz berück­sichtigt das.

Einfach gute Lampen kombinieren

Der Test zeigt, dass alle Lampentypen ihre Vor- und Nachteile haben. Am besten fährt, wer die jeweils Besten sinn­voll miteinander kombiniert. Motto: Für jeden Zweck die Richtige. Je halt­barer die Lampen und je effizienter sie während ihres Lebens den Strom in Licht verwandeln, desto mehr profitiert die Brieftasche und die Umwelt gleich dazu.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2691 Nutzer finden das hilfreich.