Energiespar­lampen Test

Der Abschied von der Glüh­lampe fällt vielen schwer. Ein Trost: Etliche LED-Lichter erweisen sich als bessere Alternative. Und Halogenglüh­lampen gibts ja immer noch.

Für Freunde der guten alten Glühbirne droht der 1. September zum schwarzen Samstag zu werden. Die vierte Stufe der „Anforderungen an die umwelt­gerechte Gestaltung von Haus­halts­lampen“ der Europäischen Union tritt in Kraft. Nun gilt das Verkaufs­verbot nicht mehr nur für klassische Glüh­lampen mit hohen Watt­zahlen, sondern auch für 25 und 40 Watt. Nur Rest­bestände darf der Handel noch verkaufen. Dann aber ist endgültig Schluss. Abge­sehen von Spezial­lampen zum Beispiel für den Back­ofen sehen Glühbirnen einer fins­teren Zukunft entgegen.

Energiespar­lampen Test

Für viele Verbraucher ist das verordnete Aus ein Reiz­thema. Ihre Sorgen: Energiespar­lampen gehen zu früh kaputt, das enthaltene Queck­silber könnte Vergiftungen verursachen, und im Kron­leuchter sehen sie unschön aus. Das aktuelle Verbot von Lampen mit kleinen Watt­zahlen stellt die Kunden oben­drein vor neue Heraus­forderungen. Sie müssen das passende Format finden. In vielen modernen Designleuchten ist nur Platz für schlanke Kerzen mit kleinem E-14-Sockel. Das Angebot an hübschen Spar­lampen im echten Miniformat war bislang arg bescheiden.

Auf zum Hams­tern?

Sollten Verbraucher also zu Hams­terkäufen aufbrechen und sich Glühbirnen für die nächsten Jahre oder Jahr­zehnte auf Vorrat ins Regal legen? Wir haben LED-, Kompakt­leucht­stoff- und Halogenglüh­lampen in Kerzenform getestet und können die Frage klar beant­worten: Nein. Wer die richtigen Alternativen zur Glühbirne wählt, spart Geld und entlastet die Umwelt.

Der Wolf­ramdraht glüht weiter

Hams­tern ist schon deshalb völlig über­flüssig, weil Glüh­lampen weiterhin im Angebot sind – in Form von Halogenglüh­lampen. Auch hier sorgt ein glühender Wolf­ramdraht für Helligkeit. Er steckt in einem Quarz­glaskolben, der mit Gasen befüllt ist. Diese Technik spart im Vergleich zu klassischen Lampen annähernd ein Fünftel des Stroms. Und die Licht­eigenschaften aller Glüh­lampen im Test sind gleichermaßen sehr gut.

Tipp: Wer auf Glüh­lampenlicht schwört, braucht nicht darauf zu verzichten. Setzen Sie die Halogenglüh­lampen aber nur ganz gezielt ein. Für die Grund­beleuchtung der Wohnung sind sie unge­eignet. Dafür fressen sie einfach viel zu viel Strom. Ihre Licht­ausbeute ist mangelhaft, ihre Halt­barkeit ausreichend. So lautet auch das abschließende test-Qualitäts­urteil für die Halogenglüh­lampen.

LEDs von gut bis mangelhaft

Energiespar­lampen Test

Innenleben. Auf den vier LED-Chips sitzen kleine Linsen, die das Licht breit streuen.

Innenleben. Auf den vier LED-Chips sitzen kleine Linsen, die das Licht breit streuen.

Die Noten der LED-Lampen unterscheiden sich extrem. Die Qualitäts­urteile reichen von gut bis mangelhaft. Als Testsieger glänzt die Osram LED Super­star Classic B25. Entscheidende Plus­punkte sind ihre hervorragenden licht­tech­nischen Eigenschaften. Die reichen sogar an das beliebte Glüh­lampenlicht heran. Wo es darum geht, ein Bild oder einen Teppich farb­getreu erscheinen zu lassen, liefern die Osram-LEDs das richtige Licht. Auch die LED-Lampen von Sylvania, Ledon und Philips sind dafür empfehlens­wert. Anderen Spar­lampen gelingt die Farb­wieder­gabe weniger gut, der Paulmann-LED sogar nur ausreichend. Rottöne wirken hier oft etwas bräunlich.

LED-Lampen gelten als umwelt- und gesund­heits­verträglich. Das stimmt nicht immer. Vor allem bei Paulmann verursacht die einge­baute Elektronik deutlich mess­bare Flimmer­effekte. Augen und Gehirn können sie unbe­wusst wahr­nehmen. Mögliche Folgen: Ermüdung, Kopf­schmerzen. Wir haben das Urteil deshalb abge­wertet.

Auch die teuerste LED-Lampe im Test, die 16East für 26,30 Euro, floppte. Wenn es ihr zu heiß wurde, schaltete sie mitunter einfach ab. Nach der Abkühlung leuchteten die LED-Chips wieder. Wer damit aber nicht rechnet, hat die Lampe möglicher­weise schon für kaputt erklärt und ausgewechselt. So passierte es anfangs auch unseren Prüfern. Oben­drein schwächelte die Power-Candle bei der Dreh­festig­keit des Sockels und im Dauer­test. Die Paulmann-LED-Lampe leuchtete von Anfang an viel weniger hell als versprochen. Wer sie extra gekauft hat, um eine Fläche hell zu beleuchten, würde sich über den mageren Licht­strom von 225 Lumen ärgern.

Die Mängel einzelner LED-Lampen dürfen aber nicht darüber hinweg­täuschen, dass die neue Technik insgesamt über­zeugen konnte. Immerhin sechs LED-Kerzen bilden das Spitzen­feld – mit test-Qualitäts­urteilen zwischen 1,6 und 1,9.

Je länger, desto öko

Energiespar­lampen Test

Glüh­lampen sind zwar billig beim Kauf, fressen dann aber Strom. Lang­lebige Spar­lampen drücken die Gesamt­kosten um mehr als die Hälfte.

Glüh­lampen sind zwar billig beim Kauf, fressen dann aber Strom. Lang­lebige Spar­lampen drücken die Gesamt­kosten um mehr als die Hälfte.

Aber sind die LED-Lampen nicht viel zu teuer? Preise von oft mehr als 20 Euro wirken abschre­ckend. Bei genauer Betrachtung erscheinen die modernen Lampen aber in besserem Licht. Im Vergleich zu klassischen Glüh­lampen lassen sich die Energiekosten für die gleiche Licht­menge mit LED-Technik auf weniger als ein Fünftel senken (siehe Grafik).

Selbst bei Einbeziehung der Anschaffungs­kosten sieht die Rechnung für Spar­lampen nicht schlecht aus. Die Wolf­ramdrähte der Glüh­lampen gehen meist schon nach 1 000 bis 2 000 Brenn­stunden kaputt. Dann ist ein Nach­kauf fällig.

LED-Lampen leben viel länger. Im Test über­standen alle Guten problemlos den 6 000-Stunden-Dauer­test. Das entspricht bei täglich drei Stunden Brenn­dauer etwa sechs Jahren. Nach Abschluss des Dauer­tests zeigten diese Lampen kaum Ermüdungs­erscheinungen. Weil sogar eine deutlich längere Nutzungs­dauer sehr wahr­scheinlich ist, haben wir bei der Licht­kostenbe­rechnung mit 12 000 Stunden gerechnet. Würden die Lampen, wie einige Anbieter versprechen, 20 000 Stunden und länger halten, wäre ihr Licht unschlagbar billig und umwelt­schonend.

Tipp: Die Hersteller müssen die voraus­sicht­liche Lebens­dauer auf der Verpackung deklarieren. Falls bei Ihnen zuhause eine Lampe deutlich früher kaputt­geht, sollten Sie sich nicht scheuen, sie zu reklamieren.

Im Flur lieber nicht

Energiespar­lampen Test

Nach dem Dauer­test zeigten sich bei mehreren Energiespar­lampen häss­liche Macken.

Nach dem Dauer­test zeigten sich bei mehreren Energiespar­lampen häss­liche Macken.

Die Kompakt­leucht­stoff­lampen in Kerzenform waren weniger halt­bar als ihre größeren Geschwister bei früheren Tests (siehe „Noch zu haben“). Einige büßten zu schnell einen Teil ihrer Helligkeit ein. Bei drei Modellen zeigten sich nach 4 000 Stunden häss­liche Verfärbungen und Abnut­zungs­erscheinungen (siehe Foto).

Alle Leucht­stoff­lampen hatten Probleme, direkt nach dem Einschalten für viel Licht zu sorgen. So brauchte die Megaman Ultra Compact Candle eine Aufwärm­phase von etwa einer halben Minute, um 50 Prozent ihrer vollen Helligkeit zu liefern.

Tipp: Im Treppen­haus oder im Flur müssen die Lampen schon wegen Stolper- und Verletzungs­gefahren sofort nach dem Einschalten hell leuchten. Schrauben Sie hier besser keine Leucht­stoff­lampen ein. Auch für die Außenbe­leuchtung in Kombination mit Bewegungs­meldern sind sie unge­eignet. Besser sind LED-Lampen. Aber: Über­all dort, wo das Licht nur selten brennt (etwa in Abstell­kammern oder an Kellertreppen) lohnt sich die teure Investition nicht. Hier sind Halogenglüh­lampen die erste Wahl, die sich im Test als sehr schalt­fest erwiesen.

Queck­silber­gefahr nur gering

Die verzögerte Helligkeit dieser Lampen ist ein Indiz dafür, dass die Hersteller kein flüssiges Queck­silber mehr verwenden. Aus Sicher­heits­gründen kommt das Schwer­metall statt­dessen in fester Form als Amalgam zum Einsatz. Unsere Messung im Chemielabor bestätigt: Sogar im Falle eines Bruchs blieb die Queck­silber­konzentration in der Raum­luft unter­halb des Richt­werts für dauer­haft tolerier­bare Belastung.

Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt die Megaman-Lampe, deren Hüll­kolben mit einem Splitter­schutz aus Kunststoff über­zogen ist. LED-Lampen enthalten gar kein Queck­silber.

So viel Auswahl wie noch nie

Energiespar­lampen Test

Vielfältige gute LED-Technik. Osram, Ledon, Megaman, Philips, Toshiba (von links).

Vielfältige gute LED-Technik. Osram, Ledon, Megaman, Philips, Toshiba (von links).

Interes­sant ist das Design einiger LED-Lampen. Die Kerzen von Philips und Ledon sind ähnlich schlank wie Glüh­lampen. Auch auf brillante Glanz­effekte müssen Energiesparer nicht verzichten (siehe Foto).

Dank solcher Neuentwick­lungen fällt der Abschied von Glüh­lampen vielleicht doch leichter als befürchtet. Die Unter­suchungs­ergeb­nisse zeigen aber, wie wichtig Lampentests sind. Während manche LEDs noch an Kinder­krankheiten leiden, glänzen andere bereits als Testsieger.

Dieser Artikel ist hilfreich. 318 Nutzer finden das hilfreich.