Sparlampen in Kerzenform: LEDs machen das Rennen

Die EU macht Glüh­birnen zum Auslauf­modell und der Abschied fällt manchem schwer. test.de spendet Trost: Es gibt viel bessere Alternativen, vor allem LED-Lampen. Die Qualitäts- und Preis­unter­schiede sind allerdings enorm. Die Tester fanden teure Produkte, die nichts taugen, und billige, die auf Dauer teuer sind. Im Test waren 20 Lampen in Kerzen­form mit kleinem E14-Sockel, darunter 8 Kompakt­leucht­stoff­lampen, 4 Halogen­glüh­lampen und 8 LEDs.

Hams­terkäufe lohnen nicht

Am 1. September tritt die vierte Stufe des EU-Glüh­lampenverbots in Kraft. Dann gilt das Verkaufs­verbot nicht mehr nur für klassische Glüh­lampen mit hohen Watt­zahlen, sondern auch für 25 und 40 Watt. Rest­bestände darf der Handel noch verkaufen. Sollen Verbraucher also zu Hams­terkäufen aufbrechen und sich Glühbirnen auf Vorrat ins Regal legen? Die Stiftung Warentest rät davon ab. Selbst wer auf Glüh­lampenlicht schwört, ist nicht auf die klassischen Birnen angewiesen. Glüh­lampen sind in Form von Halogenglüh­lampen weiterhin im Angebot. Auch hier sorgt ein Wolf­ramglühdraht für Helligkeit und gleich­wertige Licht­qualität. Der Glühdraht steckt in einem gasgefüllten Quarz­glaskolben. Diese Technik spart im Vergleich zu klassischen Glühbirnen rund ein Fünftel des Stroms.

Glüh­lampenlicht im Vergleich zu Spar­lampen 250 Prozent teurer

Energiespar­lampen Test

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Glüh­lampen sind zwar billig beim Kauf, fressen dann aber Strom. Lang­lebige Spar­lampen drücken die Gesamt­kosten um mehr als die Hälfte.

Für die Grund­beleuchtung der Wohnung sind Halogenglüh­lampen aber unge­eignet. Sie haben eine schlechte Licht­ausbeute, fressen zu viel Strom und sind damit auf Dauer teuer. Die Kosten­unterschiede sind enorm. Nach Berechnungen von test.de kostet die gleiche Licht­menge rund 250 Prozent mehr, wenn Verbraucher anstelle von LED- oder Kompakt­leucht­stoff­lampen lieber Glüh­lampen einsetzen. Diese Licht­kostenbe­rechnung berück­sichtigt auch die unterschiedliche Lebens­dauer der Lampen. Glüh­lampen gehen meist schon nach 1 000 bis 2 000 Brenn­stunden kaputt. Bei den LED-Lampen wurde hingegen mit 12 000 Stunden gerechnet. Die Anbieter werben sogar mit deutlich längerer Halt­barkeit.

LED-Technik siegt, aber nicht immer

Insgesamt 6 Lampen schneiden im Test gut ab. Es sind LED-Lampen von Osram, Ledon, Megaman, Philips, Toshiba und Sylvania. Sie glänzten vor allem in puncto Halt­barkeit sowie mit ihren Umwelt-, Gesund­heits- und licht­tech­nischen Eigenschaften. Allerdings gab es bei der modernen LED-Technik auch Probleme: Eine Lampe – von 16east – schnitt im Test nur „ausreichend“ ab, weil sie sich bei hohen Temperaturen mitunter selbst abschaltete. Eine andere ist „mangelhaft“, weil sie weniger hell leuchtete als versprochen und oben­drein flimmerte. Insgesamt konnte die LED-Technik aber über­zeugen. Auch preislich rechnen sich die LED-Lampen durch ihre lange Lebens­dauer.

Kompakt­leucht­stoff­lampen nur Mittel­maß

Die Kompakt­leucht­stoff­lampen in Kerzenform schnitten im Test nur „befriedigend“ und „ausreichend“ ab. Einige büßten bei der Dauer­prüfung zu schnell einen Teil ihrer Helligkeit ein. Bei anderen zeigten sich häss­liche Abnut­zungs­erscheinungen an der Innen­beschichtung der Glaskolben. Alle Kompakt­leucht­stoff­lampen hatten Probleme, direkt nach dem Einschalten schnell für volle Helligkeit zu sorgen. Das verlang­samte Hell­werden ist ein Indiz dafür, dass die Hersteller kein flüssiges Queck­silber mehr verwenden. Aus Sicher­heits­gründen kommt das Schwer­metall statt­dessen in fester Form als Amalgam zum Einsatz. Dadurch liegt im Falle eines Bruchs die Queck­silber­konzentration in der Raum­luft unter­halb des Richt­werts für dauer­haft tolerier­bare Belastung. Die Kompakt­leucht­stoff­lampe von Megaman ist oben­drein mit einem Splitter­schutz aus Kunststoff über­zogen. LED-Lampen enthalten gar kein Queck­silber.

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