Lampentests sind langwierig. Der Dauertest läuft über 15 Monate. Das tolle Ergebnis: Nach 10 000 Stunden nur zwei Ausfälle.

Hell wie am lichten Tag ist es im Keller des Prüfinstituts. In zwei sperrigen Metallrahmen brennen dort 216 Energie­sparlampen unterschiedlicher Form, je acht pro Modell. Jede der Lampen hat eine sparsame Wattstärke. Sie reicht von 7 bis 21 Watt. Das Lampenfeld insge­samt bringt es aber auf fast 2,7 Kilowatt – etwas mehr als die Anschlussleistung einer modernen Waschmaschine mit 1 400 Umdrehungen.

Plötzlich verdunkelt sich der Testraum. Nach 30 Sekunden geht ein Teil der Lampen für viereinhalb Minuten aus. Dann startet der Prüfzyklus von neuem. Die Warentester überprüfen an diesen Exemplaren, ob sie häufiges Schalten problemlos verkraften. Und hier sind viele Billigprodukte ziemlich schnell am Ende: Ein Dutzend der Lampenmodelle im Test verabschiedet sich schon zwischen 3 407 (Ecopak, 11 Watt) und 6 812 Schaltzyklen (Ikea, Stabform).

Besser sind die meisten Markenfabrikate. Bis Redaktionsschluss zehnmal häufiger geschaltet, funktionieren sie immer noch.

45 Minuten später: Der Prüfraum ist stockdunkel. Jetzt machen auch die übrigen Sparlampen im Test eine kurze Pause. Sie werden viel seltener geschaltet, denn sie sollen möglichst lange brennen. Im Dauertest seit Juli 2004 ist dieser Testtrupp deshalb hintereinander 165 Minuten an und 15 Minuten aus. Alle drei Stunden startet der Zyklus von vorn.

Dauertest: Nur zwei Ausfälle

In der Dauertestgruppe registrieren die Prüfer nach 10 000 Stunden nur zwei Totalausfälle: Alle fünf Isotronic-Lampen in Glühlampenform erlöschen für immer nach durchschnittlich 4 580 Brennstunden, die Luxxx nach 4 600. Bei den übrigen sind von jeweils fünf gestarteten Lampen noch mindestens zwei im Rennen. Ein super Ergebnis, das die techni­sche Entwicklung der vergangenen Jahre hin zu immer längeren Brenndauern einleuchtend bestätigt.

Aber nicht jede Sparlampe, die noch Licht gibt, erstrahlt in voller Helligkeit wie neu gekauft. Doch das fällt nicht gleich auf – weder im kargen Prüfkeller mit den paar hundert Lampen, noch im Laufe der Jahre zu Hause in der Wohnung. Doch die Lampentester bringen Licht ins Dunkel. Nach 1 000, 3 000 und 10 000 Brennstunden haben sie die Lichtströme und -ausbeuten der sparsamen Lichtspender gemessen. Das Resultat sieht trübe aus.

Schon nach 3 000 Brennstunden hatten fünf Lampen mehr als ein Fünftel ihrer ursprünglichen Helligkeit eingebüßt: Megaman Compact Classic 11 W, Isotronic 11 W (Glühlampenform) und Osram Dulux 7 W/E14, zudem ein Billigprodukt mit 11 Watt und die bei Aldi (Nord) als Aktionsware angebotene Varilux 11 W.

Doch eine Reihe von Lampen sorgt auch für gleichbleibend gute Lichtverhältnisse. Zwischen 3 000 und 10 000 Betriebsstunden nahm ihre Helligkeit nur um weniger als zehn Prozent ab. Sieger in diesem Prüfpunkt ist die Philips PL E D 20-23 W: Wir beurteilten ihre Helligkeit in beiden Messpunkten mit „sehr gut“. Allerdings schwächelt die Kugellampe in der Schaltfestigkeit und bekam dort nur ein „Ausreichend“. Trotzdem empfiehlt sie sich für lange Einschaltphasen ohne ständiges An und Aus.

Wie schnell erreichen die Sparlampen nach dem Anknipsen die volle Helligkeit? Auch auf diese Frage geben die Testtabellen Antworten: sehr unterschiedliche. Viel Licht in kurzer Zeit liefern Osram Dulux EL Classic 7 W und die GE 15 W. Am anderen Ende der Skala die beiden Philips Master 15 W und PL E D 20-23W, die preiswerte Aldi-Aktionsware mit E14-Schraubsockel, 7 Watt, und die Megaman 20 Watt: Sie brauchen mehr als zwei Minuten, bis sie voll erstrahlen. Sie eignen sich weder für Leuchten im Treppenflur noch in der Toilette. Dort wird helles Licht möglichst schnell nach dem Einschalten gebraucht.

Hätten wir das Licht im Testraum anstelle der Energiesparlampen mit gleich hellen Glühlampen erzeugt, wäre das teuer geworden: rund 29 Euro Stromkosten pro Tag. Aber die Energiesparlampen senken den Verbrauch beträchtlich – die meisten um rund 80 Prozent verglichen mit einer gleich hellen „Glühbirne“. Das lohnt sich nicht nur für Warentester, sondern auch im privaten Haushalt.

Die größten Stromsparer unter den „guten“ Lampen: Osram Dulux 11 W mit großem und kleinem Schraubsockel, Ikea Energiesparlampe 11 Watt im Dreierpack und Aldi (Nord) Elektronische Energiesparlampe 12 Watt. In der Tabelle ist neben der Wattzahl der Energiesparlampe auch die einer Glühlampe mit entsprechender Helligkeit zu finden.

Mehr als 10 000 Betriebsstunden mit althergebrachten Glühlampen – und wir hätten uns wunde Finger beim Ein- und Ausschrauben geholt. Lampen mit Glühfaden halten gerade einmal 1 000 Stunden. Dann ist fast immer Schluss und sie bleiben dunkel. Um den Dauerbetrieb mit Glühlampen zu bestreiten, wären etwa 2 500 Stück im Müll gelandet. Eine kaum vorstellbare Menge.

Die lange Lebensdauer und der Preis sind wichtige Größen in der Amortisationsrechnung. Auch hier ist die Energiesparlampe klarer Sieger. Nach längstens 2 700 Betriebsstunden machen sich die Sparsamen bezahlt. Die „gute“ Ikea-Lampen (11 Watt im Dreierpack) schafft es wegen ihres extrem günstigen Preises von 1,50 Euro viel schneller: Sie rechnet sich bereits nach 80 Stunden. Auch viele andere machen sich nach weniger als 1 000 Betriebsstunden bezahlt, der Lebensdauer einer Glühlampe.

Das Licht im Prüfraum ist nach 15 Monaten spärlicher geworden. Immer mehr Lampen machen schlapp. Die Unermüdlichen haben bald 12 000 Betriebsstunden hinter sich. Auf die absoluten Dauerbrenner im Sparlampentest, einer der längsten in der Geschichte der Stiftung Warentest, warten die Prüfer immer noch. Wenn sie feststehen, wird test berichten.

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