Energiesparlampen Test

Wer Energiesparlampen kauft, sollte genau überlegen, wo er sie einsetzen will. Im Test zeigten die unterschiedlichen Lampentypen ihre Stärken und Schwächen.

Die Sparlampen mit den gefalteten Minileuchtstoffröhren sind wieder einmal ins Gerede gekommen. Die einen berichten über die „dunklen Seiten“ der Lampen, deren Brenndauer extrem kürzer sei als auf der Verpackung angegeben. Die anderen mutmaßen über gesundheitsschädliche Strahlen, die ein­geschaltete Energiesparlampen abgeben würden. Verunsicherte Verbraucher fragen sich nun, ob die alte „Glühbirne“ nicht doch die bessere Wahl ist.

In 25 Jahren hat die Stiftung Warentest neun Tests mit 191 Energiesparlampen durchgeführt. Es gibt nur wenige Produkte, die seit ihrer Einführung auf dem deutschen Markt so häufig und regelmä­ßig auf dem test-Prüfstand waren. Die Testreihe seit 1983 beweist: Die Lebensdauer der stromsparenden Lampen wurde stetig länger. Energiesparlampen sind die zeitgemäße Alternative zu den technisch überholten Glühlampen.

Lebensdauer: Fast alle Anbieter der getesteten Lampen geben die Lebensdauer auf der Verpackung an. Sie liegt zwischen 6 000 und 15 000 Stunden (siehe Tabellen). Wir haben die Angaben mit den im Test gemessenen Totalausfällen verglichen. Nur bei wenigen stellten wir deutlich kürzere Brennzeiten fest. Sie lagen zwar weit über den 1 000 Brennstunden einer Glühlampe, aber erhebliche Falschangaben bewerteten wir mit „mangelhaft“: bei Aldi(Nord) / Varilux, Ikea GSU 111 und Obi/CMI. Die Lebensdauerprüfungen sind noch nicht abgeschlossen, sondern erst wenn die Lampen für immer ausgehen. Über die Hälfte hat bereits eine mittlere Brenndauer von rund 10 000 Stunden geschafft.

Helligkeitsverluste: Mit fortschreitender Brenndauer nimmt die Helligkeit der Lampen ab. Die Osram Dulux Superstar 7 W brannte zum Beispiel schon nach 2 000 Betriebsstunden 15 Prozent weniger hell als im Neuzustand, die Osram Duluxstar Classic A 10 W sogar 17 Prozent weniger. Die Megaman Compact Reflector R 63 mit 11 Watt büßte fast ein Viertel ihrer Anfangshelligkeit ein. Nach 10 000 Brennstunden lagen bei den Reflektorlampen die höchsten Helligkeitsverluste um 50 Prozent, bei normalen Energiesparlampen zwischen 36 und 40 Prozent.

Stromsparen: Wer eine Glühlampe gegen eine gleich helle, „gute“ Sparlampe austauscht, kann nach 10 000 Betriebsstunden zwischen 49 und 177 Euro Stromkosten sparen. Ein Lampenwechsel macht sich rasch bezahlt – bei durchschnittlicher täglicher Brenndauer von vier Stunden oft nach weniger als einem Jahr. Erst recht, wenn in die Rechnung noch die Kosten für neue Glühlampen eingehen.

Bei den drei getesteten Reflektorlampen, die ihr Licht zielgerichtet und gebündelt abgeben, lag die Ersparnis im Vergleich zu einer Reflektor-Glühlampe in zwei Fällen nur bei rund 30 bis 40 Euro. Die mit 15 Euro niedrigste Ersparnis im Test berechne­ten wir für die Isotronic R80, eine 11-Watt-Reflektorlampe.

Watt-Schummelei: Bei der Watt-Zahl flunkern manche Anbieter. Auf die normale Isotronic zum Beispiel sind 11 Watt Leistungsaufnahme auf­­gedruckt. Gemessen haben wir nur 7,2 Watt. Eine ähnliche Differenz bei der Luxxx-Energy-Saver: 13,1 statt 20 Watt. Wer eine der beiden Lampen kauft, erlebt sein schummeriges Wunder, wenn er eine 60- oder 100-Watt-Glühlampe durch sie ersetzt hat. Wird es sichtbar dunkler im Raum, ist das aber nicht der Sparlampe anzulasten, sondern der falschen Watt-Angabe des Anbieters.

Strahlung: Sparlampen strahlen im Bereich der Netzfrequenz von 50 Hertz nicht mehr als übliche Haushaltsgeräte oder Glühlampen. Zusätzliche elektromagneti­sche Wechselfelder erzeugt das Vorschaltgerät im Lampensockel durch seine hohe Betriebsfrequenz von rund 30 Kilohertz. Das zeigen unsere Messungen im Abstand von 30 und 50 Zentimetern (siehe Tabelle). Trotz langjähriger Verwendung von Leuchtstofflampen gibt es bislang keine wissenschaftlichen Belege für gesundheitliche Probleme.

Eignung: Bei Glühlampen ist meist nur die Schraubsockelgröße und die Watt-Zahl ausschlaggebend beim Kauf. Wer Sparlampen kauft, sollte aber genau wissen, wo sie für Licht sorgen sollen. Je nach Fabrikat und Typ empfehlen sie sich für unterschiedliche Einsatzorte.

  • Wohn- und Schlafräume: In offene Leuchten mit E14-Schraubgewinde passen Sparlampen in Kerzenform (siehe Tabelle). Für Deckenleuchten stehen Lampen in klassischer Birnen- und Kugelform zur Wahl. Sichtbare Schwäche: Die geprüften Energiesparlampen verfälschen Rottöne. Das muss nicht sein. Warm-weiße Sparlampen, die dem Glühlampenlicht nahekommen, könnten Farben natürlicher abbilden. Die Farbwiedergabe der geprüften Lampen bewerteten wir meist mit „befriedigend“. Nach dem gleichen Maßstab beurteilt, hätten die Tageslichtlampen eine „sehr gute“ Farbwiedergabe (siehe „Tageslichtlampen“). Auch auf gedimmtes Licht muss niemand mehr verzichten. Derartige Lampen, Osram Dulux EL Dimmable 20 W und Megaman DorS Dimming 20 W, bewerteten wir insgesamt mit „gut“ beziehungsweise „befriedigend“.

Für geschlossene Wand- und Deckenleuchten bieten sich Sparlampen in Stabform an, weil die wenig formschönen Lampen verdeckt werden. Vorteil: Die Begrenzungen der Watt-Zahl an der Leuchte oder auf dem Lampenschirm wegen zu großer Wärmeentwicklung verlieren bei Energiesparlampen ihre Bedeutung. Sie werden weniger warm.

  • Toilette, Bad und Treppenhaus: Hier sind Lampen gefragt, die nach dem Einschalten schnell die volle Helligkeit erreichen und häufiges Schalten gut vertragen. Unsere Empfehlung: Osram Dulux Superstar Globe 21 W und Philips Genie ww 8 W.
  • Außen: Frost macht vielen Lampen sehr zu schaffen. Weil sie nicht ihre größte Helligkeit erreichen, eignen sie sich dann nicht für Hausnummer-, Garten- oder Wegbeleuchtung. Mit niedrigen Tempe­raturen am besten zurecht kamen Philips G120 Soft white 20 W und Megaman Compact Globe 11 W, die auch alle eine lange Lebensdauer hatten.

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