Energiesparlampen Meldung

Ab 1. September müssen nun auch 75-Watt-Glühbirnen aus den Verkaufsregalen verschwinden. Welche Lampen sind ein guter Ersatz?

Welche Lampen werden am 1. September verboten?

Für das Verbot stromfressender Glühlampen gilt in Europa ein mehrjähriger Stufenplan. Stichtag ist jeweils der 1. September. Diesmal trifft es die 75-Watt-Glühbirnen.Im vergangenen Jahr sind bereits Lampen mit 100 Watt sowie alle mit mattiertem Glaskolben aus den Regalen verschwunden. Im nächsten Jahr werden sich die Verkäufer von den 60-Watt-Modellen verabschieden müssen.

Darf ich die verbotenen Lampen noch verwenden?

Ja, beliebig lange. Das Verbot gilt nur für die Anbieter: Sobald die Restbestände verkauft sind, dürfen die verbotenen Lampentypen im Handel nicht mehr angeboten werden.

Lohnt es sich, Vorräte anzulegen?

Schon heute gibt es zum Glühbirnenlicht bessere Alternativen. Die Gefahr ist groß, dass sich Hamsterkäufe später als ärgerliche Fehlinvestition erweisen.

Als Ersatz für eine 75-Watt-Birne wurde mir eine Halogenglühlampe mit 52 Watt angeboten. Ist die gleichwertig?

Im Hinblick auf die äußere Form, die Helligkeit und die Lichtqualität hat die Halogenglühlampe sehr ähnliche Eigenschaften. Auch sie erzeugt das Licht mithilfe eines glühenden Wolframdrahtes. Er befindet sich hier allerdings in einem kleinen speziellen Quarzglaskolben, der mit Schutzgas – mit Halogenen wie Chlor oder Brom – gefüllt und speziell beschichtet ist. Dadurch verdoppelt sich im Vergleich zu herkömmlichen Glühlampen die Lebensdauer, und der Stromverbrauch sinkt mit der Halogenglühlampe um 20 bis 30 Prozent.

Welche Alternative spart am meisten?

Je effizienter und langlebiger die neue Lampe ist, desto mehr lässt sich sparen: Wird eine 75-Watt-Glühbirne durch eine Kompaktleuchtstofflampe (sogenannte Energiesparlampe) ersetzt, die mit einem Viertel des Stroms die gleiche Helligkeit erzeugt, sinken die Stromkosten für fünf Jahre bei einer täglichen Brenndauer von etwa 3 Stunden um 67 Euro auf 23 Euro.

Wenn ich den Ersatz für die 75-Watt-Glühbirne im Regal suche, wie viel Watt muss die Lampe dann haben?

Für den Verbraucher wird es immer schwieriger, weil die Wattzahl beim Lampenkauf unwichtig ist: Halogen-, LED- und Kompaktleuchtstofflampen lassen sich damit nicht vergleichen. Entscheidend ist die abgegebene Lichtmenge der jeweiligen Lampe. Wenn es mit der neuen genauso hell wie mit der alten Lampe sein soll, muss die neue ähnlich viel Licht abstrahlen. Der Ersatz für die 75-Watt-Lampe sollte also ungefähr 950 Lumen bringen.

Sind diese Lumen-Angaben nicht sehr kompliziert?

Die Maßzahl für die Lichtmenge ist zweifellos gewöhnungsbedürftig. Aber diese Angabe ist für den Verbraucher enorm hilfreich. Damit kann er im Verkaufsregal gezielt nach Lampen mit der gewünschten Helligkeit suchen (siehe Tipps). Das erspart böse Überraschungen zuhause beim Einschalten. Ohnehin gilt: Im Zweifel zur Lampe mit einer größeren Lumenzahl greifen.

Wo finde ich Informationen, die mir beim Lampenkauf helfen?

Damit die Kunden von den Anbietern nicht hinters Licht geführt werden, schreibt die EG-Verordnung strenge Anforderungen an die Deklaration vor. Auf der Verpackung müssen künftig mehr Angaben stehen und zusätzlich muss im Internet informiert werden. Diese Vorschriften treten zum 1. September in Kraft (siehe Tipps).

Worauf muss ich achten, wenn ich mit der Beleuchtung eine gemütliche Stimmung erzeugen möchte?

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Entscheidend ist die Lichtfarbe, die warm und leicht rötlich sein sollte. Die Farbtemperatur von „warmweißem“ Glühlampenlicht beträgt wegen des weißglühenden Wolframdrahtes 2 700 Kelvin. Durch einen Dimmer lässt sich die Temperatur des Drahtes in Richtung Rotglut senken. Das Licht wirkt dann wärmer und gelblicher. Das funktioniert auch bei Halogenglühlampen. Bei LED- und Kompaktleuchtstofflampen klappt der Trick mit dem Dimmen aber nicht. Hier bleibt die Lichtfarbe immer gleich. Man kann allerdings zum Beispiel rote Lampen dazuschalten, um stimmungsvolles Licht zu mixen.

Ist der Blauanteil im Licht von Energiesparlampen ein Problem?

Der blaue Anteil spricht bestimmte Rezeptoren im Auge an, die die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin steuern. Befürchtungen, dies könne den Biorhythmus stören, sind jedoch bei den warmweißen energiesparenden Lampen unbegründet. Bei unseren Prüfungen (Test Energiesparlampen, test 4/10) haben wir festgestellt, dass der Blauanteil im Licht der Kompaktleuchtstofflampen sogar geringer war als bei Glühlampen.

Und was ist mit dem Blaulichtanteil von LED-Lampen?

Bei warmweißen LED-Lampen, deren Farbtemperatur ungefähr derjenigen von Glühlampen entspricht, zeigen unsere Messungen: Der Anteil des blauen Lichts am gesamten Spektrum ist zwar meist größer als bei Glühlampen, aber für Arbeitsplätze, an denen das Licht eher eine aktivierende „Muntermacher-Funktion“ haben soll, sollten ohnehin gezielt Lampen mit höherem Blauanteil gewählt werden. Deren Lichtfarbe von etwa 4 000 bis 6 500 Kelvin wird auch als „neutralweiß“ bis „tageslichtweiß“, Letztere auch als „Daylight“ beworben.

Ist die LED-Technik tatsächlich stark im Kommen?

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Die LED-Technik ermöglicht völlig neue Bauformen für Leuchten: Zum Beispiel lassen sich besonders dünne, großflächige Leuchtpaneele konstruieren.

Ja. Bei unseren Tests haben wir festgestellt, dass innerhalb kurzer Zeit große Fortschritte erreicht wurden. Weil die Lampen noch teuer sind, ist ihr Marktanteil derzeit noch klein. Aber auf der internationalen Messe Light&Building waren hauptsächlich LED-Neuheiten ausgestellt.

Was sind die Vorteile?

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So sehen die Nachfolger der klassischen Glühwendeln aus: Kleine LED-Chips, deren lichterzeugende Oberfläche oft mit Leuchtstoffen beschichtet ist, um Lichtfarben zu kreieren.

Die kleinen flachen LED-Chips ermöglichen völlig neue Leuchtendesigns. Mit einigen Leuchten, die mehrere Chips unterschiedlicher Farbe enthalten, lässt sich je nach Stimmung die gewünschte Lichtfarbe einstellen. LED-Spots sind schon heute effizienter als andere Strahler.

Sind Energiesparlampen „out“?

Keineswegs. Sie bieten die preiswerteste Möglichkeit zur Grundbeleuchtung von Wohnräumen. Unsere Tests zeigen, dass man beim Kauf hochwertige Markenware bevorzugen sollte. Für viele Anwendungszwecke gibt es geeignete Modelle. Zum Beispiel müssen die Lampen für Flur oder Bad besonders schaltfest sein. Die Vielfalt von Formen und Abmessungen hat in den vergangenen Jahren ständig zugenommen.

Auf den Packungen von LED-Lampen wird oft eine sehr hohe Lebensdauer angegeben. Ist das realistisch?

Kein Hersteller, der 30 000 oder gar 50 000 Stunden deklariert, hat diese Lampe tatsächlich so lange prüfen können. Die Angaben basieren auf Hochrechnungen für den eingebauten LED-Chip unter Laborbedingungen. In der Praxis kommt es aber entscheidend darauf an, dass die entstehende Wärme in der Lampe schnell nach außen abgeleitet wird. Solches „Wärmemangement“ ist aufwendig und hat seinen Preis. Bei unseren Tests ermatteten einige LED-Lampen bereits frühzeitig oder fielen sogar komplett aus.

Eignen sich LED-Lampen für die Außenbeleuchtung?

Ja. Für diesen Zweck sind sie geradezu ideal. Je kälter es draußen ist, desto länger leben sie, und desto mehr Licht geben sie ab. Außerdem strahlen LED-Lampen sofort nach dem Einschalten mit voller Lichtleistung. Deshalb eignen sie sich besonders gut in Kombination mit Bewegungsmeldern.

Sind alle Lampentypen dimmbar?

Nein. Kompaktleuchtstoff- und LED-Lampen lassen sich nur dimmen, wenn sie eine dafür geeignete Elektronik haben. Solche Lampen sind oft teurer und entsprechend deklariert. Aber Vorsicht: Dennoch passt nicht jede Lampe zu jeder Dimmerbauart. Fragen Sie den Fachverkäufer und reklamieren Sie, falls er sich geirrt haben sollte.

Kann ich mit den Lichtschaltern Strom sparen?

Ja, bis zu 100 Prozent. Aber dann wird es duster. Die intelligentere Variante sind Bewegungsmelder und Dimmer.

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