Energiespar­lampen Test

Testsieger bei energiesparenden Spots sind LEDs. Zu den Verlierern gehören vor allem Halogen-, aber auch ein LED-Spot.

Licht und Schatten liegen bei Strah­lern dicht beieinander. Einer­seits senden sie das Licht gezielt dorthin, wo es gebraucht wird – auf die Arbeits­platte in der Küche oder das Bild an der Wand. Anderer­seits stecken in ihnen fast immer strom­fressende Halogenglüh­lampen. Die sind teuer im Betrieb und belasten die Umwelt. Schon ein einziger klassischer 35-Watt-Halogenspot frisst im Jahr Strom für 16 Euro, wenn er täglich fünf Stunden brennt. Mit modernen Lampen lassen sich mehr als 12 dieser 16 Euro sparen.

Von gut bis mangelhaft

Aber nicht jede Spar­lampe ist ein guter Kauf. Die Urteile reichen von gut bis mangelhaft. Für den Test ausgewählt haben wir 20 Spot­lampen, die einen energiesparenden Betrieb versprechen: Halogenglüh­lampen mit verbesserter Technologie, Kompakt­leucht­stoff- und LED-Lampen. Die Technik ist sehr unterschiedlich. Um sie zu veranschaulichen, haben wir die Abdeckungen demontiert. Zum Vorschein kommen Leucht­dioden-Chips, Leucht­stoff­röhre und Glühdraht.

Viel Licht mit wenig Strom

Energiespar­lampen Test

Licht­kegel. LED-Spot (links) im Vergleich zu einer Kompakt­leucht­stoff­lampe.

Den Vergleich der drei Licht­systeme konnten LED-Lampen schon im vorangegangenen Test für sich entscheiden (test 9/11). Jetzt haben erst­mals auch LED-Spot­lights Testsiege errungen. Plus­punkte sind ihre Lang­lebig­keit und die guten Umwelt­eigenschaften. Sie nutzen den Strom besonders effizient. Das heißt: Ihre Licht­ausbeute ist relativ hoch. Keine anderen Lampen leuchten mit so wenig Energie so hell und ausdauernd wie LED-Lampen.

Wie viel Licht erzeugen die Lampen pro Watt? Der Helligkeits­vergleich zeigt es. Das Maß für diesen Vergleich sind die Lumen. Die Philips MyAmbiance erreichte die beste Licht­ausbeute. Mit 53 Lumen pro Watt ist sie rund zehnmal effizienter als klassische 230-Volt-Halo­genreflektor­lampen.

Tipp: Je höher die Licht­ausbeute, desto tiefer sinken die Strom­kosten (siehe Tabelle). LED-Spots sind zwar beim Kauf teuer, über die Strom­ersparnis amortisiert sich die Investition aber im Laufe ihres langen Lebens. Setzen Sie die Spar­lampen vor allem dort ein, wo sie täglich mehrere Stunden lang einge­schaltet sind.

Im gleichen Maße wie die besten Lampen den Strom­verbrauch senken, vermindern sie auch alle mit der Strom­produktion verbundenen Umwelt- und Klimabelastungen, zum Beispiel das Kohlen­dioxid aus den Kraft­werks­schorn­steinen. Die in den Spar­lampen steckenden Elektronikbauteile trüben zwar die Umwelt­bilanz. Aber die Berechnung des Primär­energie­aufwands für Herstellung und Betrieb beweist: Unterm Strich, bezogen auf die während des Lampenlebens erzeugte Licht­menge, schneiden LEDs bis auf eine Ausnahme positiv ab.

Kein Licht­blick: Bioledex-LED-Strahler

Enttäuschend schnitt im Test der Bioledex LED-Strahler ab. Er leuchtete praktisch von Anfang an viel weniger hell als versprochen. Wer diese Lampe extra kauft, um zum Beispiel eine Schreib­tisch­fläche angenehm hell zu beleuchten, würde sich ärgern. Das test-Qualitäts­urteil des Funzellichts: mangelhaft.

Schlechter als bei früheren Tests schneiden diesmal einige Kompakt­leucht­stoff­lampen ab. Das liegt vor allem an der Bauweise und der bescheidenen Licht­ausbeute dieser Spot­lampen. Aber auch Halt­barkeit und Queck­silber­bilanz lassen hier bei mehreren Lampen zu wünschen übrig.

Weiterer Schwach­punkt einiger Kompakt­leucht­stoff-Spots: Bis sie nach dem Einschalten ihre volle Helligkeit erreichen, verstreichen ein bis zwei Minuten. Im Treppen­haus birgt diese vergleichs­weise dunkle Start­phase Gefahren und könnte im schlimmsten Fall sogar einen Sturz verursachen. Fazit: Die Leucht­stoff­lampentechnik funk­tioniert bei den meisten Spots nur suboptimal.

Tipp: Ein knappes Gut erreichte die Ikea Spar­sam. Sie können diese mit 6 Euro preis­werte Kompakt­leucht­stoff­lampe zum Ausleuchten relativ großer Flächen einsetzen.

Pro und kontra Halogenspots

Die Halogenglüh­lampen im Test leuchten dank verbesserter Technik effizienter als herkömm­liche. Einige trumpfen gleich mit „Eco“ im Namen auf. Das ist eine Über­treibung. Wegen der recht bescheidenen Licht­ausbeute beur­teilen wir die Umwelt­eigenschaften bestenfalls mit ausreichend.

Tipp: Bestnoten erzielen die Halogenspots bei den „Licht­tech­nischen Eigenschaften“. Das heißt: Wo es darum geht, Farbnuancen wie unterschiedliche Rottöne zu erkennen, haben die Halogenspots durch­aus eine Existenz­berechtigung. Im Vergleich von 12-Volt- und 230-Volt-Lampen schneiden die Nieder­volt­systeme mit Trafo besser ab. Aber: Je länger die Halogenspots täglich leuchten, umso eher lohnt sich der Austausch gegen gute LEDs.

Augen auf bei der Sockel­wahl

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E14-Schraubso­ckel. Passt in die Fassungen vieler Strah­lerleuchten. Für 230 Volt.

Energiespar­lampen Test

GU10-Steck­sockel. Die beiden „Füßchen“ sorgen für Halt in der Fassung. Für 230 Volt.

Spot­lampen bereiten Verbrauchern noch ein spezielles Problem. Wer Ersatz für eine kaputte sucht, hat vor den Verkaufs­regalen die Qual der Wahl zwischen mehreren verschiedenen Lampenso­ckeln (Fotos oben). In der Tabelle sind die Lampen nach diesen Sockel­typen sortiert (siehe Tabelle)

Anders als für Lampen, die ihr Licht in alle Richtungen strahlen, gibt es für die Spots noch keine Verordnung der Europäischen Union (EU). So bestehen bislang keine strengen gesetzlichen Anforderungen an die Deklaration. Die Anbieter nutzen diese Lücke: Nur auf 2 von 20 Spot­lampen finden Verbraucher zumindest befriedigende Infos zu Helligkeit, Schalt­festig­keit und anderen wichtigen Eigenschaften.

Die Zeit zum Wechseln ist reif

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GU5.3-Stiftso­ckel. Einfach einstecken und fest­klemmen oder fest­schrauben. Für 12 Volt.

Ob freihängende Decken­strahler oder Einbau-Spots im Bad: Licht­lieb­haber müssen nicht unbe­dingt neue Leuchten kaufen, um zu Stromsparern zu werden.

Tipp: Alle kaputten oder strom­fressenden 230-Volt-Lampen mit E14- oder GU10-Sockel können Sie problemlos gegen gute LED-Lampen auswechseln. Einzige Ausnahme: Falls es einen Dimmer gibt, bitte prüfen, ob die neue Lampe mit ihm harmoniert. Hinweise dazu liefert unsere Tabelle.

Bei Nieder­volt-Licht­systemen ist die Situation etwas komplizierter: Hier kommt es auch auf das passende Vorschalt­gerät (Trafo) an. Für LED-Licht­systeme sind spezielle Modelle im Angebot.

Tipp: Sie können LED-Lampen oft auch mit Ihrem alten Trafo betreiben. Achten Sie aber auf seinen Leistungs­bereich. Die Summe der Watt-Zahlen aller ange­schlossenen Lampen darf nicht geringer sein als die auf den Trafo gedruckte Mindest­leistung. Probieren Sie im Zweifels­fall aus, die alten Halogen­strahler nur zum Teil gegen LED-Spots zu tauschen. So profitieren Sie mit wenig Aufwand sofort von der Strom­ersparnis neuer Lampen.

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