Energiesparlampen Test

Halogenlampen geben warmes angenehmes Licht. Die Anbieter preisen sie nun als moderne Alternative zur Glühlampe. Doch das Versprechen geht nicht auf. test.de zeigt die besten Halogenlampen und sagt, warum Energiesparlampen meist besser sind.

Glühbirne verboten

Die gute alte Glühbirne hat ausgedient. Sie verbraucht zu viel Energie. Die EU plant den Verkaufsstopp in mehreren Schritten. Ab Herbst 2009 sollen zunächst alle Glühlampen mit mattem Glaskolben vom Markt. Auch die 100-Watt-Birne mit klarem Glas darf ab Herbst nicht mehr verkauft werden. Bis zum Jahr 2012 sollen weitere ineffiziente Glühlampen verschwinden. Strom sparen ist angesagt. Das haben die EU-Mitgliedsstaaten beschlossen.

Leuchtstoff spart Strom

Leuchtstofflampen sparen Strom. Bis zu 80 Prozent. Kompakte Modelle sind als Energiesparlampen bekannt. Doch ihr Licht ist nicht jedermanns Sache. Energiesparlampen können die Farben verfälschen. Ihr Licht ist nicht gleichmäßig über alle Wellenbereiche verteilt. Vor allem Rottöne können leiden. Rote Gegenstände erscheinen dann verfärbt. Aus Knallrot wird im schlimmsten Fall blasses Orange.

Halogen angenehm und warm

Als Alternative sind Halogenlampen im Angebot. Sie funktionieren nach demselben Prinzip wie Glühlampen. Ein Glühfaden aus Wolfram liefert das Licht. Unterschied: Der Glaskolben der Halogenlampe ist mit Schutzgas gefüllt. Das gibt es bei Glühlampen nicht. Das Gas enthält die Halogene Brom oder Jod. Sie schützen den Glühfaden, und die Lampe hält länger. Halogenlampen geben angenehmes warmes Licht.

26 Halogenlampen im Test

Halogenlampen mit Schraubsockel passen in jede herkömmliche Fassung. Sie arbeiten mit 230 Volt Netzspannung. Außerdem gibt es Halogenlampen mit verschiedenen Stift- und Stecksockeln: etwa G9 und GU10 für den 230-Volt-Betrieb. Diese Leuchtmittel setzen die passende Leuchte voraus. Preisgünstig und insgesamt effizienter sind Halogenlampen für den 12-Volt-Betrieb. Sie brauchen einen Trafo. Die kleinen 12-Volt-Lämpchen gibt es beispielsweise in den Größen G4 und GU5.3. Die Stiftung Warentest hat 26 Halogenlampen der verschiedenen Systeme untersucht. Ergebnis: In puncto Strom sparen und Umwelt schonen sind Halogenlampen bestenfalls befriedigend.

Länger haltbar als Glühlampen

Die Werbung gibt anderes vor. „Schalten Sie um auf Klimaschutz“, wirbt Osram für seine Halogen Energy Saver. Die Halogenlampe in Glühbirnenform passt in jede herkömmliche E27-Fassung. Osram verspricht die doppelte Lebensdauer. Eine normale Glühbirne brennt für etwa 1 000 Stunden. Die Halogen Energy Saver von Osram soll 2 000 Stunden halten. Im Test erreicht die Halogenlampe sogar 2 350 Stunden. Dann lässt ihre Helligkeit deutlich nach. Zum Vergleich: Gute Energiesparlampen kommen auf 10 000 Betriebsstunden und mehr.

Energieklasse stimmt nicht

Osram nennt für seine Halogen Energy Saver eine Stromersparnis von bis zu 30 Prozent und Energieklasse C. Das löst die Halogenlampe im Test nicht ein. Die Energy Saver erfüllt nur die Kriterien der Energieklasse D. Für Klasse C reicht die Lichtausbeute der Halogenlampe nicht. Auch die Stromersparnis fällt niedriger aus als angegeben. Im Test etwa 17 Prozent. Qualitätsurteil: mangelhaft – wegen falscher Deklaration. Ähnliches gilt für die 230-Volt-G9-Stecksockellampen von Nice Price und Paulmann: Auch hier stimmt die auf der Packung angegebene Energieklasse nicht. Nice Price und Paulmann nennen Klasse D, liefern aber nur Klasse G.

Ersparnis bis 44 Prozent

Am wenigsten Strom verbrauchen die 12 Volt-Reflektorlampen Osram Decostar und Philips EcoHalo. Im Vergleich zu einer normalen Glühlampe mit Reflektor sparen sie bei gleicher Helligkeit etwa 44 Prozent Strom. Für Halogenlampen ein guter Wert. Im Vergleich mit Energiesparlampen aber recht mau. Energiesparlampen sparen bei gleicher Helligkeit bis zu 80 Prozent. Die Stärke der Halogenlampen ist ihre gute Farbwiedergabe. Beim Energiesparen sind sie bestenfalls zweiter Sieger. Einige 230-Volt-Modelle verbrauchen sogar mehr Strom als herkömmliche Glühlampen.

Test:  28 Energiesparlampen im Test

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