Energiesparlampen: Stilvoll sparen

Energiesparlampen Test

Hübsch im Flur: Die Kerzenform.

Energiesparlampen haben nach wie vor Macken. Doch es werden weniger. Im Design haben die Lampen aufgeholt. Und langfristig spart man eine Menge Geld.

Blätter fallen. Die Tage werden kürzer. Statt im Biergarten macht man es sich wieder daheim auf dem Sofa gemütlich – mit einer Tasse Tee und anheimelndem Licht. Aber nicht nur an langen Herbstabenden sind Energiesparlampen eine sinnvolle Alternative zur Glühlampe. 26 haben wir getestet.

Sie kosten zwischen 1,80 Euro und 15,90 Euro. Schaut man auf diese Kaufpreise, bleibt die Frage: Lohnt es sich, die Wohnung umzurüsten? Immerhin werben Hersteller mit der „wirtschaftlichen Glühlampenalternative“.

Es lohnt sich, wie eine Beispielrechnung zeigt. Mit einer Energiesparlampe (7,50 Euro, 15 Watt) spart man im Vergleich zur Glühlampe (1 Euro, 60 Watt) bei einer Lebensdauer von 12 000 Stunden stolze 75 Euro. Denn die Sparlampe wandelt gut 25 Prozent der eingesetzten Energie in Licht um, eine Glühlampe nur 5 bis 10 Prozent. Selbst wenn man die abnehmende Helligkeit von Energiesparlampen berücksichtigt, verbrauchen sie somit rund viermal weniger Strom.

Und Energiesparlampen leben länger. Sogar die schwächsten der elf bereits aus dem Test ausgeschiedenen Kandidaten brannten mit gut 2 000 Stunden doppelt so lange wie eine Glühlampe. Der Rest ist mittlerweile bei 9 700 Stunden Brenndauer angekommen. Und meist schon ab 1 800 bis 2 200 Betriebsstunden machen sich die Lampen bezahlt. Die für ihre Herstellung eingesetzte Energie haben die Sparlampen schon nach etwa 40 Stunden Brenndauer wieder eingespart.

Weil wir natürlich wissen wollen, welche Lampen die Spitzenwerte von 15 000 Stunden erreichen, lassen wir sie weiterbrennen. Das Ergebnis werden wir in einigen Monaten veröffentlichen.

Im Flur: Kerzenform für die Wand

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Im Deckenfluter brennt „Glühlampendesign“. Probleme gibts mit Rottönen.

Bis dahin zeigt erst einmal ein Wohnungsrundgang, wo welche Energiesparlampe am besten einzusetzen ist. Schon im Flur wartet die erste Überraschung: Energiesparlampen im Kerzendesign. Noch vor einigen Jahren gab es das nicht. Es dominierte die „gefaltete“ Leuchtstoffröhre, als Stabform jetzt im Test. Nun kommt eine große Familie mit den unterschiedlichsten Rundungen dazu.

Im Wohnzimmer: Rottöne verfälscht

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Der Seidenballon im Schlafzimmer versteckt Lampen in traditioneller Stabform.

Kann die Energiesparlampe im Flur mit der Form punkten, so wird im Wohnzimmer ihre größte Schwäche offenbar: Ihr Licht verfälscht Rottöne, lässt Kirschholz-Anrichte und Designerteppich in Bordeaux kränklich blass-braun aussehen. Selbst die besten im Test hinken hier deutlich hinter jeder x-beliebigen Glühlampe her. Verbesserungen wären technisch kein Problem, würden aber auf Kosten der Lichtausbeute und werbewirksamer Umrechnungstabellen gehen. Wem freilich nichts an hoher Farbtreue liegt oder wer schlichtweg nüchtern eingerichtet ist, wird dank der Formenvielfalt auch eine Energiesparlampe fürs Wohnzimmer finden.

In den schicken Deckenfluter am Sofa beispielsweise passen Typen in Birnenform, „Glühlampendesign“ genannt. Die gebogene Leuchtstoffröhre verbirgt sich hier unter einem opalisierten Überkolben. Sein Vorteil: Er unterstützt die „Rundum“-Abstrahlung und lässt das Licht milder erscheinen als bei Sparlampen in Stabform. Außerdem schön fürs Wohngefühl: Um die Helligkeit der Stimmung anzupassen, gibt es Energiesparlampen mit der Möglichkeit, das Licht zu dimmen. Wir hatten sie nicht im Test.

Im Schlafzimmer: Licht statt Wärme

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In der Küche wirkt die Kugelform gut. Wichtig: Warmweiße Lichtfarbe wählen.

Für Nachttischleuchten mit offenem Schirm bieten sich birnenförmige Energiesparlampen an. In den Seidenballon an der Decke dagegen passt ruhig mal die traditionelle Stabform – schließlich sieht man sie nicht. Unter den 18 Stabformen im Test konnten die 15-Watt-Lampe von GE (1,9) sowie die 11-Watt-Lampe Megaman 2000 (2,1) mit einem „Gut“ am meisten überzeugen. Ein weiterer Vorteil, speziell für schicke Lifestyle-Leuchten aus hitzeanfälligen Materialien: Warnungen am Lampenschirm wie „höchstens 60 Watt“, die zu großer Wärmeentwicklung vorbeugen sollen, interessieren nicht mehr. Sie gelten nur für Glühlampen, die Licht durch eine glühende Wolframwendel erzeugen. Energiesparlampen aber machen hell, weil die Leuchtstoffschicht auf der Innenseite ultraviolette Strahlung in sichtbares Licht umwandelt.

Gut zu wissen, gerade fürs Schlafzimmer: Krimi lesen bis tief in die Nacht ist mit Energiesparlampen kein Problem mehr. Flimmern ist seit Einführung elektronischer Vorschaltgeräte passee.

In der Küche: Warmweiß und rund

Energiesparlampen Test

Wo sofort Helligkeit verlangt wird wie im Bad, muss die Vorheizphase kurz sein.

Soll die Energiesparlampe in die typische Küchenleuchte über der Essecke, ist die Kugelform die beste Lösung. Sie sieht selbst dann noch schön aus, wenn sie einem direkt vor der Nase baumelt.

Für die Essecke in der Küche gilt wie auch für Wohn- und Schlafzimmer: Die Lampe muss eine warmweiße Lichtfarbe haben. Kaltlichtlampen würden die Räume nüchtern und unfreundlich erscheinen lassen. Sparlampen mit warmweißem Licht erkennt der Käufer an der Bezeichnung 2 700 oder 3 000 Kelvin auf dem Karton. Für die Lichttemperatur gilt: Je niedriger die Kelvinzahl, desto wärmer und glühlampenähnlicher erscheint das Licht.

Wer sich am Küchentisch zum Zwiebelschneiden niederlässt, sollte wissen, dass Sparlampen stärker als Glühlampen im Laufe ihrer Lebensdauer ihre Leuchtkraft einbüßen. Deshalb sollte man beim Kauf daran denken und lieber einen etwas höheren Wattwert wählen.

In der Gästetoilette: Bitte warten

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Fürs Treppenhaus zählt Schaltfestigkeit.

Mal eben schnell einen kurzen Blick in den Spiegel werfen? Unser Test macht klar, warum nicht jede Energiesparlampe die erste Wahl für die Gästetoilette ist: Anders als Glühlampen leuchten sie nicht sofort auf. Mit unseren Testlampen am Waschtisch-Spiegel müssten Gäste nach Drücken des Lichtschalters im schlechtesten Fall 2,7 Sekunden warten, um zu überprüfen, ob die Frisur sitzt. Auch das lässt sich noch verschmerzen.

Diese Vorheizphase kann aber mit nur 0,37 Sekunden auch deutlich kürzer sein. Das ist bequemer und kaum wahrnehmbar. Die Vorheizphase aber ist Voraussetzung für eine lange Lebensdauer, vor allem für hohe Schaltfestigkeit. Das ließ sich im Test an den acht Lampen sehen, die ohne Verzögerung ansprangen, teils mit vermindertem Lichtstrom, teils mit ganzer Leistung: Sie gaben vor allen anderen auf. Erstaunlicherweise ist nicht nur bei vier der fünf eher preisgünstigen Maxi-Lux-Lampen auf die schonende Vorheizphase verzichtet worden. Auch alle drei geprüften Philips-Fabrikate, die 8-Watt-Lampe von Osram mit kleinem Schraubsockel und die 15-Watt-Lampe von Sylvania lassen sie vermissen.

Im Treppenhaus: Schaltfestigkeit

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Bei Dauerbeleuchtung im Außenbereich ist der Sparfaktor besonders groß.

Im Treppenhaus sollten die Lampen nicht nur eine kurze Vorheizphase haben, sondern auch schnell mit voller Stärke strahlen. Vier Testteilnehmer eignen sich dafür nicht: Osram Longlife 15 Watt, Osram 7 Watt und Osram 8 Watt sowie Megaman Globe 15 Watt brauchten mehr als zwei Minuten, bis sie 80 Prozent ihrer Helligkeit abgaben.

Dass das Licht im Treppenhaus häufig ein- und wieder ausgeschaltet wird, ist kein Hindernis mehr, Energiesparlampen zu verwenden: Mehr als ein Jahr lang haben wir die Lampen im Test (jeweils fünf Prüflinge) ein- und nach 30 Sekunden ausgeknipst, um sie viereinhalb Minuten später wieder einzuschalten. Immerhin acht Lampen liegen nach mehr als 116 000 Schaltzyklen derzeit noch mit allen fünf Exemplaren im Rennen.

Am frühesten verabschiedet hat sich die 15-Watt-Lampe von Maxi Lux nach nur 29 Stunden effektiver Brennzeit. Geht man davon aus, dass das Licht im Treppenhaus am Tag im Schnitt 30 Mal bedient wird, hätte sie nach nicht einmal vier Monaten schlapp gemacht.

Im Garten: Willkommen zur Party

Auch farbige Energiesparlampen im Glühlampenlook, wie gemacht für die Gartenparty, sind im Handel. Für den Außeneinsatz gut zu wissen: Bei Energiesparlampen ist der Lichtstrom abhängig von der Umgebungstemperatur. Deshalb eignen sich die Testkandidaten, die wir im Punkt „Helligkeit bei 0 Grad Celsius“ positiv bewertet haben, am besten für den Einsatz draußen. Doch bei Zimmertemperatur verschenken sie Lichtstrom, das heißt, sie scheinen nicht so hell.

Trotz hoher Lebenserwartung haben auch Energiesparlampen irgendwann einmal ausgedient und müssen entsorgt werden. Sie gehören aber nicht in den Hausmüll. Denn außer Glas und umweltverträglichen Stoffen enthalten sie etwa 5 Milligramm Quecksilber. Auch diese kompakten Modelle müssen deshalb wie alle anderen Leuchtstofflampen als Sondermüll zum Recycling gegeben werden. Im Aufbereitungsprozess wird das Quecksilber dann fachmännisch entsorgt.

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