Energiesparen Meldung

Die Bundesregierung belohnt Energiesparer derzeit mit großzügigen Geldgeschenken. Modernisierer können bis zu 10 000 Euro kassieren.

Juli 2008. Die Förderampel des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) im Internet steht auf Grün. Darunter ist zu lesen: „Momentan stehen noch 80,3 Prozent der Mittel zur Verfügung.“ In den vergangenen Jahren waren die – knapperen – Fördermittel für Energiesparer im Sommer oft bereits fast ausgeschöpft. Jetzt wurde kräftig aufge­stockt – ein Zeichen für die Bedeutung, die die Bundesregierung heute dem Klimaschutz einräumt. „Wir haben dieses Jahr 350 Millionen Euro Fördermittel zu vergeben. Nächstes Jahr sind es sogar 500 Millionen“, sagt Gerhard Schallenberg, Leiter Erneuerbare Energien beim Bafa.

Konditionen und Kleingedrucktes

Energiesparen Meldung

Lange hat er mit seinen Mitarbeitern dar­über gebrütet, wie sie die von der Bundesregierung bereitgestellten Gelder sinnvoll verteilen können. Entstanden ist dabei eine Richtlinie, die sich bei den erneuerbaren Energien sehr spendabel zeigt, wenn ihr Einsatz besonders effektiv ist: Das ist der Fall, wenn sie miteinander kombiniert werden und in gut gedämmten Häusern genutzt werden. Für ein echtes Energiesparhaus kann es so fast 10 000 Euro geben.

Herausgekommen ist auf der anderen Seite aber auch eine Richtlinie, die Laien kaum noch durchblicken können. Ohne pfiffigen Installateur, der dabei hilft, den Antrag zu stellen, ist das Förderprogramm des Bafa eine gewisse Hürde. Doch auch andere Geldgeber wie die staatliche Förderbank KfW konfrontieren ihre Antragsteller erst einmal mit einem Haufen Kleingedrucktem, bevor sie die Fördergelder herausrücken.

Auf den folgenden Seiten geben wir deshalb einige Hinweise, welche Förderung möglich ist. So können Sie leicht feststellen, ob Sie mit einer finanziellen Unterstützung für eine geplante Investition rechnen können.
Tipp: Die Förderrichtlinien für den Neubau werden voraussichtlich verschärft, denn ab 2009 ist bereits für Standardneubauten eine bessere Dämmung und die Nutzung erneuerbarer Energien gesetzlich vorge­schrieben. Beantragen Sie die Fördermittel deshalb möglichst noch dieses Jahr, wenn Ihr Neubau die neuen Anforderungen nicht deutlich übererfüllen wird.

Kredit oder Zuschuss

Der wichtigste Geldgeber für Energiesparmaßnahmen ist die bundeseigene KfW-Bank – zumindest für diejenigen, die die Ausgaben nicht vom Ersparten bestreiten können. Denn die KfW vergibt zinsvergünstigte Kredite. Im Programm „Wohnraum Moder­nisieren“ fördert sie einzelne Investitionen wie die Erneuerung der Heizung. Je nachdem, ob es sich dabei um eine „Standard-Maßnahme“ oder eine „Öko-Plus-Maßnahme“ handelt, kostet der Kredit bei 20 Jahren Laufzeit und 10 Jahren Zinsbindung derzeit zwischen 4,73 und 5,53 Prozent effektiv (Stand 1. Juli 2008). Günstiger sind die Zinsen im CO2-Gebäudesanierungsprogramm. Kredite mit 20 Jahren Laufzeit und 10 Jahren Zinsbindung kosten hier derzeit 3,39 Prozent effektiv. Dafür muss der Hausbesitzer aber auch die große Rundum­sa­nierung anpacken. Nur wer mindestens drei Maßnahmen wie Fassadendämmung, Dachdämmung und Heizungserneuerung gleichzeitig durchführt, kann sie mit dem günstigen Kredit finanzieren.

Noch besser ist es, wenn das Haus nach der Sanierung nur noch so viel Energie benötigt wie ein vergleichbarer Neubau. Dann bekommt der Kreditnehmer einen Teil seiner Schulden erlassen: Hält er die für Neubauten geltenden Grenzwerte ein, bekommt er 5 Prozent Tilgungszuschuss. Senkt er den Energiebedarf um weitere 30 Prozent, werden ihm sogar 12,5 Prozent der Schulden erlassen. Die maximale Kreditsumme beträgt 50 000 Euro.

Auch wer sich für seine Energiesparmaßnahmen kein Geld leihen muss, geht bei der KfW nicht leer aus. Statt zinsgünstiger Darlehen bekommt er von der Förderbank Zuschüsse – vorausgesetzt er senkt den Energiebedarf seines Hauses deutlich (siehe Wärmedämmung).

Für den Neubau besonders gut gedämmter Häuser vergibt die KfW ebenfalls zinsgünstige Kredite. Auch hier gilt: Je geringer der Energiebedarf des Hauses, desto günstiger der Zins. Für den Bau eines Passivhauses beispielsweise verleiht die KfW im Programm „Ökologisch bauen“ 50 000 Euro für derzeit 4,73 Prozent effektiv bei 20 Jahren Laufzeit und 10 Jahren Zinsbindung.
Tipp: Die Fördermittel der KfW müssen vor Beginn der Bauarbeiten beantragt werden. Einzelheiten zu den KfW-Programmen und den aktuellen Zinssätzen erfahren Sie im Internet unter www.kfw-foerderbank.de oder unter Telefon 0 180 1/33 55 77.

Basis und Bonus

Zusätzlich zu den KfW-Krediten gibt es im „Marktanreizprogramm“ des Bafa Zuschüsse für thermische Solaranlagen, Pelletheizungen und Wärmepumpen (siehe Kästen). Für alle gibt es eine Basisförderung, für Pelletheizungen und für Kombisolaranlagen, die auch die Heizung unterstützen, unter Umständen zusätzlich einen „Effizienzbonus“. Entscheidend sind das Baujahr und der Wärmebedarf des Hauses.

In Stufe I erhöht sich die Basisförderung um 50 Prozent. Sie gilt für Häuser, deren Bau vor 1995 genehmigt worden ist und deren Wärmeverlust nach der Sanierung nicht höher liegt als der eines Standardneubaus. Häuser späteren Baujahres müssen mindestens 30 Prozent weniger Energie verbrauchen.

Noch besser gedämmte Häuser bekommen den Effizienzbonus Stufe II: Hier verdoppelt sich die Basisförderung sogar. Vor­aussetzung dafür ist, dass der Wärmeverlust eines vor 1995 genehmigten Hauses anschließend 30 Prozent niedriger liegt als der eines Standardneubaus. Jüngere Häuser müssen den Wert um mindestens 45 Prozent unterschreiten.

Besitzer eines weniger gut gedämmten Eigenheims können statt des Effizienzbonus zusätzlich zur Basisförderung noch 750 Euro „Kombinationsbonus“ einstreichen. Dafür müssen sie allerdings ihre Solaranlage mit einer Wärmepumpe oder einer Pelletheizung kombinieren. Außerdem belohnt das Bafa den Einbau stromsparender Heizungspumpen: Für eine effiziente Umwälzpumpe gibt es 200 Euro Zuschuss, für eine sparsame Solarpumpe 50 Euro.
Tipp: Anträge nimmt das Bafa bis zu sechs Monate, nachdem die Anlage in Betrieb ist, entgegen. Infos unter 0 61 96/90 86 25 oder www.bafa.de. Erkundigen Sie sich aber vor dem Kauf, ob die Anlage die geforderten Mindestgrößen und Qualitätskriterien erfüllt.

Land und Kommunen

Eine weitere dicke Finanzspritze für Energiesparmaßnahmen kann vom Land, von der Kommune und nicht selten auch vom örtlichen Energieversorger kommen. Hier sind die Bedingungen aber von Region zu Region sehr unterschiedlich. Während in Ländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hessen Eigenheimbesitzer nicht viel zu erwarten haben, heben sich andere Länder wie Thüringen, Saarland oder Rheinland-Pfalz durch teilweise recht umfangreiche Förderprogramme hervor.

Auch Kommunen haben zum Teil eigene Förderprogramme, besonders die Städte. Zum Beispiel Freiburg: Für Solaranlagen können Bürger hier bis zu 2 800 Euro Zuschuss kassieren. Oder Hannover: Hier blättert die Stadt ihren Bürgern 6 000 Euro für Passivhäuser hin. Und in Puchheim bei München kann es sogar für den Einbau von Thermostatventilen einen Zuschuss geben. Bares Geld wert sind oft auch die Zuschüsse der örtlichen Energieversorger. Sie verteilen vielerorts – etwa in Bremen, Koblenz oder Magdeburg – mehrere Hundert Euro, wenn die Heizung auf Erdgas umgestellt wird. Für eine Solaranlage gibt es unter anderem in Berlin, Bremen, Freiburg oder Aachen Geld vom Energieversorger.
Tipp: Die Programme von Ländern, Gemeinden und Energieversorgern ändern sich laufend. Welche Maßnahme in Ihrem Postleitzahlenbezirk von wem wie gefördert wird, erfahren Sie aktuell am besten unter www.energiefoerderung.info.

Berater und Bezahlung

Eine umfassende Modernisierung seines Hauses sollte niemand ohne vorherige Beratung planen. Wie dick muss eine Dämmung sein? Welcher Dämmstoff ist geeignet? Welches Heizsystem ist das beste? Müssen die Fenster wirklich raus? Fragen wie diese beantwortet der Energiesparberater. Auch er wird gefördert. Das Bafa unterstützt die „Vor-Ort-Beratung“. Hier erfasst der Berater ausführlich den Ist-Zustand des Hauses, schlägt mehrere Varianten für eine Modernisierung vor, rechnet Kosten, Fördermittel und Wirtschaftlichkeit der Varianten durch. Das kann für ein Einfamilienhaus zwar rund 750 Euro kosten, aber davon bezahlt das Bafa 300 Euro. Macht der Berater auch eine thermografische Unter­su­chung, kann er zusätzlich 100 Euro bekommen. Und gibt er auch Tipps zum Stromsparen, noch einmal 50 Euro. Den Zuschuss beantragt der Berater. Eine Liste mit Antragsberechtigten finden Sie unter www.bafa.de.

Billiger als die Vor-Ort-Beratung und in vielen Fällen ausreichend ist die Energieberatung der Verbraucherzentralen (VZ). Dank eines Zuschusses vom Bundeswirtschaftsministerium kostet sie nur 5 Euro. Kommt der Berater ins Haus, sind es 45 Euro. Termine für die VZ-Beratung gibt es unter 0 90 01/3 63 74 43 (14 Cent/Minute) oder unter verbraucherzentrale-energieberatung.de.
Tipp: Förderungsberechtigte Berater müssen zwar eine Qualifizierung nachweisen, doch besser ist es, sie nach ihren Spezialgebieten zu fragen. So können Sie sicher sein, passende Antworten zu bekommen.

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