Energieeffizienzklassen von Klimageräten Meldung

Viele Klimageräte werben mit Hinweisen wie "voll ökologisch" und "hoch effizient". Doch die Energie­effizienz­klassen für Klima­geräte haben einen Haken. Die Skalen für mobile Monogeräte und fest eingebaute Splitgeräte sind nicht dieselben. Das Ergebnis: Verwirrende, beschönigende Aufkleber auf den Strom­fressern. test.de klärt auf.

Monogeräte für Holland

Holländische Fenster eignen sich prima für mobile Klimageräte. Denn sie werden nicht aufgeklappt, sondern nach oben geschoben. So können Holländer ihre Fenster einen kleinen Schlitz öffnen, um den Abluftschlauch des Klimageräts nach draußen zu hängen. Den übrigen Schlitz dichten sie mit Klappen oder Schiebern ab. Auf diese Weise kühlen die sogenannten Monoblockgeräte kleine Räume halbwegs effizient.

Schlechte Energieeffizienz

Anders in Deutschland: Hierzulande lassen sich Fenster entweder aufklappen oder anlehnen. Wenn der dicke Abluftschlauch des Klimageräts zum Fenster hinaushängt, stehen drei Seiten des Fensters offen. Diese abzudichten, ist nur mit hohem Aufwand möglich. Folglich strömt permanent warme Luft in den Raum zurück. So schaffen Monogeräte selbst im Dauerbetrieb nur geringe Temperaturunterschiede. Mit Energieeffizienz hat das nichts zu tun. Trotzdem dürfen Hersteller und Händler ihre mobilen Klimageräte mit guten - unter wenig realistischen Bedingungen gemessenen - Energielabeln bewerben.

Kein Vergleich möglich

Zweiteilige Splitgeräte gehen effizienter mit Energie um. Sie sind fest installiert. Durch ein Loch in der Wand transportiert eine dünne Rohrleitung die Wärme per Kältemittel nach draußen. So kann keine warme Luft zurück­strömen und der Raum wird spürbar kühler. Das verwirrende: Das Energielabel beurteilt zweiteilige Splitgeräte nach anderen Maßstäben als Monoblockgeräte. Bei gleicher Energieeffizienzklasse bringen Splitgeräte meist mehr Abkühlung als Monogeräte. Fazit: Die Energielabel von Mono- und Splitgeräten lassen sich nicht miteinander vergleichen.

B ist besser als A

Im Handel führt das zu absurden Situationen: Monoblockgeräte der Energieeffizienzklasse A stehen direkt neben Splitgeräten der Klasse B. Doch die Label gestatten nur Vergleiche innerhalb der jeweiligen Bauart - Monogeräte mit Monogeräten und Splitgeräte mit Splitgeräten. Im Alltag kühlt ein gutes Splitgerät der Klasse B meist effizienter als ein Monoblockgerät mit dem besten Energielabel. Verlässliche Informationen über gute und weniger gute Klimageräte liefert der Test.

Verbraucherzentralen mahnen ab

Die Verbraucherzentralen haben nun 35 Hersteller und Händler von Klimageräten abgemahnt. Sie hatten Energieeffizienz und Verbrauch falsch oder gar nicht gekennzeichnet. Manche warben mit Hinweisen wie "voll ökologisch" oder "hoch effizient", obwohl der Stromverbrauch dieser Geräte besonders hoch ist. Extremes Beispiel auf der Liste der Verbraucherzentralen: Sie verklagten den Hersteller De'Longhi, weil er eines seiner Klimageräte als "Öko" bezeichnete, obwohl es in die Energieeffizienzklasse E eingruppiert ist.

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