Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Knapp drei Wochen vor der Bundes­tags­wahl verschenkt das Bundes­wirt­schafts­ministerium Gutscheine für eine Energieberatung im Wert von 250 Euro. Die ersten 1 000 Haus­besitzer, die sich melden, kommen in den Genuss dieser Gutscheine. test.de erklärt, worum es geht und wie es funk­tioniert.

Eile ist geboten

Im Rahmen einer bis zum Ende des Jahres befristeten „Sonder­aktion“ verschenkt das Bundes­wirt­schafts­ministerium ab sofort Gutscheine für eine Energieberatung. Die ersten 1 000 Haus- und Wohnungs­besitzer, die sich beim Bundes­amt für Wirt­schaft und Ausfuhr­kontrolle (Bafa) melden, bekommen 250 Euro ausbezahlt. Sie müssen dafür einen Energieberater engagieren, der die Förderung beim Bundes­amt beantragt. Nach erfolgter Beratung muss der Experte den Gutschein und die Unterlagen über den Verwendungs­nach­weis beim Bafa einreichen.

Energieberatung vorüber­gehend doppelt gefördert

Wer sein Haus energieeffizient sanieren will, bekam vom Staat schon bislang die Hälfte der Kosten für einen Energieberater bezahlt – höchs­tens jedoch 400 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser oder 500 Euro für Mehr­familien­häuser. Durch den Gutschein wird die Energieberatung für den Immobilien­besitzer also noch billiger. Die 250 Euro gibt es „on top“ – das heißt, zusätzlich zu der Förderung, die das Bafa nach der Richt­linie für die Förderung der Energieberatung in Wohn­gebäuden vor Ort direkt an qualifizierte Energieberater auszahlt.

Experten­liste hilft bei der Suche nach Beratern

Der Gutschein richtet sich, wie das Bundes­amt mitteilt, „vorrangig an Eigentümer von Wohn­gebäuden“ und kann von diesen über die Internetseite der Bafa elektronisch abgerufen werden. Mithilfe der Energieeffizienz-Expertenliste können qualifizierte Energieberater in der näheren Umge­bung gefunden werden.

Welche Sanierungs­maßnahmen sind sinn­voll

Ziel der Förder-Offensive ist laut Bundes­regierung, bis zum Jahr 2050 einen weit­gehend klima­neutralen Gebäude­bestand zu haben. 1 000 sanierte Immobilien mehr dürften da aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. Immerhin: Die Sonder-Gutscheine können ab sofort abge­rufen werden. Und wer keinen mehr bekommt, kann sich immer noch über­legen, ob er nicht die herkömm­liche Förderung in Anspruch nehmen will. Für Haus­eigentümer, die ohnehin modernisieren wollen, könnte die Gutschein-Aktion ein will­kommener Anlass sein, jetzt schnell einen Energieberater aufzusuchen. Für ein Einfamilien­haus kostet die Vor-Ort-Energieberatung oft zwischen 800 und 1 000 Euro. Mit Gutschein sinkt der Eigen­anteil auf nur noch 150 bis 350 Euro. Dafür erhält der Eigentümer ein ausführ­liches Gutachten darüber, welche Sanierungs­arbeiten am Haus sinn­voll und wirt­schaftlich sind.

Übrigens: Die Stiftung Warentest hat die Arbeit von Energieberatern anhand einiger Beispiele untersucht. Die Ergeb­nisse waren zum Teil ernüchternd oder sogar ärgerlich. Unsere Tipps helfen Ihnen, einen geeigneten Berater zu finden. Ausführ­liche Informationen zur Gebäudesanierung finden sie außerdem im kostenlosen Special Was Modernisierer wissen müssen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 9 Nutzer finden das hilfreich.