Energie sparen

Richtig lüften: Frisch­luft muss rein

Beim Duschen, Kochen und Waschen entsteht Luft­feuchtig­keit, die nach draußen entweichen muss. Ungefähr alle zwei Stunden sollten Sie die Raum­luft einmal erneuern. In älteren Gebäuden über­nehmen undichte Fenster und Ritzen unter den Türen bereits einen Teil dieses Luft­austauschs. In gut gedämmten Häusern gelangt dagegen keine Luft durch Fugen und Ritzen. Je luft­dichter ein Gebäude ist, desto wichtiger ist regel­mäßiges und bewusstes Lüften der Räume.

Inhalt

Mit geschlossenem Fenster lüften

Zu einem richtigen Energiespar­haus gehört auch eine ordentliche Lüftungs­anlage. Diese sorgt nicht nur für angenehmes Raumklima, sondern regelt auch die Zufuhr von ausreichend Frisch­luft und nutzt die Rest­wärme der Abluft. Durch die konstant frische Luft im Haus sinkt darüber hinaus die Gefahr der Schimmelpilz­bildung. Folgende Arten von Lüftungs­anlagen stehen zur Auswahl: dezentrale und zentrale Systeme sowie Abluft­anlagen:

  • Dezentrale Lüftungs­geräte: Sie versorgen einzelne Räume mit Frisch­luft, in denen besondere Lüftungs­probleme bestehen. Sinn­voll ist der Einsatz zum Beispiel in Räumen mit hoher Luft­feuchtig­keit und Kältebrü­cken an der Außenwand, in Küchen oder anderen Räumen mit regel­mäßiger starker Luft­verschmut­zung wie zum Beispiel in Raucher­zimmern. Da dezentrale Lüftungs­geräte nur in einzelnen Räumen angebracht werden, eignen sie sich auch für den nach­träglichen Einbau in bestehenden Gebäuden. In der Regel werden sie neben dem Fenster oder im Bereich der Fens­terbank montiert. Dezentrale Zu- und Abluft­geräte eignen sich auch für die Wärme­rückgewinnung: Hier entzieht die Anlage der Abluft einen Groß­teil ihrer Wärme und heizt damit gleich die ins Haus strömende Außen­luft auf. Das spart Heiz­kosten. Dezentrale Lüftungs­geräte gibt es ab 550 Euro.
  • Abluft­anlagen: Bei einer Abluft­anlage saugt ein Ventilator Luft aus stark belasteten Bereichen wie Küche, Bad und WC ab und bläst sie über einen Kanal nach außen. Im Gegen­zug befinden sich in Wohn- und Schlafräumen Luft­einlässe, durch die frische Luft nach­strömen kann. Um den Luft­austausch inner­halb der Wohnung zu gewähr­leisten, müssen die Innentüren ausreichend große Luft­schlitze oder die Zwischenwände Luft­durch­lässe haben. Zentrale Abluft­anlagen sind eine preis­werte Lösung für die Gebäudesanierung, da sie ohne umfang­reiche Zuluft­kanal­systeme auskommen. Allerdings stört viele Bewohner der Betrieb der Ventilatoren. Außerdem ist bei Abluft­anlagen die Wärme­rückgewinnung nicht üblich. Für Energiesparer sind sie daher nicht zu empfehlen.
  • Zentrale Lüftungs­geräte: Diese Anlagen saugen ebenfalls die verbrauchte Luft mit einem Ventilator aus den Feuch­träumen. Gleich­zeitig leitet ein zweiter Ventilator Außen­luft über Luft­kanäle in die Wohn- und Schlafräume. Da Zu- und Abluft durch einen Wärmetauscher müssen, eignen sich solche Anlagen gut für Energiesparhäuser. Je nach Effizienz des Wärmetauschers sind Wirkungs­grade von bis zu 95 Prozent möglich. Die Außen­luft kann also fast die gesamte Wärme aus der Abluft aufnehmen. Die Zuluft ist damit fast so warm wie die Raum­temperatur. Das spart nicht nur Energie, sondern erhöht auch die Behaglich­keit. Eine zentrale Lüftungs­anlage mit Wärme­rückgewinnung und Luft­verteil­system kostet mehrere Tausend Euro.

Mit offenem Fenster lüften

Wer keine Lüftungs­anlage installieren kann oder will, muss selbst regel­mäßig für Frisch­luft sorgen. Einige Ratschläge zum energiesparenden Lüften:

  • Stoß­lüften. Die intelligenteste Art zu lüften ist das weit geöff­nete Fenster und möglichst auch mit Durch­zug zu einem anderen Fenster am anderen Ende der Wohnung. So reichen meist fünf Minuten für den voll­ständigen Luft­austausch.
  • Auf Kippe. Die Wirkung von angekippten Fens­tern ist dagegen bescheiden. Für den Luft­austausch brauchen sie etwa fünf­mal so lange wie bei der Stoß­lüftung. In der kalten Jahres­zeit ist das problematisch, da die Frisch­luft in einige Wohn­bereiche kaum vordringt, dafür aber Wand und Boden in Fens­ternähe stark auskühlen. Das erhöht das Risiko der Schimmel­bildung. Außerdem ist winterliche Dauer­lüftung Energieverschwendung.
  • Mehr­mals täglich. Lüften Sie vier- bis fünf­mal täglich. Öffnen Sie die Fenster auch zusätzlich nach dem Duschen und Kochen, damit der Wasser­dampf abziehen kann.
  • Tür zu. Halten Sie beim Duschen, Baden und Kochen die Verbindungs­türen zur Wohnung geschlossen und öffnen Sie die Fenster anschließend. So verteilt sich die feucht­warme Luft nicht in der ganzen Wohnung.
  • Wäsche. Lüften Sie Räume, in denen Wäsche trocknet, noch häufiger. Im Sommer ist Dauer­lüftung oder Trocknen im Freien sinn­voll.

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10 Kommentare Diskutieren Sie mit

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muellerchristine am 08.12.2020 um 15:21 Uhr
Heizkörpernische dämmen – Tipps und Kosten

Ein guter Tipp der @Stiftung Warentest!
Ja, ich finde auch, selbst wenn der Tipp aus 2010 stammt, er hat nichts an Aktualität verloren. In meinem neuesten Blog-Beitrag (Dezember 2020) "Heizkörpernische dämmen – Tipps und Kosten" zum Thema >>Heizkosten sparen und mehr Wärme im Zimmer<<, habe ich gleich zu Beginn auf diesen Tipp der @Stiftung Warentest verwiesen. In meinem Beitrag zeige ich am eigenen Beispiel meiner Mietwohnung mit vielen Bildner und ausreichenden Worten, Dämmung geht und lohnt sich immer! Meine beiden Untermieter und ich merken zwar den Mehrwert an Wärme körperlich schon sofort! Aber den finanziellen Nutzen sehen wir erst bei der Heizkostenabrechnung in 2022! Aber immerhin, es ist kuschliger und die Investition von unter 60,00 EUR war schon jetzt SEHR LOHNENSWERT!
https://mueller-christine.de/2020/12/08/heizkoerpernische-daemmen-tipps-und-kosten/

Profilbild Stiftung_Warentest am 08.11.2019 um 09:46 Uhr
Wie viel Platz ist ausreichend hinter der Heizung?

@BayernPauli: Wenn sich die Heizkörper vor bislang ungedämmten Außenwänden befinden, macht der Einbau des mit Alu kaschierten Dämmmaterials durchaus Sinn. Selbst wenn die 10 Millimeter dicke Variante verwendet wird, bleibt hinter und zwischen den Rippen der Radiatoren noch genügend Platz für die Luftzirkulation. Falls möglich, sollten Sie auch den angeschrägten Bereich unter der Fensterbank bei den Dämmmaßnahmen mit einbeziehen. (maa)

BayernPauli am 14.09.2019 um 07:30 Uhr
Wie viel ist ausreichend Platz hinter der Heizung?

Auch wenn das Special schon einige Jahre alt ist, hat es von seiner Aktualität wohl nichts verloren oder wurde zwischenzeitlich das Rad neu erfunden? Unter - Wärmedämmung - Dämmung hinter der Heizung - steht, dass man zwischen Heizkörper und Dämmschicht auf ausreichend Platz achten soll. Wie viel ist mit „ausreichend“ gemeint?
Bei unseren Stahlradiatoren beträgt der Abstand zu Wand in der Heizkörpernische 3 cm bzw. bei einem nur 2,5 cm. Macht es hier Sinn, hinter die Radiatoren z. B. 3, 4 oder 10mm Dämmstoff mit Aluminiumkaschierung zu kleben? Gilt hier, besser wenig als nichts oder sind die Wärmeverluste durch die Heizkörpernischen bei einer Vorlauftemperatur der Brennwertheizung von ca. 45°C eher eine vernachlässigbare Größe? Der Sturz unter der Fensterbank ist übrigens angeschrägt aber ungedämmt.

PatricXX am 22.02.2014 um 14:12 Uhr
Lüftungsanlage mit Wermerückgewinnung

Hallo, ich habe meine Anlage von eluftung.de planen und liefern lassen. Die Montage war sehr professionel und auch günstiger als bei anderen Unternehmen Die garantieren das die Anlage maximal Geräsche bis 23db von sich gibt, also ich hör nix. Kann ich echt nur empfehlen. Die planen auch genug Reinigungsöffnungen mit ein und haben ein Reinigungsset im Verleih, da kann man auch mal selber Hand anlegen.

Hausbormann am 01.07.2013 um 16:36 Uhr
Gute zentrale Lüftungsanlagen

Wer kann uns eine gute zentrale Lüftungsanlage empfehlen?
Wir bauen gerade und ich hätte gerne einen Erfahrungswert.
Danke.