Wärmedämmung: Alles dicht

In vielen Häusern gehen viel Wärme verloren. Übers Dach, dünne Wände, undichte Fenster oder Türen. Je höher die Energiepreise klettern, desto mehr lohnt sich Wärmedämmung. test.de gibt Tipps für einfache und wirkungs­volle Wärmeschutz­maßnahmen sind erstaunlich einfach zu verwirk­lichen und trotzdem sehr wirkungs­voll.

Fenster gegen Zugluft abdichten

Energie sparen Special

1 Profildichtung oder Schaum­stoff­dichtungs­band
2 Innerer Rahmen des Kastenfens­ters

Wenn draußen kalter Wind weht und hinterm Fenster ein unangenehmer Luft­zug zu spüren ist, muss eine neue Dichtung her. Ob und an welchen Stellen Zugluft auftritt, stellen Sie am besten mit einer brennenden Kerze fest. Prüfen Sie auch, ob die Abschlüsse zwischen Fens­terrahmen und Wand dicht sind. Die preisgüns­tigsten Mittel zum Abdichten von Fens­terspalten sind Schaum­stoff­dichtungs­bänder. Diese sind für kleine und mitt­lere Spalten (3 bis 5 Milli­meter) im Baumarkt erhältlich. Je nach Bean­spruchung halten sie etwa ein bis zwei Jahre, bis sie wieder erneuert werden müssen. So wirds gemacht: Reinigen Sie zuerst die betreffenden Rahmenflächen mit Spiritus von Fett und Schmutz. Verkleben Sie die Bänder so, dass an den Ecken keine Ritzen bleiben. Profildichtungen sind zwar etwas teurer, halten dafür aber auch länger und sind etwas breiter (bis sechs Milli­meter). Wenn Sie die Dichtungen gelegentlich mit Grafit einreiben, bleiben sie länger weich. Tipp: Führen Sie die Dichtungs­maßnahmen möglichst vor Beginn der Heiz­periode durch. Die Verarbeitungs­temperatur von Klebebändern darf nicht unter 5° Celsius liegen.

Bürs­tendichtung an der Tür

Energie sparen Special

1 Wind­fang­tür
2 Bürs­tendichtung

Unter Türen durch­ziehender Wind ist nicht nur spür­bar, sondern oft auch hörbar. Schmalen Spalten zwischen Tür und Rahmen können Sie mit Schaum­stoff­dichtungs­band oder Profildichtung zu Leibe rücken - ähnlich wie bei Fens­tern. Oft zieht der Wind aber auch durch die Ritze unter der Tür. Ist der Boden hart und glatt, empfiehlt sich eine federgelagerte Bürs­tendichtung, die sich Unebenheiten anpasst. Schrauben oder kleben Sie die Schiene mit den Bürsten einfach in der richtigen Höhe auf das Türblatt. Eine elegante Alternative ist eine mit Magneten oder Druck­federn arbeitende Bodendichtung. Hierfür müssen Sie unter der Tür ein Profil mit einem beweglichen Dicht­streifen einlassen. Eventuell reicht es, ein bereits vorhandenes Über­gangs­profil damit zu ersetzen. Anschließend kleben Sie den dazu gehörenden Metall­streifen auf die Unterseite der Tür. Bei geschlossener Tür ziehen sich die Streifen gegen­seitig an und schließen so dicht ab. Nähere Beschreibungen finden Sie im Ratgeber Renovieren.

Dämmung hinter der Heizung

Energie sparen Special

1 Hart­schaumplatte
2 Aluschicht/-folie
3 Fens­terbank

Je dünner die Außenwand hinter dem Heizkörper ist, desto mehr Energie geht dort verloren und desto eher lohnt sich der Wärmeschutz. Baumärkte bieten dünne, flexible Dämm­materialien, die sich auch hinter Heizkörper schieben lassen - oft mit Aluminiumkaschierung. Wer mehr Platz hat oder den Heizkörper abbauen kann, sollte Hart­schaumplatten einsetzen, die möglichst dick sind. Darüber hinaus gibt es auch Gips­karton­verbund­platten mit aufgeklebter Hart­schaumplatte. Achten Sie aber darauf, dass zwischen Heizkörper und Dämm­schicht ausreichend Platz ist, damit die warme Luft ungehindert aufsteigen kann. Auch eventuell vorhandene Zierblenden vor den Heizkörpern beein­trächtigen die Luft­zirkulation. Diese sollten Sie entfernen, da sich sonst die warme Luft dahinter staut, Sie heizen praktisch vergeblich. Das Gleiche gilt für Möbel und Vorhänge vor der Heizung. Vorhänge sollten nur bis aufs Fens­terbrett reichen.

Nur für geschickte Hand­werker

An anderen Bereichen des Hauses wie der Außenwand, der Kellerdecke oder dem Dach sind Dämm­stoffe mindestens genauso wichtig und sinn­voll. Hier ist jedoch fachmän­nisches Können gefragt. Viel bauphysika­lisches Know-how, Erfahrung und Sorgfalt sind nötig, um Wärmebrü­cken zu vermeiden und Problem­stellen wie Entlüftungs­rohre oder Ecken akurat abzu­dichten. Über­lassen Sie groß­flächige Dämmungen also Profis, beaufsichtigen Sie aber trotzdem die Arbeiten: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Ein häufiger Fehler ist die Wahl eines relativ dünnen Dämm­stoffs. Achten Sie auf möglichst dicke Damm­stoffe, um einen optimalen Nutzen zu erzielen.

Komplett + inter­aktiv:Test Wärmedämmstoffe aus test 10/2005.

Fazit

Durch den verbesserten Wärmeschutz sparen Sie im Laufe der Jahre viel Geld für Heiz­kosten. Einige Arbeiten sind einfach und ohne viel Werk­zeug und Fachwissen durch­führ­bar. Doch geschickt gedämmte Räume sind nicht nur energieeffizient, sondern auch gesund. In schlecht gedämmten Häusern und Wohnungen dagegen stellen Schimmelpilze eine häufige Gefahr für die Gesundheit dar.

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