Große Löcher, nussiger Geschmack – Emmen­taler ist beliebt. Er unterscheidet sich je nach Herkunft und Herstellung – und mitunter wird er sogar gefälscht. Eine kleine Waren­kunde von den Käse-Experten der test-Redak­tion.

Käse-Fälschungen im Handel

Emmen­taler ist Emmen­taler: Wer denkt, das sei so einfach zu durch­blicken wie die Löcher im Käse, liegt falsch. Kürzlich tauchten gar Fälschungen des Schweizer Emmen­talers in der Schweiz auf. Sie enthielten pasteurisierte Milch statt Rohmilch und waren schneller gereift. Auch in Deutsch­land ist Schweizer Emmen­taler im Handel, mehr aber noch Allgäuer und einfacher Emmen­taler. Die wichtigsten Unterschiede:

Emmen­taler Käse Meldung

Schweizer Emmen­taler. Er ist das Original, das Schweizer Senner vor mehr als tausend Jahren erfunden haben. Grund­zutat ist Rohmilch aus dem Emmental, die auf maximal 40 Grad erwärmt wird. So über­leben Mikroorga­nismen, die für das würzig-nussige Aroma sorgen. Die großen Löcher entstehen durch Gase, die zugesetzte Propions­äurebakterien bilden. Der Käse muss mindestens vier Monate reifen. Verbraucher erkennen ihn seit 2006 am Herkunfts­iegel AOC (Appellation d’Origine Contrôlée) samt Emmen­taler Logo (siehe Foto). Fälschungen tragen das Siegel nicht.

Emmen­taler Käse Meldung

Allgäuer Emmen­taler. Im 19. Jahr­hundert lernten Allgäuer Bauern, den Käse nach Schweizer Vorbild herzu­stellen. Wesentliche Unterschiede: Der Allgäuer enthält Rohmilch aus dem Allgäu, reift nur drei Monate, schmeckt milder. Über Fälschungen sei nichts bekannt, so der Milch­wirt­schaftliche Verein Allgäu Schwaben. Echter Allgäuer Emmen­taler trägt seit 1997 das EU-Siegel „geschützte Ursprungbezeichnung“. Das heißt: Die ganze Produktion verläuft im Allgäu.

Emmen­taler Käse Meldung

Emmen­taler. Er besteht meist aus pasteurisierter Milch: Sie wird kurz auf 80 Grad erhitzt, um Keime zu töten. Der Käse reift oft nur sechs Wochen, ist mild, weich und preis­wert. Produziert werden darf er über­all.

Tipp: Ob aus Rohmilch oder pasteurisiert – Emmen­taler ist praktisch laktosefrei und liefert deutlich mehr knochen­stärkendes Kalzium als viele andere Käse. Schwangere und Immun­schwache sollten aber die Rohmilch­varianten meiden, da sie krankmachende Keime enthalten können.

Noch mehr Informationen rund um den Käse finden sie auf der Themenseite Milchprodukte.

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