Elternzeit Meldung

Arbeitgeber dürfen ihre Führungskräfte nicht pauschal daran hindern, während ihrer Elternzeit Teilzeit zu arbeiten. Das Argument des Arbeitgebers, eine Leitungsposition müsse mit einer Vollzeitkraft besetzt werden, reicht als Ablehnungsgrund nicht aus (Bundesarbeits­gericht, Az. 9 AZR 72/09). Die Leiterin einer Controllingabteilung hatte nach der Geburt ihres Sohnes zwei Jahre Elternzeit beim Arbeitgeber angemeldet. Die ersten acht Monate nach der Geburt wollte sie im Job ganz pausieren und anschließend für 16 Monate in ihrer Führungsposition Teilzeit arbeiten – mit 20 Wochenstunden.

Eine babybedingte Pause im Job kann ein Betrieb nicht ablehnen. Angestellte in Betrieben mit mehr als 15 Mitarbeitern haben außerdem Anspruch darauf, während der Elternzeit Teilzeit zu arbeiten. Der Arbeitgeber darf einen Teilzeitantrag nur ablehnen, wenn dem Wunsch „dringende betriebliche Gründe“ entgegenstehen. Im entschiedenen Fall hatte die Firma ihre Ablehnung damit begründet, dass eine Abteilungsleiterin häufige und kurzfristige Besprechungen habe sowie Dienstreisen ins gesamte Bundesgebiet machen müsse, was nur eine Vollzeitkraft schaffe. Das überzeugte das Gericht nicht. Die mit der Teilzeit verbundenen Probleme bei Terminen oder der Delegation von Aufgaben seien dem Arbeitgeber in diesem Fall zuzumuten.

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