Eltern­geld Special

Eltern winkt nach der Geburt ihres Kindes das Eltern­geld. Es beträgt meist etwa 65 Prozent des Netto­einkommens vor der Geburt. Im Eltern­geld­antrag können Eltern wählen zwischen dem Basis­eltern­geld oder dem Eltern­geld Plus. Eltern, die in ihrer Eltern­zeit vier Monate zeitgleich Teil­zeit arbeiten, werden mit vier zusätzlichen Monaten Eltern­geld Plus belohnt (Part­nerschafts­bonus). Hier erfahren Sie, worauf Sie beim Antrag von Eltern­geld achten sollten.

Wahl zwischen Basis­eltern­geld und Eltern­geld Plus

Wer beim Antrag auf Eltern­geld das Maximale für sich heraus­holen will, muss sich vorher intensiv mit dem Thema Eltern­geld und den Gestaltungs­möglich­keiten beschäftigen. Hier hilft unser Special Basiswissen Elterngeld. Im Antrag auf Eltern­geld sind Paare mit der Wahl zwischen zwei Arten des Eltern­gelds konfrontiert. Sie können nur Basis­eltern­geld beantragen, nur Eltern­geld Plus oder eine Kombination aus beidem. Die normale – bislang unter dem einfache Namen Eltern­geld bekannte – Sozial­leistung heißt heute Basis­eltern­geld. Grobe Faust­regel: Das Basis­eltern­geld beträgt 65 Prozent des Netto­lohns vor der Geburt des Kindes. Beide Eltern­teile haben zusammen Anspruch auf zwölf Monate Basis­eltern­geld in Höhe von maximal 1800 Euro. Die kann das Eltern­paar ganz beliebig unter­einander aufteilen.

Zwei weitere Part­nermonate als Bonus

Der Gesetz­geber belohnt Paare mit zwei weiteren Monaten Basis­eltern­geld, wenn wenigs­tens ein Partner für mindestens zwei Monate durch die Kinder­betreuung Gehalts­einbußen hat. Part­nermonate nennt das Gesetz diese beiden Zusatz­monate. Statt vierzehn Monate Basis­eltern­geld (12 Monate plus die zwei Part­nerschafts­monate; monatlich maximal 1 800 Euro) kann ein Eltern­paar auch 28 Monate Eltern­geld Plus wählen. Das Eltern­geld Plus bedeutet für Eltern eine Verlängerung des Auszahlungs­zeitraums. Statt einem Monat Basis­eltern­geld kann das Paar zwei Monate Eltern­gelde Plus beantragen. Die Eltern­geldbehörde zahlt maximal 900 Euro pro Monat als Eltern­geld Plus aus. Eltern können die beiden Formen des Eltern­gelds auf verschiedenste Arten kombinieren (Beispiele im Basistext Elterngeld).

Eltern­zeit, Steuern, Eltern­geld, Teil­zeit arbeiten – alle Infos

Die wichtigsten Infos rund ums Eltern­geld
Basisinfos Elterngeld

Viel mehr Eltern­geld mit der richtigen Steuerklasse
Elterngeld – Steuerklasse wechseln

So beantragen Sie die Eltern­zeit
Elternzeit beantragen

Eltern­geld und Teil­zeit­arbeiten – so holen Sie alles raus
Teilzeit und Elterngeld
Alle Infos zu Eltern­zeit, Kita, Schule, Versicherungen, Vorsorge

Finanztest Spezial Familie

Eltern­geld und Eltern­zeit früh vor der Geburt planen

Partner sollten früh miteinander über­legen, wer für welchen Zeitraum Eltern­geld beantragen will. Denn die Eltern­geld­planung ergibt sich, für welchen Zeitraum die Eltern bei ihrem Arbeit­geber Eltern­zeit beantragen müssen (Basistext Elternzeit). Eine wichtige Maßnahme, mit der Ehepaare das Eltern­geld enorm erhöhen können, liegt viele Monate vor der Geburt: Der Wechsel der Steuerklasse. Alles wichtigen Informationen dazu im Special Elterngeld – Steuerklasse wechseln.

Den Eltern­geld­antrag ausfüllen

Je schneller Eltern alle für den Eltern­geld­antrag notwendigen Unterlagen zusammen haben, desto schneller können sie den Antrag bei ihrer Eltern­geld­stelle einreichen. Das ist wichtig, da viele Eltern­geldbehörden lange Bearbeitungs­zeiten haben. Schnelles Handeln ist auch deshalb wichtig, weil das Eltern­geld maximal für drei letzten Lebens­monate des Kindes rück­wirkend gezahlt wird. Folgende Unterlagen müssen Eltern zusammen mit dem ausgefüllten Eltern­geld­antrag bei der Eltern­geld­stelle abgeben oder dorthin schi­cken:

Geburts­bescheinigung. Für den ­Eltern­geld­antrag benötigen Sie die Geburts­bescheinigung Ihres Kindes im Original (Verwendungs­zweck „Eltern­geld“ oder „Für soziale Zwecke“).

Krankenkasse. Legen Sie dem Eltern­geld­antrag die Bescheinigung der Krankenkasse über den Bezug von Mutter­schafts­geld nach der Geburt bei und die Arbeit­geber­bescheinigung über den Zuschuss zum Mutter­schafts­geld nach der Geburt. Beamtinnen brauchen die Bescheinigung über ihre Dienst­bezüge während des Mutter­schutzes nach der Geburt.

Einkommens­nach­weise. Angestellte Väter oder verbeamtete Eltern­teile benötigen in der Regel die Lohn­abrechnungen der letzten zwölf Mo­nate vor dem Geburts­monat. Angestellte Mütter müssen in der Regel die Lohn­nach­weise für die letzten zwölf Monate vor dem Monat vorlegen, in dem der Mutter­schutz begann. Selbst­ständige legen in der Regel den Steuer­bescheid aus dem Kalender­jahr vor der Geburt vor.

Eltern­geld­stellen: Hier beantragen Sie das Eltern­geld

Wer fürs Eltern­geld zuständig ist, ist in den Bundes­ländern unterschiedlich geregelt. Die Adresse der Eltern­geld­stellen finden Sie hier. Die Unterlagen für den Antrag auf Eltern erreichen Sie über folgende Links:

Änderung eines Eltern­geld­antrags nach Geburt mehr­fach möglich

Die im Eltern­geld­antrag getroffenen Entscheidungen – welche Art des Eltern­geld, für welchen Lebens­monat des Kindes und für wie viele Monate – ist verbindlich. Der Antrag kann von Müttern und Vätern während der Eltern­geldbe­zugs­phase noch mehr­fach ohne Angabe von Gründen geändert werden.

Beispiel: Ein Vater beantragt direkt nach der Geburt für zwei Lebens­monate des Kindes Basis­eltern­geld. Die Mutter des Kindes beantragt zwölf Monate Basis­eltern­geld. Im zehnten Monat nach Geburt entscheidet sich das Paar um. Die Mutter will ab Monat elf wieder voll im Job arbeiten. Dafür verlängert der Vater die Kinder­betreuung: er will nun für Lebens­monat elf und zwölf Basis­eltern­geld. Bei der Eltern­geld­stelle beantragen die beiden eine Änderung ihres ursprüng­lichen Eltern­geld­antrags.

Aufgepasst: Eine rück­wirkende Änderung für bereits ausgezahlte Eltern­geldmonate ist aber in der Regel nicht möglich. Eine Ausnahme gilt, wenn der Väter und Mütter ausgezahlte Eltern­geld-Plus-Monate nach­träglich noch zu Basis­eltern­geldmonaten machen möchten:

Eltern­geld­antrag ändern – ein Beispiel

Der Vater hat für zwölf Lebens­monate seines Kindes Eltern­geld Plus in Höhe von 650 Euro beantragt. Ende des sechsten Monats bittet ihn der Arbeit­geber, doch früh wieder in den Job zurück­zukehren. Zu diesem Zeit­punkt hat der Vater insgesamt 3 900 Euro Eltern­geld Plus erhalten. Der Vater stimmt zu, ab Monat sieben wieder voll, 40 Stunden pro Woche, zu arbeiten. Damit reißt er aber die fürs Eltern­geld geltende Grenze der maximalen Stunden­anzahl von 30 Stunden pro Woche und verliert den Anspruch auf das Eltern­geld Plus für die noch verbleibenden sechs Monate. 3 900 Euro Eltern­geld Plus drohen ihm verloren zu gehen. Das kann er verhindern, indem er nach­träglich und rück­wirkend seinen Eltern­geld­antrag ändert: Statt zwölf Monate Eltern­geld Plus, beantragt er nach­träglich und rück­wirkend für die ersten sechs Lebens­monate seines Kindes Basis­eltern­geld in Höhe von 6 mal 1300 Euro Basis­eltern­geld. So verhindert er den Verlust von 3 900 Euro staatlicher Unterstüt­zung. Der Mann geht dann also ab dem siebten Monat wieder voll arbeiten und bekommt die Differenz zwischen dem zu diesem Zeit­punkt tatsäch­lich ausgezahlten Eltern­geld Plus (3 900 Euro) und seinem Anspruch auf sechs Monate Basis­eltern­geld (7 800 Euro) von der Eltern­geld­stelle auf einen Schlag ausgezahlt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 0 Nutzer finden das hilfreich.