Wie Eltern am meisten Eltern­geld rausholen: Marie und Sebastian kombinieren drei Bausteine

Der Plan von Marie und Sebastian

Marie will nach der Geburt von Paula sechs Monate zu Hause bleiben, danach wieder halb­tags arbeiten. Paulas Vater Sebastian beantragt für die ersten beiden Lebens­monate von Paula Eltern­zeit und Eltern­geld. Anschließend arbeitet er erst einmal wieder voll.

So berechnen sie Basis­eltern­geld

Das normale Eltern­geld heißt jetzt Basis­eltern­geld. Es beträgt 65 Prozent des durch­schnitt­lichen Netto­lohnsvor der Geburt. Marie hat vor der Geburt 2 400 Euro netto verdient. In den ersten sechs Lebens­monaten von Paula bekommt sie 1 560 Euro Basis­eltern­geld. Sebastian hat vor der Geburt 2 600 Euro netto verdient. Er bekommt für zwei Monate jeweils 1 690 Euro Basis­eltern­geld.

Basis­eltern­geld für beide

Marie und Sebastian stehen zusammen 14 Monate Basis­eltern­geld zu. Ein Eltern­teil erhält maximal für zwölf Monate Basis­eltern­geld. Da auch Sebastian für zwei Monate pausiert, gibt es zwei Monate dazu (Part­nermonate).

Basis- zu Eltern­geld Plus umwandeln

Marie und Sebastian können den Anspruch auf Basis­eltern­geld auch in Eltern­geld Plus umwandeln. Ein umge­wandelter Monat Basis­eltern­geld ergibt zwei Monate Eltern­geld Plus. Ihre ersten sechs Monate Basis­eltern­geld nach der Geburt hätte Marie also auch zu zwölf Monaten Eltern­geld Plus machen können. Ihre monatliche Unterstüt­zung wäre dann halbiert worden. Statt sechs mal 1 560 Euro hätte Marie zwölf mal 780 Euro bekommen. Finanziell hätte das unterm Strich keinen Unterschied gemacht. Marie hat sich daher für die ersten sechs Monate nach der Geburt gegen die Umwandlung entschieden. Auch Sebastian hat aus den Part­nermonaten kein Eltern­geld Plus gemacht.

Eltern­geld Plus lohnt in Teil­zeit

Lukrativ wird das Eltern­geld Plus für Marie aber dann, wenn sie ab dem siebten Lebens­monat von Paula wieder arbeiten geht. Marie fängt mit 25 Stunden pro Woche an (siehe Grafik unten). Maries Mutter kümmert sich so lange um Paula. Sechs Monate Basis­eltern­geld hat Marie noch zur Verfügung. Diese wandelt sie um. Vom 7. bis zum 18. Lebens­monat von Paula bezieht sie Eltern­geld Plus. Das lohnt sich, weil das Eltern­geld Plus bei Eltern in Teil­zeit mehr als nur halbes Basis­eltern­geld bedeutet. Ausgangs­basis für die Höhe des Eltern­gelds Plus ist das Basis­eltern­geld in der Teil­zeit. Dieses hängt von Maries Einkommens­einbuße ab:

Basis­eltern­geld bei 1 500 Euro Teil­zeit­lohn

Nett­lohn vor Geburt

2 400 Euro

Netto­lohn nach Geburt

(ab. 7. Lebens­monat von Paula)

1 500 Euro

Einkommens­einbuße

900 Euro

Basis­eltern­geld in Teil­zeit

(65 Prozent von 900 Euro)

585 Euro

      Wandelt Marie die noch verbliebenen sechs Monate Basis­eltern­geld in Eltern­geld Plus um, verdoppelt sich ihre finanzielle Unterstüt­zung:

      Maries Möglich­keiten ab dem 7. Monat

      Basis­eltern­geld 6 x 585 Euro

      3 510 Euro

      Eltern­geld Plus 12 x 585 Euro

      7 020 Euro

      Gewinn durch Eltern­geld Plus

      3 510 Euro

          Eltern­geld Plus ist gedeckelt

          Aber nicht immer bedeutet Eltern­geld Plus eine Verdopp­lung der Bezüge. Es gibt eine individuelle Grenze: Maries Eltern­geld Plus darf nie höher sein als die Hälfte ihres Basis­eltern­geldes ohne den Teil­zeit­lohn (Deckelung). Da Maries Basis­eltern­geld ohne Teil­zeit 1 560 Euro beträgt, kann sie in Eltern­geld-Plus-Monaten folg­lich nie mehr als die Hälfte davon, 780 Euro, bekommen. Verdient Marie in Teil­zeit nur 1 000 Euro netto, geht die Rechnung so:

          Basis­eltern­geld bei 1 000 Euro Teil­zeit­lohn

          Netto­lohn vor Geburt

          2 400 Euro

          Netto­lohn nach Geburt

          (ab 7. Lebens­monat von Paula)

          1 000 Euro

          Einkommens­einbuße

          1 400 Euro

          Basis­eltern­geld in Teil­zeit

          (65 Prozent von 1400 Euro)

          910 Euro

              Maries Möglich­keiten ab dem 7. Monat

              Basis­eltern­geld 910 Euro x 6

              5 460 Euro

              Eltern­geld Plus 780 Euro x 12

              9 360 Euro

              Gewinn durch Eltern­geld Plus

              3 900 Euro

                  Der Part­nerschafts­bonus

                  Marie und Sebastian erhalten zusätzlich den Part­nerschafts­bonus für eine viermonatige Tandem-Teil­zeit. Vom 19. bis zum 22. Lebens­monat von Paula arbeiten beide vier Monate Teil­zeit im Beruf und erhalten dafür beide so lange Eltern­geld Plus. Maries Netto­lohn beträgt weiterhin 1 500 Euro monatlich. Sebastian reduziert von 40 auf 25 Stunden und verdient netto 1 625 Euro.

                  Vorteil durch Part­nerschafts­bonus

                  Eltern­geld Plus Marie

                  4 x 585 Euro

                  Eltern­geld Plus Sebastian

                  4 x 633,75 Euro

                  Part­nerschafts­bonus

                  4 875 Euro

                      Eltern­geld Plus Special

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