Elterngeld Meldung

Der Nettolohn ­bestimmt das ­spätere Elterngeld. Es gibt bis zu 1 800 Euro monatlich.

Verheiratete Eltern können Ärger bekommen, wenn sie im Jahr vor der Geburt ihres Kindes die Steuerklasse gewechselt haben, um mehr Elterngeld zu bekommen. Das Bundesfamilienministerium hat die Elterngeldstellen angewiesen, den Wechsel als „Missbrauch“ zu werten.

Die Steuerklasse ist wichtig für das Elterngeld, weil sie die Höhe des Nettolohns beeinflusst. Eltern, die für ihr Kind Pause vom Job machen, erhalten 67 Prozent ihres früheren Nettolohns.

Finanztest hatte bisher empfohlen, dass der Ehepartner, der in Elternzeit gehen will, vor der Geburt früh in die günstige Steuerklasse III wechselt. Auch die Oberfinanzdirektion Rheinland hatte dies geraten.

Häufig geht es um folgenden Fall: Eine geringer verdienende Ehefrau wechselt vor der Geburt in die günstige Klasse III, um ihren Nettolohn zu erhöhen. Der gut verdienende Mann wechselt in die ungünstige Klasse V. Das will das Familienministerium nicht dulden, ist aber im Weiteren nicht konsequent: Der Steuerklassenwechsel einer Frau von der Klasse V in die Klasse IV sei stets in Ordnung, auch wenn er nur dazu diene, das Elterngeld zu erhöhen, sagt ein Sprecher der Behörde.

Tipp: Die Nichtanerkennung des Steuerklassenwechsels ist möglicherweise rechtswidrig. Im Elterngeldgesetz gibt es dafür keine Grundlage. Wenn Sie mutig sind, wechseln Sie in die Klasse III. Blockt die Elterngeldstelle, können Sie widersprechen und bei Ablehnung kostenlos klagen. Verlieren Sie, werden Sie aber so gestellt, als wären Sie in der Klasse V gewesen.

Wer es auf einen Streit nicht ankommen lassen will, wechselt mit dem Partner in die Klasse IV und lässt sich vom Finanzamt auf der Steuerkarte alle zulässigen Freibeträge eintragen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 179 Nutzer finden das hilfreich.