Elterngeld Meldung

Eheleute dürfen vor der Geburt eines Kindes ihre Steuerklasse wechseln, um so das Elterngeld nach der Geburt zu erhöhen. Das hat nach zweijährigem Streit das Bundessozialgericht entschieden (Az. B 10 EG 3/08 R und B 10 EG 4/08 R). Eltern, die bisher trotz Steuerklassenwechsels zu wenig Elterngeld bekamen, können auf eine Nachzahlung hoffen. Dabei kann es um mehrere Tausend Euro im Jahr gehen.

Mehr Nettolohn vor der Geburt bedeutet mehr Elterngeld nach der Geburt. Deswegen wechseln werdende Mütter vor der Geburt ihres Kindes von der Steuerklasse V oder IV in die günstigere Steuerklasse III. Der Arbeitgeber behält weniger Steuern ein, so dass ihr Nettolohn steigt. Viele Elterngeldstellen hielten den Steuerklassenwechsel für Rechtsmissbrauch. Doch die Richter entschieden nun für zwei Ehefrauen.

Von dem Urteil profitieren alle Eltern, deren Steuerklassenwechsel bei der Berechnung des Elterngeldes ignoriert wurde. Eine Nachzahlung bekommen auch diejenigen, die sich nicht mit einem Widerspruch oder einer Klage gegen den Elterngeldbescheid gewehrt haben. Sie müssen ihre Elterngeldstelle nun anschreiben und eine Überprüfung des Bescheids nach Paragraf 44 Sozialgesetzbuch X beantragen.

Tipp: Mütter wechseln spätestens, wenn sie schwanger sind, in die Steuerklasse III. Wie das geht, steht in Steuerklasse ändern.

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