Elterngeld Meldung

Eva und Sven Fischer bekommen nur Elterngeld, wenn ihr Kind erst 2007 geboren wird. Beide wollen fürs Kind Pause in ihren Jobs machen. Sie bekämen 14 Monate Elterngeld.

Ab 2007 erhalten Eltern bis zu 14 Monate lang Elterngeld, wenn sie für ihr Baby im Beruf aussetzen oder weniger arbeiten. Maximal 1 800 Euro im Monat sind drin.

Für Eva und Sven Fischer wird der Jahreswechsel diesmal besonders aufregend. Am 26. Dezember soll ihr Sohn geboren werden – sagt der Arzt.

Behält er recht, bekommen die Fischers für ihr Kind monatlich 154 Euro Kindergeld, mehr nicht. Das neue Elterngeld von bis zu 1 800 Euro zusätzlich zum Kindergeld gibt es erst für Kinder, die nach dem 31. Dezember 2006, 24 Uhr, geboren sind.

1 800 Euro Elterngeld monatlich

Eltern, deren Kind noch 2006 zur Welt kommt, erhalten allenfalls noch Erziehungsgeld: 300 Euro für 24 Monate oder 450 Euro für 12 Monate. Eva Fischer fürchtet aber, dass sie als Sachbearbeiterin und ihr Ehemann Sven als angestellter Polier keinen Anspruch haben. Obwohl ihre Gehälter nicht riesig sind, liegen sie über den Einkommensgrenzen.

Ganz anders sieht es für das Ehepaar aus Taunusstein bei Wiesbaden aus, wenn ihr Kind doch erst im Januar kommt. Bleibt Eva Fischer dann zu Hause, erhält sie 67 Prozent ihres vorherigen Nettolohns.

Wer in den zwölf Monaten vor der Geburt zum Beispiel 2 500 Euro verdient hat, erhält monatlich 1 675 Euro. Maximal 1 800 Euro sind drin.

Elterngeld gibt es nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Selbstständige, Beamte, Auszubildende oder Studierende. Eltern ohne Job vor der Geburt erhalten den Sockelbetrag von 300 Euro monatlich.

Als Einkommen gilt bei Arbeitnehmern der durchschnittliche Arbeitslohn der zurückliegenden zwölf Monate. Zahlungen wie ein Stipendium, Miet- oder Zinseinnahmen gelten nicht als Einkommen.

Kindergeld wird zusätzlich zum Elterngeld gezahlt. Sozialleistungen wie das Arbeitslosengeld kürzen das Elterngeld, sobald es mehr als 300 Euro ausmacht. Auch das Mutterschaftsgeld, das es in den ersten acht Wochen nach der Geburt gibt, wird mit dem Elterngeld verrechnet. Ausnahme: Das Mutterschaftsgeld für privat Krankenversicherte in Höhe von bis zu 210 Euro wird nicht mit dem Elterngeld verrechnet.

Auch wer nach der Geburt seine Arbeitszeit auf bis zu 30 Stunden pro Woche reduziert, ist elterngeldberechtigt. Er erhält 67 Prozent der durch die Teilzeit verursachten Gehaltseinbuße. Beispiel: Eine Frau verdient 2 000 Euro. Nach der Geburt arbeitet sie halbtags für 1 000 Euro monatlich. Sie bekommt 670 Euro Elterngeld.

Bonus für Mehrkindfamilien

Arbeitnehmer, die vorher weniger als 1 000 Euro verdient haben, bekommen nicht nur 67 Prozent, sondern bis zu 100 Prozent ihres wegfallenden Einkommens. Für je 20 Euro, die das Einkommen unter der 1 000 Euro-Grenze lag, steigt der Elterngeldprozentsatz um einen Prozentpunkt.

Beispiel: Eine Mutter, die 800 Euro verdient hat, bekommt im Babyjahr 77 Prozent ihres Verdienstes, also 616 Euro.

Mehrere Kinder bedeuten auch mehr Elterngeld. Bei einem Geschwisterkind unter drei Jahren oder zwei Kindern unter sechs Jahren steigt es um 10 Prozent, mindestens aber um 75 Euro monatlich.

Beispiel: Eine Frau bekommt 2007 ein zweites Kind und erhält für dieses 1 500 Euro Elterngeld. Das erste Kind ist zwei Jahre alt. Somit erhöht sich das Elterngeld auf 1 650 Euro.

Bekommt eine Mutter ein zweites Kind und hat bereits für das erste Kind Elterngeld bezogen, wird das Elterngeld für das zweite nicht auf Basis des Elterngelds für das erste errechnet. Es zählt der Lohn aus den letzten zwölf Monaten Berufstätigkeit vor Geburt des zweiten Kindes. Die Monate, in denen die Mutter Eltern- und Mutterschaftsgeld fürs erste Kind erhielt, zählen nicht mit.

Zwölf plus zwei Monate

Eine Mutter oder ein Vater allein erhält maximal zwölf Monate lang Elterngeld. Es gibt auch die Möglichkeit, für 24 Monate halbes Elterngeld zu beziehen.

Zu den zwölf Monaten kommen zwei weitere hinzu, wenn auch der andere Partner sich wenigstens zwei Monate um das Kind kümmert. Beispiel: Eine Mutter geht zwölf, der Vater zwei Monate in Elternzeit.

14 Monate Elterngeld gibt es aber nur dann, wenn einer der beiden nach der Geburt für die Babybetreuung seinen Beruf unterbricht oder Teilzeit arbeitet und dadurch weniger oder kein Gehalt hat.

Die beiden Partner können das Elterngeld auch abwechselnd oder zeitgleich beziehen. Beide können zum Beispiel gleichzeitig oder nacheinander für sieben Monate in Elternzeit gehen.

Alleinerziehende erhalten das Elterngeld nur dann für 14 Monate, wenn sie vor der Geburt berufstätig waren.

Elterngeld kann nur zwischen der Geburt und dem Ende des 14. Lebensmonats des Kindes bezogen werden. Eine Ausnahme gilt für Paare, die ein Kind adoptieren. Sie können bis zu 14 Monate Elterngeld beziehen, bis das Kind acht Jahre alt ist.

Partner im Job zahlt mehr Steuern

Auf das Elterngeld sind weder Sozialabgaben noch Steuern fällig. Ein Wermutstropfen für Paare bleibt aber. Das Elterngeld für eine Mutter, die sich ums Kind kümmert, erhöht den Steuersatz, den der arbeitende Vater zahlen muss. Das Mehr an Steuern frisst den Vorteil durch das Elterngeld zwar nicht auf. Aber das Ehepaar merkt den Abzug deutlich bei der Steuererklärung. Es droht eine Steuernachforderung, die mehr als 1 000 Euro ausmachen kann (mehr zur richtigen Wahl der Steuerklasse siehe Steueränderungen).

Damit könnten Fischers leben. Sie sind schon froh, wenn sie überhaupt Elterngeld bekommen. Falls es nicht klappt – schade. Die Fischers freuen sich so oder so riesig auf ihr erstes Kind.

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