Ellipsentrainer von Lidl Schnelltest

Die Tage werden kürzer, das Wetter ungemütlicher. Wer sich trotzdem fit halten will, kann das tun. Zum Beispiel mit Lidls Ellipsentrainer Perfectum Ellyptical Apollo 5000 für 199 Euro. Das Gerät garantiert „gelenkschonendes Ganzkörper-Training“ unabhängig von Wetter und Tageszeit. Ein Computer steuert das Training und misst gleichzeitig noch den Puls. Solche Geräte sind sinnvoll, um den winterlichen Bewegungsmangel zu bekämpfen. Allerdings nur, wenn sie auch sicher und zuverlässig funktionieren. Der Schnelltest klärt auf, ob Heimsportler bei Lidl zuschlagen sollten.

Vielfältige Montage

Wie bei den meisten Ellipsentrainern kommen Kunden zwei Mal ins Schwitzen, bevor sie in die Pedale getreten haben: Das erste Mal, wenn sie das Gerät nach Hause schaffen - der Ellipsentrainer wiegt immerhin 50 Kilo. Das zweite Mal beim Aufbauen. Das geht beim Perfectum relativ flüssig voran: Die Montageanleitung ist gut und die Einzelteile passen genau zusammen. Während der Montage kommen Lidl-Kunden dann doch ins Schwitzen. Sie müssen relativ viele Unterlegscheiben, Federringe und Schrauben montieren. Zudem wirds anstrengend, wenn sie sich Ersatzwerkzeug besorgen müssen. Denn das beiliegende Werkzeug, insbesondere der Kombischlüssel, ist nur bedingt brauchbar. Weiterhin war eine Schraube für den dazugehörigen Inbusschlüssel zu groß - der Schlüssel dreht durch.

Dick geht vor quick

Dann gehts schnell. Wenn Bewegungsinsider die nicht zu übersehende Quickstart-Kurzanleitung in die Hand nehmen, kann es laut Perfectum „sofort“ losgehen. Das stimmt. Doch in der Kurzanleitung fehlen wichtige Hinweise zur Sicherheit. Erst die Langversion der Gebrauchsanleitung weist auf diese Dinge hin und entspricht weitgehend den DIN-Anforderungen. Am besten schauen sich Kunden das beigelegte Video an. Das beschreibt jeden Schritt ausführlich.

Gefahr für Kinder

Das Gerät ist montiert - die Anleitung studiert: Rauf auf die Pedale, die Hände an die Stangen und los gehts. Wer nun lostritt, steht erst einmal sicher. Das Gerät kann nicht umkippen. Die Gefahr lauert vielmehr für Kinder, die eventuell ihren Eltern beim Schwitzen zuschauen oder sich gar allein im Raum aufhalten. An den vorderen Kunststoffabdeckungen des Pedals befinden sich Quetschstellen, die groß genug sind, sodass Kinder ihre Finger aus Versehen reinstecken könnten. Das ist besonders gefährlich, da die Pedale keinen Freilauf haben. Einmal in Schwung gebracht, lässt sich das Schwungrad nicht bremsen, sondern muss auslaufen.

Das kann ins Auge gehen

Das Ende der beweglichen Griffarme schwingt ungefähr auf Augenhöhe von Erwachsenen hin und her. Die Griffe setzen sich schnell in Bewegung, wenn jemand auf das Gerät steigt. Es kann also passieren, dass das Griffende jemand ins Gesicht und insbesondere ins Auge schlägt. Um das zu verhindern, gibt es eine Norm. Sie schreibt vor, dass am Ende des Griffarms eine Kugel oder Scheibe mit mindestens 50 Millimeter Durchmesser befestigt sein muss. Dadurch kann das Auge nicht verletzt werden. Außerdem lässt sich eine solche Verdickung gut anfassen beim Trainieren. Beim Lidl-Gerät fehlt diese Kugel oder Scheibe. Das kann unter Umständen gefährlich werden.

Nichts für Große

Das Lidl-Gerät ist nichts für große Menschen. Die Schrittlänge mit 31 Zentimetern ist im Vergleich zu anderen Ellipsentrainern klein. Personen mit Überlänge kriegen auch Probleme, wenn sie die unbeweglichen Griffarme benutzen wollen. Dabei müssen sie zwischen die hin- und herwippenden Griffe fassen. Wer etwas breitere Schultern hat, muss sich schmal machen, damit er nicht die beweglichen Arme erwischt. Durch diese Haltung liegen dann auch die Hände nicht richtig auf den Pulsaufnehmern, sodass das Gerät den Puls nicht korrekt misst.

Besser externe Pulsmessung

Die Pulsmessung ist jedoch sowieso kritisch. Schwielen an den Händen, trockene Haut und wechselnde Handstellung - all das führt zu ungenauen Messergebnissen. Das ist ein Problem. Denn um einschätzen zu können, wie ausgepowert man ist, hilft in der Regel die Pulskontrolle. Abhilfe bringt ein Brustgurt-Sender für zirka 50 Euro. Ein drahtloser Empfänger ist im Lidl-Gerät eingebaut.

Leise und ruckfrei

Das Gerät läuft leise und ruckfrei. Allerdings kann Stiftung Warentest in einem Schnelltest keine Dauerprüfung durchführen. Durchaus möglich also, dass der Ellipsentrainer nach einigen hundert Trainingskilometern irgendwann quietscht und ruckelt.

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