Interview Pro Versicherungs­pflicht: Haus­besitzer profitieren

Elementarschäden-Versicherung für Haus­besitzer Special

Gert G. Wagner ist Vorstands­mitglied des Deutschen Instituts für Wirt­schafts­forschung und fordert eine Versicherungs­pflicht für Schäden durch Naturgefahren.

Warum sollte es eine Versicherungs­pflicht für alle Haus­besitzer geben?

Wagner: Aktuell sind fast 70 Prozent aller Gebäude nicht gegen Elementarschäden versichert. Für viele Schäden nach der jüngsten Hoch­wasser­katastrophe kommen Bund und Länder über die Sofort­hilfen auf. Mit einer Versicherungs­pflicht würden sich nach unserem Modell nicht nur Staat und Steuerzahler, sondern vor allem Haus­besitzer besserstellen.

Bereits im Jahr 2002 wurde dieses Modell intensiv diskutiert ...

Wagner: Am Ende war es der Politik zu wenig, dass die Versicherer nur eine Schaden­regulierung bis zu 8 Milliarden Euro pro Jahr garan­tieren wollten. Danach sollte der Staat einspringen.

Wie könnte Ihr Modell in die Praxis umge­setzt werden?

Wagner: Haus­besitzer könnten die Versicherung zum Beispiel bei Zahlung der Grund­steuer nach­weisen. Für Neubauten könnte der Nach­weis bei der Baugenehmigung verlangt werden.

Müsste sich jeder versichern, auch Wohnungs­eigentümer im 11. Stock?

Wagner: Ja, denn es geht nicht nur um Hoch­wasser, sondern auch um Starkregen, Schnee­druck oder Hagel. Auch Erdbeben, wie sie in Köln durch­aus drohen, wären abge­sichert.

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