Elektrosmog durch Handys und Telefone Meldung

Handys stehen schon seit langem im Verdacht, mit ihren Strahlen die Gesundheit zu gefährden. Was viele nicht wissen: Gleiches gilt auch für Schnurlostelefone. Die Basisstationen strahlen stärker als so manchem lieb ist. Doch eine krankmachende Wirkung ist bisher bei beiden nicht nachgewiesen. Stiftung Warentest klärt auf, wieviel Strahlung von Telefonen ausgeht und wie der heutige Wissensstand über mögliche Gefahren ist.

Gesundheitliche Schäden unwahrscheinlich

Viele Menschen kommunizieren kabellos - unterwegs mit dem Handy und zu Hause mit schnurlosem Telefon. Über die gesundheitlichen Gefahren dieser Geräte gibt es unterschiedliche Ansichten. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt besorgten Verbrauchern vorsorglich einen kompletten Verzicht auf schnurlose Telefone. Sowohl Handys als auch die Basisstationen schnurloser Telefone senden hochfrequente elektromagnetische Strahlen (kurz: HF-Strahlen) aus. Der menschliche Körper absorbiert diese Strahlenfelder und wandelt sie in Wärme um. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass sich die Körpertemperatur nicht um mehr als ein Grad Celsius durch solche elektromagnetischen Strahlen erwärmen darf. Daraus resultiert die „spezifische Absorptionsrate“ von 0,8 Watt je Kilogramm Körpergewicht. Solange dieser Grenzwert nicht dauerhaft überschritten wird, sind nach jetzigem Wissen keine gesundheitlichen Schäden zu befürchten. Im Haushalt ist die HF-Strahlung in der Regel sogar wesentlich geringer.

Nur die Basisstation strahlt

Bei schnurlosen Telefonen des Dect-Standards sendet die Basisstation kontinuierlich HF-Strahlen zum Handgerät. Laut Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz liegt diese Leistung maximal bei 0,25 Watt. Das ist deutlich weniger als die gesetzlich zugelassene spezifische Absorptionsrate (SAR). Mit jedem Meter Entfernung von der Station nimmt die Intensität der Strahlen zudem deutlich ab. Somit liegt die mittlere Leistung nur noch im Bereich von Milliwatt. Trotzdem: Ein Teil der Strahlen der Basisstation ist unnötig und vermeidbar. Hintergrund: Die Basisstation sendet während des Telefonierens stets mit der gleichen Leistung, unabhängig davon, ob der Nutzer ein Meter oder 250 Meter von der Station entfernt ist. Eine bedarfsgerechte Leistungsregelung wäre hier sinnvoll. Auch im Stand-by sendet die Basisstation ein kontinuierliches Kontrollsignal, selbst wenn das Handgerät in der Basisstation steht. Das Handgerät selbst sendet im Stand-by keine Strahlen. Allerdings gibt es schon einige neue Dect-Telefone, die im Stand-by keine Strahlen mehr senden. Das reduziert die Strahlenbelastung im Haushalt. Noch weniger elektromagnetische Strahlen verbreiten schnurgebundene Telefone.

Stärkere Strahlung bei schlechtem Empfang

Etwas anders verhält es sich mit Handys. Hier strahlen sowohl der Sendemast als auch das Telefon. Bei den Sendemasten beträgt die Leistung in der Regel 20 Watt. Unter guten Empfangsbedingungen benötigen Handys nur eine geringe Leistung, um die Verbindung zu halten. Je weiter der Sendemast enfernt ist, desto größer muss die Leistung des Handys sein. Trotzdem: Beim Telefonieren liegen die Handys in der Regel deutlich unter dem gesetzlichen SAR-Höchstwert. Im Test Handystrahlung aus 7/2004 erreichten die Handys nicht einmal die Hälfte des zulässigen Grenzwertes. Ausnahmen sind Gespräche bei schlechtem Empfang, zum Beispiel im fahrenden Auto. Hier muss das Handy besonders viel leisten, um die Verbindung zu halten und sendet mitunter nahe am erlaubten Höchstwert.

Möglichst wenig Körperkontakt

Ein weiteres Problem von Handys ist der enge Körperkontakt. Die beim Telefonieren gesendeten Strahlen umgeben vor allem den Kopf des Telefonierers. Für die Augen sind diese Strahlen problematisch, da sie die zusätzliche Wärme nur schlecht abführen können. Darüber hinaus tragen viele Handynutzer ihr Gerät tagsüber eng am Körper, manche sogar in der Brust- oder Hosentasche. Unterm Strich sind somit die vom Körper absorbierten Handystrahlen oft intensiver als die Strahlen des Dect-Telefons zu Hause. Zwar liegen auch die Strahlungen von Handys unter dem gesetzlichen Höchstwerten. Doch wer sich nicht unnötiger Strahlung aussetzen will, sollte das Handy nicht nah am Körper tragen. Je weiter das Handy vom Körper entfernt ist, desto geringer ist die Strahlung: Bei doppeltem Abstand kommt nur ein Viertel der Leistung an (siehe Tipps).

Schlechter Schlaf durch akustische Strahlen

Während die Wirkung der Strahlen auf die Gesundheit weder spürbar noch wissenschaftlich nicht belegt ist, sind die Einflüsse durch akustische Störungen deutlich. Bei einigen Dect-Telefonen gibt die Basisstation ununterbrochen ein wahrnehmbares Brummen von sich. Weitere ungewollte Beeinträchtigungen der Nachtruhe gehen von piepsenden Handys und Schnurlostelefonen aus, wenn zum Beispiel der Akku oder die Batterie leer ist. Dect-Telefone geben aber auch Signale von sich, wenn sie außerhalb des Empfangsbereichs ihrer Basisstation liegen. Dafür reicht eine Unterbrechung der Netzspannung, Funkstörung aber auch überfliegende Flugzeuge oder vorbeifahrende Autos. Jedes Mal gibt das Telefon dann einen Hinweis, wenn es die Basisstation wieder gefunden hat. Ärgerlich sind auch falsch verbundene Anrufe. Selbst wenn der Anrufer sofort wieder auflegt, spielen ISDN-Telefone die gesamte Melodie ab. Gegen solche Schlafstörer hilft nur eins: Das Telefon ausschalten.

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