Elektrorasierer Test

Luxus-Shaver oder Sparmodell. Wir sagen Ihnen, mit welchem Sie Ihre Bartstoppeln am besten loswerden.

Die Rasur ist für mich eine belebende und entspannende Zeremonie, sagen die einen. Wieso entspan­nend? Welche Zeremonie?, wundern sich die anderen. Für sie ist die Rasur lästige Pflicht, die schnell und ohne großen Aufwand erledigt werden soll. Kein Zweifel: Zur ersten Gruppe gehören eher die Nutzer von Rasierschaum und -klinge, zur anderen diejenigen, die eine Trockenrasur bevorzugen. Nachdem im letzten Test von Nassra­­sierern nur die teuren Klingen richtig gut abgeschnitten haben (test 12/04), mussten nun 14 Elektrorasierer zeigen, ob sie ihr Geld wert sind. Die Preisunterschiede sind hier enorm: Zwischen 40 und 280 Euro kosten die geprüften schnurlosen Akkugeräte im Schnitt.

Kreisrund oder Klingenblock

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Testsieger: Phili­shave SmartTouch.

Nach wie vor konkurrieren zwei unterschiedliche Systeme auf dem Markt der Elektrorasierer. Während bei Philishave drei rotierende Schermesser nach den Bartstoppeln greifen, setzen Hauptkonkurrent Braun und weitere Anbieter auf den vibrierenden Klingenblock. Der kappt alle Barthaare, die durch die Poren der dünnen Scherfolie ragen. Die Bereitschaft zum Wechsel zwischen Nass- und Trockenrasierer sowie zwischen Rotations- und Vibrationsschersystem ist bei den Nutzern ausge­sprochen gering. So wurden auch unsere Testpersonen je nach ihren Rasier-gewohnheiten in die drei Gruppen Nass, Rotation und Vibration eingeteilt. Die Aufgabe lautete freilich, sich nach einer angemessenen Eingewöhnungszeit an das neue System mit jedem der Testprodukte zu rasieren.

Zwischen zwei Testgeräten benutzten die Prüfpersonen zum Vergleich immer einen Tag lang ihren vertrauten eigenen Rasierer. Sie beurteilten die Rasiergüte an Wange, Oberlippe, Kinn und Hals sowie die Hautschonung, also wie sich die Haut nach der Rasur anfühlt, ob sie brennt, gerötet oder gar verletzt ist.

Einige Elektrorasierer erlauben die Rasur auf nasser Haut. Das mag Freunden der Nassrasur den Umstieg erleichtern, hat auf die Gründlichkeit der Rasur jedoch keinen Einfluss. Und gibt es wirklich Männer, die sich unter der Dusche rasieren, wie es die Werbung suggeriert? Für die meisten dürfte die klare Sicht auf den gut beleuchteten Spiegel Voraussetzung einer gründlichen Rasur sein.

Vier Rasierer gründlicher als andere

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Der beste mit Klingenblock: Braun Activator.

Geht es um die Gründlichkeit der Rasur, heben sich vier Geräte in einer Spitzengruppe hervor: Philishave SmartTouch und Phili­shave Cool Skin, Braun Activator und Panasonic Pro Curve. Die beiden Philishave schonen dabei die Haut am besten, „sehr gut“ sogar. Bei der Rasier-güte waren die Unterschiede zwischen den Rasierern insgesamt aber nicht sehr groß: Alle lagen im Bereich zwischen „gut“ und „befriedigend“.

27 Rasuren mit einer Akkuladung

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Philishave Cool Skin: Rasieren mit Emulsion.

Deutlichere Differenzierungen zeigten sich bei der Handhabung. Diese Prüfung entschied der sehr handliche, leise und vibrationsarme Philishave SmartTouch für sich. Zur Bequemlichkeit trägt auch bei, wenn man sich mit einer Akkuladung oft rasieren kann. Auch hier erreicht der Phili­shave SmartTouch den Bestwert von 27 Rasuren, der Philishave Cool Skin ebenso. Dritter im Bunde ist Braun Flex XP II, der 20 Rasuren schafft. Zum Vergleich: Der Carrera RC.5 muss unter gleichen Bedingungen schon nach der zehnten Rasur wieder an das Ladegerät.

Wem während der Rasur der Saft ausgeht, der kann nach Anschließen des Ladekabels mit den meisten Geräten gleich weiter rasieren. Der Philishave Cool Skin hat keine Buchse für das Kabel, er wird in eine Ladestation gesteckt. Auch Panasonic und Sanyo müssen erst geladen werden, um die Rasur fortzusetzen.

Für unterwegs

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Die meisten lassen sich unter Wasser reinigen.

Ein Elektrorasierer-Set enthält allerlei Zubehör. Schutzkappe, Reinigungsbürste, Etui, Anschlusskabel mit Netzteil und bei zwei Braun-Rasierern noch eine Reini­gungsstation. Mit gut geladenem Akku lässt sich der Rasierer auf kürzeren Reisen ohne Zubehör Platz sparend verstauen. Auf die Schutzkappe sollte man aber nicht verzichten. Sie bewahrt die hauchdünnen Scherfolien vor Beschädigungen während des Transports. Auch der Schalter muss blockiert werden, damit das Gerät nicht losbrummt und den Akku restlos entleert.

Da sind die speziellen Etuis sicherer, die zu jedem Rasierer, mit Ausnahme des Braun Cruzer, dazugehören. Beim teuren Philishave SmartTouch ist das eine Edelstahlbox, ansonsten fanden wir weiche Kunststoffhüllen und Formgehäuse aus Hartkunststoff. Die sperrige Reinigungsstation der Braun-Geräte Activator und Flex XP wird man auf Reisen aber wohl kaum mitnehmen. Da hilft nur pinseln beziehungsweise die Reinigung unter dem Wasserstrahl (siehe Tabelle).

Altgeräte nicht in den Müll

Rasierapparate enthalten Akkus. Deshalb gehören defekte Geräte nicht in den Hausmüll. Modelle, die noch Nickel-Kadmium-Akkus enthalten, haben wir abgewertet. Aber auch Nickel-Metallhydrid- und Lithiumionen-Akkus gehören laut Elektrogerätegesetz in spezielle Sammelstellen (Recyclinghöfe der Kommunen oder Müllentsorger). Verbraucher können sie dort kostenlos abgeben. Um Wege zu sparen, können Käufer eines neuen Rasierers auch den Händler fragen, ob er das Altgerät abnimmt. Viele bieten diesen Service. Einige machen den Kauf eines neuen Elektrorasierers von Zeit zu Zeit sogar mit Tauschaktionen schmackhaft: Da gibt es bis zu 15 Euro für den alten.

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