Schneller an die Steuererstattung kommen, wer möchte das nicht. Elster machts möglich - sagt die Finanzverwaltung. Wer seine Daten per elektronischer Steuererklärung „Elster“ übermittelt, soll den Bescheid schneller bekommen. Die Stiftung Warentest hat geprüft, wie viel das Versprechen in der Praxis wert ist. Das Ergebnis: In Thüringen waren die Finanzbeamten am schnellsten. In einigen anderen Bundesländern fehlte dagegen der Bescheid zum Ende des Tests noch immer. Finanztest sagt, was Steuerzahler beachten sollten, wenn sie die Steuererklärung per Internet erledigen und wie „Elster“ funktioniert.

Technik gegen Papier

Jeweils zwei vergleichbare Steuererklärungen traten gegeneinander an: Eine ging auf dem Postweg ans Finanzamt, Nummer zwei wurde per „Elster“ online gesendet. Der Zeitgewinn war gering: Mit „Elster“ war der Bescheid im Schnitt nach 7,5 Wochen im Briefkasten, auf herkömmlichen Weg dauerte es nur zwei Wochen länger. Allerdings: Es gab große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Thüringen brauchte im Schnitt nur gut zwei Wochen für die Bearbeitung einer „Elster“-Steuererklärung. In einigen anderen Bundesländern war dagegen der Bescheid zum Ende des Tests noch immer da.

Nicht fehlerfrei

„Elster“ kontrolliert automatisch die Plausibilität der eingegebenen Daten. Dadurch sollen sich weniger Fehler in Steuererklärungen einschleichen. Doch für Laien sind die Fehlerhinweise von „Elster“ leider oft kryptisch. Die Beseitigung kann deshalb zur Sisyphusarbeit werden. Auch deswegen, weil Benutzer während der Bearbeitung keine Daten ausdrucken können. Das geht erst, wenn die Steuererklärung laut „Elster“ fehlerfrei ist. Weiterer Nachteil: Nicht immer werden die Daten vollständig an die Finanzbehörde übertragen. Mögliche Folge: Das Finanzamt verlangt zu viel - oder auch zu wenig Steuern. Insgesamt fünfmal passierte das in der relativ kleinen Stichprobe der Stiftung Warentest. Fazit: Noch bringt die elektronische Steuererklärung nicht immer fehlerfreie Steuerbescheide und kaum Zeitvorteile.

Immer kontrollieren

Ob „Elster“ oder nicht: Steuerzahler sollten ihren Bescheid nach wie vor sorgfältig kontrollieren. Und zwar nicht nur darauf, ob Finanzbeamte ungerechtfertigt Abzugsbeträge gekürzt haben. Auch die eigenen Angaben in der Steuererklärung gilt es nochmals zu checken. Wer eigene Fehler oder Fehler der Beamten findet, sollte dringend Einspruch einlegen. Der muss innerhalb eines Monats nach Erhalt des Bescheids beim Finanzamt eingehen.

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