Elektronische Steuererklärung Es könnte überall flott gehen

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Wer die Steuererklärung auf elektronischem Wege zum Finanzamt schickt, erhält den Steuerbescheid meist schneller als bei herkömmlichem Versand mit der Post. Im Vergleich zur Finanztest-Untersuchung vor zwei Jahren schafften viele Finanzämter die Bearbeitung von Steuerbescheiden per elektronischer Steuererklärung (Elster) schneller. Doch es gibt weiter Ausnahmen: In manchen Bundesländern mussten die Steuerzahler knapp drei Monate auf ihren Bescheid warten. Finanztest gibt einen regionalen Überblick der Finanzämter und sagt, worauf Steuerzahler bei der Steuererklärung per Elster achten müssen.

Etwa sechs Wochen

Finanztest hat in allen 16 Bundesländern in der Zeit von Januar bis Juni 2004 insgesamt 509 zufällig ausgewählte elektronische Einkommensteuererklärungen von Arbeitnehmern ins Rennen geschickt. Vorgegebene Bearbeitungszeit: Etwa sechs Wochen. Dann müsste der Steuerbescheid normalerweise vorliegen. Denn Elster-Nutzer nehmen den Behörden Arbeit ab: Die Beamten müssen die Daten nicht mehr per Hand eingeben, sondern können diese gleich auf ihren PC laden und mit der Steuerakte vergleichen.

Spitzenreiter Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen klappte die Bearbeitung besonders schnell. Die Beamten in den getesteten Ämtern benötigten hier im Schnitt drei bis vier Wochen. In Rheinland-Pfalz lag die durchschnittliche Bearbeitung bei vier Wochen. Die getesteten Finanzämter in Berlin, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt lagen ebenfalls unter der Richtschnur von sechs Wochen. Das Schlusslicht ist Brandenburg. Steuerzahler mussten hier im Schnitt 12 Wochen auf ihren Bescheid warten.

Weniger Fehler

Mit Elster gibts weniger Fehler in der Steuererklärung. Das gilt vor allem für Übertragungsfehler. Trotzdem sollten Steuerzahler den Bescheid gründlich prüfen und darauf achten, dass alle Abzugsbeträge korrekt aufgeführt sind. Im aktuellen Test gabs immerhin noch bei 24 Prozent der geprüften Fälle eine Abweichung von der vorher errechneten Steuererstattung.

Nur vorgeschriebene Belege

Anreiz für viele, die Steuererklärung per Elster zu erledigen: Die Finanzämter sind angewiesen nur die gesetzlich vorgeschriebenen Belege zu verlangen. Dazu gehören etwa die Lohnsteuerkarte sowie Steuerbescheinigungen über Kapitalerträge und Spendenquittungen. Belege für berufliche Ausgaben oder Versicherungsbeiträge sind nicht nötig. Allerdings: Steuerzahler müssen diese Belege trotzdem aufbewahren, weil das Finanzamt sie nachfordern kann. Dies taten sie im Test aber nur in jedem fünften Fall.

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