Elektronische Steuererklärung Meldung

Der Steuerberater hatte den Frei­betrag für den allein­erziehen-den Vater nicht angegeben.

Eine Änderung eines bestands­kräftigen Steuer­bescheids kommt nur in Betracht, wenn weder Steuer­pflichtigen noch Berater grobes Verschulden treffen. Das hat der Bundes­finanzhof entschieden. Ein Steuerzahler hatte seinen Steuer­bescheid angefochten, weil seinem Berater ein grober Fehler unter­laufen war. test.de fasst den Fall zusammen und sagt, worauf Steuerzahler achten müssen.

Der Fall

Der Steuerzahler hatte mit Lebens­gefähr­tin und Kind in einem Haushalt gelebt. Nach Auszug der Mutter hatte der Vater erst­mals Anspruch auf den Frei­betrag für Allein­erziehende. Der Steuerberater wusste von der Trennung nichts, weshalb er den Frei­betrag in Höhe von 1 308 Euro pro Jahr nicht geltend machte. Zur Über­prüfung der Erklärung legte er seinem Mandanten nur die komprimierte elektronische Steuererklärung vor. Hier tauchte der Frei­betrag über­haupt nicht auf, weil der Steuerberater ihn in der Anlage Kind nicht beantragt hatte. So war es dem Vater nicht möglich, den Fehler zu entdecken. Er klagte auf Änderung des Steuer­bescheids. Erfolg­los.

Das Urteil

Eine Änderung eines bestands­kräftigen Bescheids kommt nur in Betracht, wenn weder Steuer­pflichtigem noch Berater grobes Verschulden treffen. Der Bundes­finanzhof wertete das Verhalten des Steuerberaters aber als „grobes Verschulden“ und lehnte die Änderung ab (Az. III R 12/12). Der Berater habe versäumt den voll­ständigen Sach­verhalt zu ermitteln und zur Prüfung nur die komprimierte Steuererklärung vorgelegt. Der Steuer­pflichtige könne sich aber nicht aus der Verantwortung ziehen, indem er die Ausarbeitung der Erklärung einem Berater über­lasse.

Tipp

Wenn Sie Hilfe bei einem Steuerberater oder Lohn­steuer­hilfe­ver­ein in Anspruch nehmen, besprechen Sie immer alle Details. Vor allem aber machen Sie ihn auf Änderungen in Ihrer Lebens­situation aufmerk­sam.

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