Elektronische Patienten­akte Digitale Akte bald auto­matisch für alle

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Elektronische Patienten­akte - Digitale Akte bald auto­matisch für alle

Bitte BU texten © Adobe Stock / Khakimullin Aleksandr

Bis Ende 2024 sollen alle gesetzlich Versicherte die elektronische Patienten­akte auto­matisch erhalten – oder aktiv wider­sprechen.

Neues Verfahren geplant

Bundes­gesund­heits­minister Karl Lauterbach macht Druck: Bis Ende 2024 soll die elektronische Patienten­akte (ePA) für alle Versicherten einge­richtet werden. Das gab das Bundes­gesund­heits­ministerium Anfang März 2023 bekannt. Die Gematik – zuständig für Telematikinfrastruktur im Gesund­heits­wesen – hatte bereits im November 2022 verkündet, dass sie prüfe, ob die digitale Akte künftig bei Versicherten auto­matisch einge­richtet werden kann.

Wichtig: Wer die ePA nicht auto­matisch möchte, muss dann aktiv wider­sprechen. Genaue Details zum Wider­spruchs­verfahren stehen nach Angaben von Lauterbach aber noch aus. Bislang gilt: Versicherte beantragen die ePA aktiv bei ihrer Krankenkasse.

Geringes Interesse

Seit Anfang 2021 müssen die gesetzlichen Kassen ihren Versicherten auf Wunsch eine elektronische Patientenakte (ePA) zur Verfügung stellen – ein zentraler elektronischer Speicher­ort für medizi­nische Dokumente, nutz­bar als App auf Mobiltelefonen oder Tablet.

Noch ist das Interesse aber verschwindend gering. Von den rund 74 Millionen gesetzlich Versicherten nutzen derzeit nur etwa 560 000 das digitale Angebot. Ein möglicher Grund: Nicht jeder möchte seine sensiblen Kranken­daten speichern lassen.

Freiwil­lige Nutzung

Wer die ePA nutzt, kann selbst entscheiden, welche medizi­nischen Daten gespeichert werden und welche Ärzte, Kliniken oder Reha-Einrichtungen Zugriff auf die Daten haben. Und: Auch wenn die Krankenkassen verpflichtet sind, eine elektronische Akte anzu­bieten, die Versicherten sind nicht verpflichtet, diese auch zu nutzen.

Daten­austausch

Großer Vorteil der ePA ist die Vernetzung von Patienten mit Ärzten und Krankenhäusern. Daten wie Arzt­briefe, Blut­werte, Röntgen­bilder oder Befunde von Fach­ärzten können papierlos digital abge­legt und jeder­zeit von Patienten und Ärztinnen einge­sehen werden. Doppel­unter­suchungen können vermieden werden, wenn Ärzte alle Informationen haben.

Tipp: Neben der ePA bieten die Krankenkassen zahlreiche Online­services für ihre Versicherten. Dazu gehört etwa eine Online-Geschäfts­stelle und manchmal auch Video­beratung zu Leistungen und Beiträgen. Unser Krankenkassenvergleich zeigt, was die enthaltenen 71 Kassen bieten.

Daten­schutz

Die in der ePA gespeicherten Daten liegen verschlüsselt auf Servern in Deutsch­land. Diese unterliegen den EU-Daten­schutz­bestimmungen. Anbieter von ePA-Apps haben auf die Daten keinen Zugriff.

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dreamerkiwi am 16.03.2023 um 14:55 Uhr
HKK: Neue eGK Beantragung scheitert

Ich habe bei meiner Krankenkasse hkk schon mehrfach den Antrag gestellt, dass ich eine neue eleketronische Gesundheitskarte beantragen möchte, damit ich die Registrierung für die ePA abschließen kann. Die Anträge werden bestätigt, aber nie bearbeitet. Ich habe mich schon mehrfach beschwert - nix passiert. Echt frustrierend!

Profilbild Stiftung_Warentest am 03.01.2023 um 13:59 Uhr
Optout ePA

@Willi.wills.wissen: Wenden Sie sich mit diesem Wunsch direkt an Ihre Krankenkasse.

s-kip am 30.12.2022 um 07:59 Uhr
Doppeluntersuchungen vermeiden?

Ich verstehe das häufig vorgetragene Argument "Vermeidung von Doppeluntersuchungen" nicht. Diese sind doch gerade im Interesse der Ärzte, und warum sollten die Ärzte künftig davon absehen? Diese bringen schließlich Geld. Dann wird der letzte Befund eben als zu alt oder nicht aussagekräftig deklariert.

Willi.wills.wissen am 14.12.2022 um 11:13 Uhr
Wie aktiv widersprechen?

Ich hätte mir Informationen gewünscht, wie ich aktiv widersprechen kann/muss.

PS1984 am 10.12.2022 um 19:55 Uhr
AOK noch weit entfernt

Ich habe mich aufgrund dieser Meldung bei der AOK Bayern informiert und die App "AOK Mein Leben" installiert. Bewertung auf Google Play 1,6! Schon bei der Registrierung bin ich wie viele andere gescheitert. Wird wohl mit der Digitalisierung noch etwas dauern.
Schade.