Elektrofahr­rad Kinder­anhänger am Pedelec – zu riskant?

16.08.2016

Mit einem Pedelec ist Fahr­radfahren mit einem Kinder­anhänger im Schlepp­tau deutlich entspannter als ohne elektrische Tret­unterstüt­zung. Allerdings müssen Eltern beim Kinder­trans­port mit einem Elektrofahr­rad einige Besonderheiten beachten. Nicht jedes Pedelec ist für Kinder­anhänger geeignet.

Fahr­räder und Pedelecs verkehrs­recht­lich gleich­gestellt

Laut Bundes­verkehrs­ministerium sind Pedelecs mit einer auf 250 Watt beschränkten Elektromotor­leistung Fahr­rädern verkehrs­recht­lich gleich­gestellt. Das heißt: Grund­sätzlich dürfen Sie einen Kinder­anhänger an Ihr Pedelec montieren. Bei Pedelecs endet die Unterstüt­zung durch den Elektromotor bei einer Maximal­geschwindig­keit von 25 Kilo­meter pro Stunde. An die stärker motorisierten S-Pedelecs, mit denen eine Geschwindig­keit von bis zu 45 Kilo­meter pro Stunde möglich ist, dürfen Kinder­anhänger generell nicht gehängt werden.

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Manche Hersteller lassen Trans­port von Kindern nicht zu

Verkehrs­recht­liche Gleich­stellung hin oder her: Manche Hersteller geben ihre Pedelecs nicht für das Ziehen eines Kinder­anhängers frei. Im Zweifel fragen Sie vor dem Kauf beim Hersteller nach oder schauen Sie in die Betriebs­anleitung. Sonst haben Sie im Schadens­fall möglicher­weise keinen Versicherungs­schutz.

Manche Elektrofahr­räder haben zu schwache Bremsen

Gute Bremsen sollten bei Pedelecs eine Selbst­verständlich­keit sein. Sind es aber nicht. In unserem jüngsten Elektrofahrräder-Test erreichten drei Modelle nicht die erforderliche Brems­wirkung, die für ihr zulässiges Gesamt­gewicht erforderlich ist. Mit einem solchen Modell einen Kinder­anhänger zu ziehen, birgt folg­lich ein hohes Risiko.

Tipp: Noch mehr Informationen rund um die Kinder-Sicherheit im großen Fahrrad-Special auf test.de.

Der Bremsweg wird länger

Mit Anhänger hat Ihr Pedelec ein anderes Fahr­verhalten. Bedenken Sie, dass sich der Bremsweg Ihres Pedelecs dann merk­lich verlängert. Laut Straßenverkehrs­ordnung dürfen Anhänger inklusive Passagiere und Gepäck maximal 40 Kilogramm schwer sein. Ist das Gewicht höher, ist eine zusätzliche Brems­vorrichtung – auch Auflaufbremse genannt – am Anhänger vorgeschrieben.

Tipp: Machen Sie sich mit dem Fahr­verhalten mit Hänger erst ohne Beladung vertraut, bevor Sie das erste Mal Ihre Kinder darin mitnehmen.

Im Kinder­anhänger besteht Anschnall­pflicht

Beachten Sie: Im Anhänger dürfen Sie nur Kinder bis zum Alter von sieben Jahren mitnehmen, höchs­tens zwei an der Zahl. Die Kleinen müssen ange­schnallt sein. Zu deren Sicherheit ist es auch ratsam, dass sie einen Helm tragen – auch wenn keine gesetzliche Helm­pflicht besteht. Besonders für sehr kleine Kinder ist es empfehlens­wert, ergono­mische Sitze zum Trans­port zu verwenden. Übrigens: Wer Kinder in einem Anhänger trans­portiert, muss laut Straßenverkehrs­ordnung mindestens 16 Jahre alt sein.

Geringere Akkureich­weite

Wenn Sie aufgrund des größeren Gewichts mit einer höheren Motor­unterstüt­zungs­stufe fahren, nimmt die Reich­weite des Akkus entsprechend schneller ab. Deshalb sollten Sie die Akku­kapazität vor allem bei längeren Ausflügen im Blick behalten. Ohne Akku­unterstüt­zung und mit voll­geladenem Hänger können sich manche Stre­cken ganz schön ziehen...

Tipp: Weitere Informationen rund um das Thema E-Bikes erhalten Sie in unseren FAQ E-Bike.

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16.08.2016
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