Elektrische Zahnbürsten Test

Sanft. Schallzahnbürsten werden ohne großen Druck an den Zahnreihen entlanggeführt.

Schallaktive Zahnbürsten ab 15 Euro aufwärts können die Zähne „gut“ reinigen. Allerdings nicht besser als andere Zahnbürsten, die wir ebenfalls unter die Testlupe nahmen.

Mein Hund zieht sofort den Schwanz ein, wenn er die Zahnbürste nur hört“, berichtet ein Tester. Aber nicht nur für Hunde-, auch für Menschenohren ist das Be­triebsge­räusch der schallaktiven Zahnbürsten zum Teil gewöhnungsbedürftig. Und bei manchem Tester verursachten die Vibra­tionen der Bürste auch ein störendes Kribbeln im Mundraum. Doch das waren alles nur Anfangsschwierigkeiten.

Nach einer zweiwöchigen Eingewöhnungsphase kamen unsere Probanden mit den elektrischen Putzhilfen, bezeichnet als schallaktive oder Sonic-Bürsten, meist gut zurecht (sonic = englisch, „den Schall betreffend“). Auch in der klini­schen Prüfung überzeugten sie. Alle reinigen „gut“ und gehen dabei schonend mit dem Zahnfleisch um. Die Anschaffung muss auch nicht teuer sein: Die neun getesteten Schallzahnbürsten kosten zwischen 15 und 150 Euro. „Gute“ Putzergebnisse lassen sich schon mit den preiswertesten erzielen (Aldi [Nord] / SHG Sonic Dent und dm / Dontodent Sonic Power).

Der Schall reinigt nicht

Elektrische Zahnbürsten Test

Eigentlich ist die Bezeichnung schallaktive Zahnbürste nicht korrekt. Der Begriff hat sich bloß eingebürgert, weil die motorgetriebene Bürste in einem Schwingungsbereich gleich dem des hörbaren Schalls putzt. Doch nicht der Schall, sondern die schnelle Bewegung der vibrierenden Borsten führt zum guten Reini­gungseffekt. Sonst könnte man sich auch mit geöffnetem Mund vor eine Lautsprecherbox setzen und darauf warten, dass sich der Zahnbelag löst.

Wahre Putzwunder darf man von schallaktiven Zahnbürsten – meist mit länglichem Bürstenkopf ähnlich einer Handzahnbürste – nicht erwarten. Unser Test zeigt: Ebenso gute Ergebnisse sind auch mit herkömmlichen Elektrozahnbürsten mit rotierend-schwingendem Rundkopf zu erzielen. Als Beispiel untersuchten wir die Braun Oral-B Professional Care 8500. Die hochmotivierten Tester erreichten sogar mit der zum Vergleich mitgeprüften Handzahnbürste gute Putzergebnisse. Fazit: Das Putzen auf Knopfdruck ist zwar bequemer – entscheidend für das Reinigungsergebnis bleibt aber nach wie vor der persönliche Einsatz.

Die Bürste für den Putzmuffel

Elektrische Zahnbürsten Test

Nicht vergessen. Auch die beste Bürste ersetzt nicht den täglichen Gebrauch von Zahnseide oder Interdentalbürstchen.

Nun sind Menschen, die an einer Zahnputzstudie teilnehmen, im Allgemeinen besonders bemüht, das beste Ergebnis zu erzielen, und putzen so eifrig, wie das im Alltag oft nicht der Fall ist. Wer sich nicht zu den Supereifrigen, sondern eher zu den Putzmuffeln zählt, sollte den Kauf einer schallaktiven Bürste ernsthaft in Erwägung ziehen. Gerade bei wenig engagierten Zähneputzern werden ihr Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Elektrozahnbürsten nachgesagt: Die exakte Führung der Bürste ist nicht so entscheidend wie bei der Rundkopfbürste. Ohne großen Druck werden schallaktive Zahnbürsten einfach an den Zahnreihen entlangge­führt. Und der längliche, zum Teil recht große Bürstenkopf reinigt nun einmal in der gleichen Zeit eine größere Fläche als eine kleinere Rundkopfbürste. Die wiederum ist für manch einen Putzer leichter zu manövrieren, gerade an schwer erreichbaren Stellen.

Zwei Tage ohne Zähneputzen

Unsere Testpersonen – alle zahnmedizinische Laien – erprobten zur Eingewöhnung jede elektrische Zahnbürste zwölf Tage lang zu Hause. Dann mussten sie für 48 Stunden auf jede Mundhygiene verzichten und sich anschließend in der Zahnklinik vorstellen. Dort wurde die Stärke des Zahnbelags (Plaque) ermittelt. Unter Aufsicht von Zahnmedizinern durften sie dann endlich wieder ihre Zähne putzen – genau zwei Minuten lang. Im Anschluss ermittelten die Mediziner die auf den Zähnen verbliebene Plaquemenge.

Die Putzdauer spielt für das Reini­gungsergebnis eine wichtige Rolle. Doch Studien zufolge putzt sich die Mehrzahl der Deutschen im Schnitt nur etwa 90 Sekunden lang die Zähne – das ist viel zu kurz. Sogar die zwei bis drei Minuten, nach denen viele elektrische Zahnbürsten das Ende der Putzzeit signalisieren, reichen nicht aus, um die Zähne richtig blitzeblank zu bekommen. Für ein optimales Ergebnis müsste jedes Zähneputzen rund fünf Minuten dauern. Putzzeitsignale sind daher also nur eine begrenzte Orientierungshilfe. Genauso die Intervalltimer, die die Mindestputzzeit pro Kieferhälfte anzeigen. Sie sind vor allem bei den teureren und oft auch aufwendiger ausgestatteten Zahnbürstenmodellen zu finden.

Kritisch bleiben immer die Zahnzwischenräume. Dort ist es schwierig, gründlich und gleichzeitig schonend zu reinigen. Auch die Bürsten im Test stießen hier an ihre Grenzen. Ohne Zahnseide oder Interdentalbürstchen werden die Zwischen­räume nicht richtig sauber.

Eine gute Zahnbürste muss einfach zu handhaben sein, sonst verliert der Benutzer schnell die Lust am Putzen, das Ergebnis wird dementsprechend. Die meisten Bürsten im Test erfüllen diese Anforderungen „gut“, auch wenn sie zum Teil recht schwer und klobig sind. Sie liegen gut in der Hand, lassen sich unkompliziert ein- und ausschalten und erreichen auch die hinteren Zähne problemlos. Nur bei Ultrasonex Phaser, dm / Dontodent Sonic Power und Tchibo / TCM war es nicht ganz einfach, mit den recht großen Bürstenköpfen auch in den hintersten Ecken und Winkeln ordentlich zu putzen.

Einige Bürsten verfehlten das „gute“ Testergebnis durch den Einsatz technisch überholter Nickel-Kadmium-Akkus. Die werden zwar voraussichtlich erst ab 2008 verboten, doch die Modelle mit Nickel-Metallhydrid-Akkus beweisen, dass es schon heute möglich ist, mit Akkus zu arbeiten, die die Umwelt weniger belasten.

Beachtlich sind die Unterschiede der Betriebsdauer pro Akkuladung: So gab Waterpik Sensonic schon nach 36 Minuten den Geist auf. Panasonic Dentacare schnurrte gut zwei Stunden länger, bevor sie wieder aufgeladen werden musste.

Egal, ob billig oder teuer – an der Haltbarkeit der Elektrobürsten gab es wenig zu beanstanden. Nur Aldi (Nord) / SHG Sonic Dent kam in der Dauerprüfung leicht ins Stottern: Nach der Hälfte der Prüfzyklen startete die Bürste nicht mehr zuverlässig auf jeden Knopfdruck.

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