Drei Elektrobürsten im Test reinigen die Zähne sehr gut – die preis­werteste für 30 Euro, die aller­beste jedoch kostet viermal so viel.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test: Elektrische Zahnbürsten.

Mein Zahn­arzt sagt, ich putze meine Zähne so ordentlich, dass ich keine elektrische Zahnbürste brauche“, brüstet sich Martin Sch. Damit gehört er zu den Putzern, die genug Ausdauer und Geschick­lich­keit aufbringen, um die Zähne auch ohne maschinelle Hilfe sauber zu bekommen. Nicht jeder ist dazu bereit oder in der Lage. Deshalb empfehlen Zahn­ärzte heute oft die bequemer zu bedienende elektrische Zahnbürste statt der Hand­zahnbürste. In fast jedem zweiten Haushalt wird heute schon elektrisch geputzt.

Doch nicht jede Elektrobürste putzt gut, wie sich im Test heraus­stellte. Auch die Preis­unterschiede sind groß. Inklusive Akkuladegerät und mindestens einem Bürs­tenkopf kosten sie zwischen 17 und 149 Euro. Außerdem ist eine Batteriezahnbürste für 5,55 Euro im Test vertreten.

Nur drei reinigen die Zähne sehr gut: die Braun Oral B Triumph 5000 für 120 Euro, mit der Oral B Professional Care 500 für 30 Euro noch eine Braun-Bürste und mit 41,50 Euro die nur wenig teurere Philips Sonicare Clean Care. Eine sehr gut reinigende Zahnbürste muss also nicht teuer sein.

Und die besonders teuren sind keineswegs immer die besten. Das zeigen die Zahnbürsten von Panasonic und Waterpik. Sie reinigen nur befriedigend, kosten aber Spitzen­preise von 130 und 149 Euro.

Rotierend oder vibrierend

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Zwei Systeme konkurrieren um die Gunst der Käufer: zum einen die herkömm­lichen Elektrozahnbürsten mit runden Bürs­tenköpfen, die rotierend hin- und herschwingen und manchmal auch noch pulsieren (siehe „Oszillierend-rotierend“). Die zweite Kategorie bilden die sogenannten schall­aktiven oder Sonic-Bürsten (sonic, eng­lisch für „den Schall betreffend“). Eigentlich ist die Bezeichnung schall­aktive Zahnbürste nicht korrekt. Denn nicht der Schall­druck, sondern die Vibrationen der Bürs­tenköpfe reinigen die Zähne. Der Schall hat damit nichts zu tun (siehe „Vibrierend“).

Schall­aktive Zahnbürsten werden fälsch­licher­weise oft auch mit „Ultra­schall­zahnbürsten“ verwechselt. Die vibrieren noch wesentlich schneller, haben sich am Markt bisher aber nicht durch­setzen können. Generelle Vorteile in der Reinigungs­leistung bringt keines der beiden Systeme im Test. Für welches man sich entscheidet, ist vor allem eine Frage der Vorliebe.

Welche Elektrobürste für wen?

Aus etlichen Zahnputz­studien lassen sich jedoch Empfehlungen ableiten:

  • Rund­kopf­bürsten sind besonders erfolg­reich, wenn sie von putz­eifrigen Menschen benutzt werden, die geschickt und engagiert genug sind, um die Bürste in Ruhe an jedem einzelnen Zahn entlang­zuführen.
  • Schall­aktive Bürsten müssen nicht so genau geführt werden. Und der läng­liche, zum Teil recht große Bürs­tenkopf reinigt nun einmal in der gleichen Zeit eine größere Fläche als eine kleinere Rund­kopf­bürste. Wer sich also eher zu den Putzmuffeln zählt, sollte den Kauf einer schall­aktiven Bürste in Erwägung ziehen.
  • Die batterie­betriebene Hand­zahnbürste von Colgate ist höchs­tens ein Einstiegs­modell für das elektrische Zähneputzen. 5,55 Euro kostet der Versuch. Die Bürste muss – nicht gerade umwelt­freundlich – nach etwa einem Viertel­jahr komplett entsorgt werden, da der Bürs­tenkopf nicht auszuwechseln ist. Die Reinigungs­leistung konnte ebenfalls nicht über­zeugen.

Beläge von Modell­zähnen entfernt

Elektrische Zahnbürsten Test

Putz­maschine: Fest einge­spannt in eine Halterung putzen die Bürsten im Test künst­liche Beläge von extra präparierten Modell­zähnen.

Putz­maschine: Fest einge­spannt in eine Halterung putzen die Bürsten im Test künst­liche Beläge von extra präparierten Modell­zähnen.

Wir haben die Zahn­reinigung bei diesem Test mit einer Putz­maschine geprüft. Jede Bürste wurde in einem speziellen Zahnbürs­tenhalter fixiert. Unter genau definierten Bedingungen musste sie dann Beläge von Modell­zähnen entfernen. Im Anschluss ließ sich computer­gestützt errechnen, wie viel sie davon entfernt hatte.

Nicht nur kurz „schnurren“ lassen

Zuhause gilt: Ohne persönlichen Einsatz kann auch die beste elektrische Zahnbürste ihre Reinigungs­leistung nicht voll entfalten. Wer die Bürste nur mal kurz über das Gebiss „schnurren“ lässt, wird schwerlich blitz­blanke Zähne bekommen.

Putz­zeit­signal als Motivations­hilfe

Elektrische Zahnbürsten Test

„Smart Guide“ von Braun Oral B: Das Anzeigegerät mancher Oral-B-Bürsten signalisiert die Putz­zeit, den Anpress­druck und mehr.

„Smart Guide“ von Braun Oral B: Das Anzeigegerät mancher Oral-B-Bürsten signalisiert die Putz­zeit, den Anpress­druck und mehr.

Auch eine unkomplizierte Hand­habung trägt zu einem guten Putz­ergebnis bei. Mehr als jede zweite Bürste im Test liegt gut in der Hand, lässt sich unkompliziert ein- und ausschalten und erreicht auch die hinteren Zähne problemlos.

Die teureren Geräte sind oft reichhaltiger ausgestattet (siehe Tabelle). Manch einer wird das über­flüssigen, preistreibenden Schnick­schnack nennen. Doch für manchen können diese Details eine wichtige Motivations­hilfe sein. So bieten einige unterschiedliche Geschwindig­keits­stufen, die man je nach Empfindlich­keit der Zähne schalten kann. Sinn­voll ist ein Putz­zeit­signal, das signalisiert, dass die Mindest­putz­zeit vorbei ist. So gewöhnt man sich leichter an die zur gründlichen Zahn­reinigung notwendige Zeit. Die ist übrigens nicht kürzer als bei der Hand­zahnbürste und sollte mindestens zwei Minuten betragen (siehe Tipps). Eine Zeit­ersparnis bringt die Reinigung auf Knopf­druck also nicht.

Strom­verbrauch recht gering

Die Lebens­zeit einer Elektrozahnbürste ist mit etwa fünf Jahren zu veranschlagen. In der Dauer­prüfung simulierten wir eine sechs­jährige Benut­zung durch zwei Personen. Alle Geräte erwiesen sich als recht zäh und bestanden die Prüfung problemlos.

Übrigens: Gibt die Zahnbürste irgend­wann den Geist auf, gehört sie keinesfalls in den Hausmüll, sondern muss als Elektroschrott gesondert entsorgt werden. Alle Gebrauchs­anleitungen weisen darauf hin. Auch am Strom­verbrauch der elektrischen Bürsten gibt es wenig auszusetzen: Er ist recht nied­rig und belastet die Haus­halts­kasse mit nicht einmal 5 Euro pro Jahr.

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