Elektrische Zahnbürste Philips-App mit etlichen Macken

3
Elektrische Zahnbürste - Philips-App mit etlichen Macken
Digi­taler Helfer. Die Philips-App springt alle 20 Sekunden zu einem von sechs Gebiss­abschnitten. © Stiftung Warentest / Ralph Kaiser

Die Philips Sonicare Diamond Clean Smart lässt sich per App via Bluetooth mit dem Smart­phone ver­binden. „Individuelles Coaching und Feedback“, verspricht Philips, sowie „umfassende Zahn­reinigung“. Die Stiftung Warentest hat sich die Philips-App vorgeknöpft – und war nur wenig über­zeugt. Wie die Philips-Zahnbürste selbst abschneidet, lesen Sie in unserem Test von elektrischen Zahnbürsten.

Mehr Schwächen als Stärken

Nutzer legen mit der App ein Lang­zeit-Ziel fest wie „Zahnbelags­entfernung“. An der Bürste starten sie ein Putz­programm, etwa Clean Modus. Die App zeigt die Putz­zeit an sowie ein Gebiss, das in sechs Bereiche aufgeteilt ist. Jeder Abschnitt soll 20 Sekunden geputzt werden. Dass man außen und innen putzen soll, wird anfangs nicht klar. Der ständige Wechsel zwischen außen und innen erscheint ­unpraktisch. Zahn­ärzte raten, den oberen und unteren Zahnbogen am Stück zu putzen.

Elektrische Zahnbürsten im Test

Test­ergeb­nisse für 69 elektrische Zahnbürsten von Philips, Braun & Co zeigt der große Zahnbürsten-Test der Stiftung Warentest. In unserer Test­daten­bank finden Sie Zahnbürsten für Erwachsene wie für Kinder.

App sammelt Putz­daten ...

Der Sensor der App soll vernach­lässigte Zähne anzeigen: Bei uns klappte das nicht immer zuver­lässig. Hinweise wie „weniger Druck“ werden schnell ausgeblendet, sind unles­bar. Gut: Es lassen sich Bereiche markieren, die man intensiver putzen möchte. Die App sammelt Putz­daten und dokumentiert Fort­schritte – das kann moti­vieren.

... sendet aber zu viele Infos an Dritte

Android- und iOS-Ver­sion senden Daten, die für den ­Betrieb nicht notwendig sind – etwa die Geräte-Identifikations­nummer des Smartphones. Die Daten gelangen an Dritte, die Rück­schlüsse ziehen können: Gerät und ­Nutzer können wieder­erkannt, seine Aktivitäten verfolgt und gespeichert werden. Das stufen wir als kritisch ein.

Newsletter: Bleiben Sie auf dem Laufenden

Mit den Newslettern der Stiftung Warentest haben Sie die neuesten Nach­richten für Verbraucher immer im Blick. Sie haben die Möglich­keit, Newsletter aus verschiedenen Themen­gebieten auszuwählen.

test.de-Newsletter bestellen

3

Mehr zum Thema

  • Elektrische Zahnbürsten Gute für weniger als 20 Euro

    - Ob Philips, Oral-B oder dm, runder Bürs­tenkopf oder Schall­zahnbürste: Mit den Tests der Stiftung Warentest finden Sie die passende elektrische Zahnbürste und sparen Geld.

  • Navi-Test Apps und Navigations­geräte im Vergleich

    - Klassische Navigations­geräte und Navi-Apps fürs Smartphone zeigen im Test, wie gut sie ins Ziel führen. Dabei stehen auch die Live-Verkehrs­dienste auf dem Prüf­stand.

  • Babyphones im Test Das sind die besten Babyphones, Apps und Cams

    - Längst nicht alle Babyphones im Test sind gut. Hier erfahren Eltern, welche Modelle verläss­lich sind, eine große Reich­weite und eine lange Akku­lauf­zeit bieten.

3 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

mag.zirnig am 28.02.2020 um 00:33 Uhr
Viel Geld und viele Daten für ein Lifestyleprodukt

Ähnlich wie bei der Oral-B Genius X 20000N App muss auch bei der Sonicare Diamond Clean Smart klar sein, dass man 70-90 Euro zusätzlich für eine elektronische Intelligenz bezahlt, die einen als Zähneputzer zum reinen Befehlsempfänger degradiert. Als Draufgabe bezahlt man noch mit vielen persönlichen Daten, die Oral-B ungefragt beim Hersteller speichert, bei Philips nur, wenn man will. Wenn man nicht will, verweigert allerdings die App ihren Dienst und ist damit funktionslos. Die Apps funken Daten zu Facebook und versenden die Google-Werbekennung, über die Telefon und Nutzer identifizierbar sind. Die Philips-App übermittelt zusätzlich eine Fingerabdruck- und eine Hardware-Kennung zur Nutzernuordnung. Beide Apps zeigen am Handy ein Gebiss, die Position der Bürste und den Putzfortschritt. Wo man in einem Nassraum das meist nicht spritzwassergeschützte Mobiltelefon hinlegen oder hinstellen soll, um beim Putzen die Gebissgrafik zu verfolgen, verraten die Hersteller allerdings nicht.

LeniAddi am 08.07.2019 um 09:12 Uhr
Eine App zum Zähneputzen

Die Idee eine Zahnputz-App finde ich im Kern ganz witzig. Aber wird es nicht solangsam etwas viel, welche Lebensbereiche mitlerweile in die digitale Welt einbezogen werden? Auf jeden Fall finde ich es beeindruckend, was mit einem Smartphone alles möglich ist.

OrSz80 am 09.02.2019 um 14:56 Uhr
Braun Oral-B auch nicht ohne

Auch die Braun Oral-B App hat so ihre Eigenheiten. So braucht die App zum starten die Standortfreigabe. Ausserdem lässt sie sich nicht auf gerooteten Smartphones starten. Bei ner Banking App verstehe ich es ja, aber bei einer Zahnputz App?