Eis und Schnee in Deutschland Meldung

Der Winter ist schon da. Auf vielen Straßen und Schienen herrscht Chaos. Hausbesitzer und Mieter müssen Schnee schippen und bei Eisglätte streuen. Nur Wintersportfans freut die weiße Pracht. test.de gibt Tipps, wie Sie gut durch den Winter kommen.

Autofahrer müssen Winterreifen haben

Autofahrer, die bei Schnee, Eis, Schneematsch oder Reif unterwegs sind, müssen Winterreifen haben. Die Reifen müssen mit dem Signet M+S – für Matsch und Schnee – oder mit dem Schneeflockensymbol gekennzeichnet sein. Auch die meisten Ganzjahresreifen tragen eines dieser Symbole und sind damit für den Wintereinsatz geeignet. Wer bei Glätte mit Sommerreifen unterwegs ist, zahlt doppelt so viel Bußgeld wie bisher: 40 statt 20 Euro und bei Verkehrsgefährdung sogar 80 statt 40 Euro. Winterreifen-Muffel, die durch ihre falschen Reifen den Verkehr gefährden, müssen zusätzlich mit einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei rechnen.
Test Winterreifen - 28 Modelle (test 10/2010)

Bußgelder für Gucklochfahrer

Die Eiseskälte macht vielen Autofahrern zu schaffen, vor allem wenn ihre Windschutzscheibe vereist oder verschneit ist. Wer jedoch nur schnell ein Guckloch frei kratzt und losfährt, riskiert 10 Euro Bußgeld. Kommt es zu einem Unfall, müssen Gucklochfahrer noch tiefer in die Tasche greifen. 35 Euro Bußgeld sind dann möglich - selbst wenn sie den Unfall nicht verschuldet haben. Autofahrer sollten deshalb alle Scheiben komplett frei kratzen, das Dach von Schneemassen befreien sowie Außenspiegel, Lichter und Nummernschilder nicht vergessen.

Pflichten für Hausbesitzer

Wenn Schnee fällt, sind Hausbesitzer und Vermieter für Schippen und Streuen zuständig. Per Mietvertrag oder der Hausordnung im Anhang können sie diese Pflicht allerdings auf die Mieter übertragen. Dann heißt es: Schnee schippen und bei Glätte streuen. Eigentümer können mit dem Schneeräumen auch einen professionellen Winterdienst beauftragen. Als Streugut eignen sich Split, Kies, Granulat und Sand. Sie vermindern die Rutschgefahr, ohne die umweltschädlichen Wirkungen von Streusalz. Viele Kommunen erlauben es Eigentümern und Mietern nicht mit Salz zu streuen. Auf Bürgersteigen ist der frei zu räumende Mindeststreifen in manchen Kommunen einen Meter breit. In anderen Städten werden 1,50 Meter vorgeschrieben. Auf dem Grundstück muss der Haupteingang, der Weg zu den Mülltonnen, Stellplätzen oder Garagen frei sein. Wer krank ist oder in den Urlaub fährt und seinen Räumpflichten nicht nachkommen kann, sollte einen Vertreter besorgen oder gegebenenfalls einen kostenpflichtigen Räumdienst beauftragen.

Mehrmals am Tag räumen

Vor sieben Uhr morgens und nach 20 Uhr muss in der Regel niemand mit der Schneeschippe in die Kälte. An Sonn- und Feiertagen erlauben viele Gemeindesatzungen, dass erst ab 9 Uhr geräumt sein muss. Ausnahmen gelten etwa für Gastwirte, die während ihrer Öffnungszeiten immer für freie Wege sorgen müssen. Bei Dauerschneefall oder ständigem Eisregen können Mieter oder Hausbesitzer abwarten, bis sich das Wetter beruhigt hat. Wenn die Witterung es verlangt, ist aber mehrmals täglich Schnee schippen oder streuen angesagt.

Unfälle auf ungeräumten Wegen

Stürzt ein Fußgänger auf einem ungestreuten oder ungeräumten Weg und verletzt sich, holt sich die Krankenversicherung das Geld vom Streupflichtigen zurück. Bei Schmerzensgeldforderungen des Verletzten springt die private Haftpflichtversicherung ein. Vermieter und Eigentümergemeinschaften sind durch die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung geschützt. Streut der Versicherte aber nach mehreren Passantenstürzen immer noch nicht, kann er seinen Versicherungsschutz verlieren und müsste den Schaden selbst zahlen. Allerdings müssen auch Fußgänger aufpassen und können nicht verlangen, dass ihnen jede kleine Eisfläche aus dem Weg geräumt wird.
Test Private Haftpflichtversicherung (Finanztest 4/2010)

Wasserleitungen vor Frost schützen

Um Wasserleitungen wirksam vor dem Einfrieren und Rohrbrüchen zu schützen, sollten Mieter und Eigentümer am besten heizen. Energiesparen an der falschen Stelle kann teuer werden. Das Heizkörper-Ventil in Frostschutzstellung schafft nur bedingt Sicherheit: Der sogenannte Frostwächter sorgt lediglich dafür, dass Heizkörper nicht einfrieren. Rohre, die entfernt vom Heizkörper verlegt sind, werden mitunter zu wenig geschützt. Kommt es doch zum Wasserrohrbruch, kommt die Hausratversicherung dafür auf. Gute Angebote enthält der aktuelle Test Hausratversicherung. (Finanztest 6/2010)
Tipps: Achten Sie darauf, dass alle Räume im Gebäude ausreichend beheizt werden. Drehen Sie das Ventil nie vollständig zu. Schauen Sie vor allem in unbeheizten und wenig genutzten Räumen nach. Auch in punkto Heizkosten ist eine konstante Raumtemperatur unter dem Strich häufig günstiger als das permanente Auf- und Abdrehen der Heizungsanlage.

Fit für die Skisaison

Was des einen Leid, ist des Andern Freud. Anhänger des Wintersports können nun endlich Schlitten, Schlittschuhe und Skier aus dem Keller holen - nicht zu vergessen die passende Skibrille und der passende Skihelm. Doch wer direkt vom Büro auf die Piste will, riskiert schmerzhafte Verletzungen. Skigymnastik in Kombination mit Kraft-Ausdauertraining ist die ideale Vorbereitung für Abfahrt und Langlauf.
Infos: Fit für den Wintersport.

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