Wer im Internet Eintritts­karten für Veranstaltungen verkauft, darf keine pauschalen Gebühren für Tickets zum Selbst­ausdrucken erheben. So urteilte das Ober­landes­gericht Bremen und bestätigte damit das Urteil des Land­gerichts vom August 2016 (Az. 1 O 969/ 15). Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Nord­rhein-West­falen gegen Eventim. Der Ticketriese berechnet Gebühren in Höhe von 2,50 Euro für die elektronische Über­mitt­lung von Eintritts­karten an Kunden. Für die Option „Premium­versand“ verlangt Eventim 29,90 Euro. Beim Vorverkauf zur Welt­tournee von AC/DC im Jahr 2015 verkaufte Eventim Eintritts­karten nur mit dem teuren Premium­versand. Diese Vorgehens­weise und die Gebühr von 2,50 Euro erklärte das Land­gericht Bremen für unzu­lässig. Dem folgte nun auch das Ober­landes­gericht. Kunden, die nach dem Kauf ihre Tickets am Computer ausdrucken, verursachten keine Material- oder Portokosten, die Eventim in Rechnung stellen könne (Az. 5 U 16/16). Die Revision zum Bundes­gerichts­hof ist zugelassen.

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