Einsteckkarte für den PC Meldung

Preis:
Einsteckkarte für den PC, etwa 500 Mark,
Internet via Satellit: monatlich 59,95 Mark.

Anbieter:
TechnoTrend Systemtechnik GmbH
Melchior-Bauer-Straße 5
99092 Erfurt
Tel. 03 61/2 21 88 44
www.technotrend.de

Computer sind nicht perfekt, aber universell. Diese Erfahrung machten wir wieder einmal beim Test dieser PC-Karte, die das Zeug zum Multitalent hat: Über die Satellitenempfangsanlage holt sie das Internet (mit versprochenem 30-fachen ISDN-Tempo) vom Himmel, empfängt digitale Fernseh- und Rundfunkprogramme via Satellit und ist ein digitaler Videorekorder. Ein Spielzeug für Powersurfer und Videofreaks?

Zu den Schattenseiten gehört zweifelsohne die stark schwankende, meist nervend langsame Datenrate beim Laden großer Musik- oder Bilddateien. Vormittags sahen wir schon mal respektable 700 Kilobit pro Sekunde. Das ist gut zehnfach schneller als ISDN. Aber am Nachmittag und in den Abendstunden hätte die Karte oft sogar gegen ein stinknormales Modem verloren. Der Internetzugang, für knapp 60 Mark von Herzog Telecom bereit gestellt, funktioniert übrigens wie bei anderen Satellitenzugängen auch: Per Modem oder ISDN wird der Onlinezugang hergestellt. Sobald eine große Datei heruntergeladen werden soll, schaltet man auf Satellit um.

Viel sinnvoller als beim Internetausflug ist die Karte als Videorekorder ­- und preiswert noch dazu: Die Karte kostet 500 Mark. Die Bildqualität beim Empfang der digitalen Fernsehprogramme (DVB, Digital Video Broadcast) ist gut. Nur der aufmerksame Betrachter sieht: Das Bild franst an den Rändern bei schnellen Kamerafahrten etwas aus. Doch der Bildeindruck hält dem Vergleich mit einem Fernsehgerät und anderen Computer-TV-Lösungen stand. Ein ordentlicher Videotextempfang ­- viel besser als am Fernsehgerät ­- kommt als Schmankerl dazu. Alle Seiten werden gleich in den Speicher geladen. Von dort stehen sie per Mausklick zur Verfügung -­ und sind auf dem Monitor brillant lesbar.

Die größte Stärke der Einsteckkarte besteht aber darin, dass sie Videomaterial in Daten umwandelt. Sie tut dies in Echtzeit und erzeugt dabei das allerdings ungebräuchliche Dateiformat .pva. Ein Tool aus dem Internet wandelt es in MPEG-2 um. MPEG ist die Abkürzung für Motion Pictures Expert Group und steht für ein universelles Filmformat der Computerwelt. Die auf der Festplatte gespeicherten Daten können geschnitten, gemischt, auf CD gebrannt und anderweitig bearbeitet oder einfach angesehen werden. Einziger Wermutstropfen: der immense Speicherbedarf. Ein Gigabyte Plattenspeicher reicht für knapp 40 Minuten Film.

Die Schnittfunktion ist ein brandneues Feature der getesteten Karte: Wir konnten sie erst ausprobieren, als eine Timerfunktion per Treiberdownload aus dem Internet verfügbar war. Das ist typisch: Solche innovativen Produkte leben von Softwareverbesserungen, die nur per Internet zugänglich sind. Angesprochen wird ohnehin eine experimentierfreudige Klientel. Die Einsteckkarte lief nicht in jedem Rechner. Und ohne akribisch genaues Befolgen der Installationsanweisungen streikt sie.

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