Einlagensicherung Wo Spargeld in Europa gut gesichert ist

10.06.2021
Einlagensicherung - Wo Spargeld in Europa gut gesichert ist
Einlagensicherung. Viele deutsche Privatbanken wie zum Beispiel die Deutsche Bank oder die Commerz­bank sichern Spargeld in Millionenhöhe ab. © picture alliance / Foto Huebner

Wer Geld sicher anlegen will, sollte wissen, welche Einlagensicherung einspringt, wenn die Bank pleite­geht. Wir sagen, welche Sicherungs­systeme es gibt und welche Summen geschützt sind.

Sicherungs­systeme der Banken in Europa

Für Banken mit Sitz in der Europäischen Union (EU) sowie in Norwegen gilt ein gesetzlicher Schutz für Spargeld in Höhe von 100 000 Euro pro Anleger und Bank. Trotzdem empfehlen die Finanz­experten der Stiftung Warentest nur Banken, die ihren Sitz in den grün markierten, wirt­schafts­starken Ländern auf unserer Land­karte haben.

Einlagensicherung - Wo Spargeld in Europa gut gesichert ist
© Stiftung Warentest / René Reichelt

So wird in Deutsch­land entschädigt

Normaler­weise werden Sparer nach einer Bank­pleite in Deutsch­land von der gesetzlichen Entschädigungs­einrichtung deutscher Banken (EdB) bis zu einer Höhe von 100 000 Euro entschädigt. Die EdB ist eine hundert­prozentige Tochter des Bundes­verbands deutscher Banken (BdB). Viele deutsche Privatbanken wie Deutsche Bank oder Commerz­bank sind nicht nur Pflicht­mitglied der EdB, sondern gehören zusätzlich auch dem freiwil­ligen Einlagensicherungs­fonds des BdB an. Bei diesen Banken können Anle­gerinnen und Anleger auch mehr als 100 000 Euro sicher anlegen.

Einlagensicherung im Check

Unser kleines Tool hilft Ihnen heraus­zufinden, welche Sicherungs­systeme für welche Bank zuständig sind und wie hoch die maximale Entschädigungs­summe ist.

{{data.error}}

{{accessMessage}}

Sie finden Ihre Bank nicht in unserem Rechner?

  • Handelt es sich um eine deutsche Sparkasse, ist sie Mitglied der gleichen Sicherungs­einrichtung wie die hier aufgeführten Sparkassen.
  • Handelt es sich um eine deutsche Genossen­schafts­bank (VR Bank, Volks- oder Raiff­eisen­bank), ist sie Mitglied der gleichen Sicherungs­einrichtung wie die hier aufgeführten Volks- und Raiff­eisen­banken.
  • Handelt es sich um eine deutsche Privatbank, finden sie weitere Banken unter edb-banken.de sowie einlagensicherungsfonds.de. Dort können sie auch den jeweiligen Schutz­umfang der Einlagensicherung abfragen.
  • Handelt es sich um eine ausländische Bank, so könnte sie sich in unserer Tabelle „Nicht empfehlens­werte Banken“ befinden. Diese finden Sie, wenn Sie den Zins­vergleich frei­schalten.

Einlagen meist in Millionenhöhe geschützt

Werden Banken, die Mitglied in EdB und BdB sind, insolvent, gibt es von zwei Stellen Geld zurück. Zunächst ersetzt die EdB Guthaben bis 100 000 Euro und anschließend der BdB darüber hinaus gehende Beträge. Bei Auslands­banken wie der Consors­bank, die eine Tochter der BNP Paribas ist, ersetzt die französische Einlagensicherung die ersten 100 000 Euro, der BdB den Rest.

Wie läuft die Entschädigung ab?

Gerät eine in Deutsch­land ansässige Bank in Schieflage und stellt die die Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht (Bafin) die Insolvenz der Bank fest, tritt der Entschädigungs­fall ein. Laut Einlagensicherungs­gesetz muss dann die EdB jede Sparerin und jeden Sparer der Bank binnen sieben Werk­tagen in Höhe von 100 000 Euro entschädigen. Ist eine Bank zusätzlich freiwil­liges Mitglied im Einlagensicherungs­fonds, fällt die maximale Entschädigungs­summe pro Person deutlich höher aus. Sie beträgt derzeit 15 Prozent des haftenden Eigen­kapitals einer Bank. Bei der jüngst insolvent gegangenen Greensill Bank aus Bremen betrug sie knapp 75 Millionen Euro pro Anleger.

Die Zins-Vergleiche der Stiftung Warentest

Tages­geld.
Unser Tagesgeld-Vergleich zeigt aktuelle Zins­konditionen von über 80 Tages­geld­konten.
Fest­geld.
Unser Festgeld-Vergleich enthält die Zins­konditionen von 650 Fest­zins­angeboten – für Lauf­zeiten zwischen einem Monat und zehn Jahren.
Nach­haltig anlegen.
Sie wollen Ihr Geld bei einer Bank anlegen, die bei Kredit­vergabe und Investments ethische, ökologische und soziale Kriterien anwendet? Entsprechende Angebote finden Sie im Vergleich EVergleich Ethisch-ökologische Zinsangebote.

Wie werden Spare­rinnen und Sparer informiert?

Im Sicherungs­fall werden Sparer umge­hend von der EdB benach­richtigt. Sie prüft auch die Höhe der Ansprüche jedes Einzelnen. Bei Anla­gebeträgen von mehr als 100 000 Euro pro Person arbeiten EdB und ­Sicherungs­fonds des BdB eng zusammen. Angst vor Verlusten müssen Sparer nicht haben. Seit Gründung der Einlagensicherung wurden bei allen Bank­pleiten die vorgeschriebenen Entschädigungs­sum­men gezahlt. Die Sicherungs­töpfe von EdB und BdB werden durch jähr­liche Beiträge der Mitglieds­banken finanziert. Reicht das Geld nicht, können die Einrichtungen Sonder­beiträge erheben und Kredite aufnehmen.

Wenn mehrere Banken gleich­zeitig pleite­gehen, springt möglicher­weise der Staat ein und rettet sie – wie zuletzt während der Finanz­krise geschehen.

Genossen­schafts­banken mit eigenem Sicherungs­system

Volks- und Raiff­eisen­banken, Sparda- und PSD-Banken sowie die meisten Kirchen­banken schützen Spargeld durch eine Instituts­sicherung in unbe­grenzter Höhe. Gerät ein Institut in Schieflage, müssen ihm die anderen unter die Arme greifen. Gelegentlich kommt es deshalb zu Fusionen.

Sparkassen haben eine Instituts­sicherung

Auch Sparkassen sind bisher nie pleite­gegangen, wenn sie in eine finanzielle Notlage geraten sind. Das verhindert die Instituts­sicherung der Sparkassen-Finanz­gruppe, die eingreift, bevor es zu einer Insolvenz kommt. Über sie ist Spargeld deshalb in unbe­grenzter Höhe geschützt.

Wie wird im Ausland entschädigt?

Bei Bank­pleiten in Ländern der EU muss sich die Einlagensicherung des Herkunfts­landes um die Entschädigung kümmern. Gesetzlich geschützt sind laut Einlagensicherungs­richt­linie der EU maximal 100 000 Euro pro Kunde und Bank. Die Garantie gilt pro Kopf. Die Entschädigungen müssen binnen sieben Werk­tagen gezahlt werden. In einigen wenigen Ländern sind noch maximal 20 Werk­tage erlaubt.

Schnelle Entschädigung bei einigen EU-Ländern fraglich

Auch wenn die Einlagensicherung für alle Länder der EU gilt, bezweifeln die Experten der Stiftung Warentest, dass die Einlagensicherungs­töpfe in Ländern, deren Wirt­schafts­kraft von großen Rating­agenturen schwächer bewertet wird, gut genug gefüllt sind, um Sparer nach einer größeren Bank­pleite zeit­nah entschädigen können. So mussten Kunden nach der Pleite der bulgarischen Corp­bank im Jahr 2014 ein halbes Jahr bangen, bevor es mit der Entschädigung losging.

Keine gemein­same EU-Einlagensicherung

Bis heute gibt es noch keine gemein­same europäische Einlagensicherung. Erst Mitte 2024 sollen die Banken der EU-Mitglieds­länder Geld in ihre heimischen Sicherungs­töpfe einge­zahlt haben – und zwar jeweils in Höhe von 0,8 Prozent der geschützten Guthaben.

Zins-Vergleiche auf test.de zeigen nur sichere Angebote

Bis es soweit ist und es eine gemein­same europäische Haftung gibt, nimmt die Stiftung Warentest nur solche Banken in ihre Über­sichten auf, die aus wirt­schaftlich starken Ländern stammen (Rating AAA oder AA). Maßstab sind für uns die Bewertungen der drei großen Rating­agenturen Fitch, Stan­dard & Poor‘s und Moody‘s (Noten für die Wirtschaftskraft). Denn Sparer, die Tagesgeld- oder Festgeld-Angebote aus unseren Tabellen wählen, sollen ruhig schlafen können. Selbst dann, wenn ihre Bank pleite­geht.

10.06.2021
  • Mehr zum Thema

    Greensill Bank Sparer werden entschädigt

    - Die Finanz­aufsicht Bafin hat bei der Bremer Greensill Bank den Entschädigungs­fall fest­gestellt. „Sparer der Bank müssen nun binnen sieben Werk­tagen entschädigt...

    Fest­geld­angebote Aufsicht stoppt Adler Group

    - Die Finanz­aufsicht Bafin hat der Adler Group B.V. ihre dubiosen Fest­geld­geschäfte untersagt und sie aufgefordert, Anlegern umge­hend ihr Geld zurück zu zahlen. Die...

    Minuszinsen Keine Angst vor Negativzinsen

    - Es gibt noch Banken, die für Erspartes ein kleines Zins­plus bieten. Negativzinsen für Guthaben auf Giro- und Tages­geld­konten können Sparer vermeiden.