Einlagensicherung Weniger Schutz für Flatex-Kunden

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Einlagensicherung - Weniger Schutz für Flatex-Kunden
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Für Kunden des Onlinebrokers Flatex gilt nun eine reduzierte Einlagensicherung. Wert­papierdepots sind davon nicht betroffen. test.de erklärt die Hintergründe und nennt eine Alternative.

Kundengelder nur noch bis 100 000 Euro geschützt

Die biw-Bank ist zum Jahres­beginn aus der Einlagensicherung des Bundes­verbands deutscher Banken ausgetreten. Somit sind Kundengelder künftig nur noch bis zur Höhe von 100 000 Euro geschützt. Bisher waren es mehr als 3,7 Millionen Euro. Finanztest-Leser kennen die biw-Bank vor allem als Partner des Discount­brokers Flatex, der sehr güns­tige Konditionen für Wertpapierdepots bietet. Da Flatex keine eigene Bank­lizenz hat, muss der Discount­broker für das Verrechnungs­konto mit einer „Voll­bank“ zusammen­arbeiten. Die biw-Bank ist auch Part­nerbank für die Zins­platt­formen Savedo und Zinspilot.

Kein Interesse an hohen Einlagen

Die Mitgliedschaft im Einlagensicherungs­fonds kostet Geld, das die biw-Bank sparen will. An hohen Kunden­einlagen sind Banken im Zins­tief ohnehin nicht immer interes­siert, da sie „Strafzinsen“ zahlen müssen, wenn sie Geld parken.

Wert­papiere sind als Sonder­vermögen geschützt

Wer ein Depot bei Flatex hat, sollte die neue Sicherungs­grenze beachten und keine höheren Beträge auf dem Verrechnungs­konto liegen lassen. Das dürfte Privatkunden aber nur in den seltensten Fällen betreffen. Die Wert­papiere und Fonds im Depot fallen nicht unter die Einlagensicherung, sondern sind als Sonder­vermögen grund­sätzlich vor einer Bankenpleite sicher.

Onvista Bank gute Alternative

Anleger, die ein vergleich­bar güns­tiges Onlinedepot wie bei Flatex suchen und eine deutlich höhere Einlagensicherung wollen, sind bei der Onvista Bank gut aufgehoben. Sie ist Mitglied in der Einlagensicherung des Bundes­verbands deutscher Banken. Zurzeit sind dadurch mehr als 3,3 Millionen Euro pro Kunde geschützt. Für die Onvista Bank spricht im Direkt­vergleich außerdem, dass sie im Gegen­satz zu Flatex keine Gebühren auf Dividenden von Auslands­aktien erhebt.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 08.03.2017 um 11:53 Uhr
Risiko

@ow: Wie gesagt: Es gibt ein (theoretisches) Risiko für 100000 Euro übersteigende Summen, die auf dem Verrechnungskonto geparkt sind, auch beim kurzfristigen "Parken" zwischen der Gutschrift auf dem Konto und dem Kauf der Wertpapiere. (maa)

ow am 07.03.2017 um 20:07 Uhr
Risiko

@TK: Vielen Dank für Ihre Antwort - mir ging es allerdings weniger um ein längeres "Parken" als um die Tage zwischen Geldüberweisung auf das/Verkaufserlösgutschrift auf dem BIW-Verrechnungskonto und der Gutschrift gekaufter Wertpapiere im Depot/Überweisung auf ein sicheres (und strafzinsfreies) Konto bei einer höher einlagengesicherten Bank, also den kurzen (und unvermeidbaren!?) Zeitraum auf dem BIW-Verrechnungskonto.

Profilbild Stiftung_Warentest am 07.03.2017 um 10:12 Uhr
Risiko

@ow: Ein theoretisches Risiko gibt es nur für 100000 Euro übersteigende Summen, die auf dem Verrechnungskonto geparkt sind. Es ist schwer vorstellbar, dass es sich hier um ein Problem handelt, das viele Anleger betrifft, zumal sie neuerdings einen „Strafzins“ von -0,4 Prozent p.a. auf diese Beträge zahlen müssen. (TK)

ow am 05.03.2017 um 18:55 Uhr
Risiko

Das heißt, es gibt für 100.000 Euro übersteigende Beträge einen Risikozeitraum zwischen dem Zeitpunkt der Gutschrift auf dem BIW-Konto und der Gutschrift der davon zu kaufenden Wertpapiere im Depot? Wie relevant ist dieses Risiko?

Profilbild Stiftung_Warentest am 27.01.2016 um 13:59 Uhr
Flatex AGB

@Goorin: Bei den Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften handelt es sich um Dividenden und Ausschüttungen, die dem Kunden zustehen. Es geht also nicht um die Wertpapiere selbst. (PH)