Einkommensteuer­bescheid Meldung

Ein Ehepaar klagt, weil es mehr Versicherungs­beiträge absetzen will. Jetzt bleiben alle Einkommensteuer­bescheide offen. Steuerzahler können eventuell mit einer Erstattung rechnen. Finanztest klärt auf.

Anweisung für Finanz­ämter

Das Bundes­finanz­ministerium hat alle Finanz­ämter im Juli angewiesen, den beschränkten Abzug der „sons­tigen Vorsorgeaufwendungen“ offen­zulassen. Das soll in allen Einkommensteuer­bescheiden seit 2010 geschehen, die nicht bestands­kräftig sind (GZ, IV A 3 - S 0338/07/ 10010).

Auslöser ist ein Muster­prozess

Auslöser ist der Muster­prozess eines Ehepaars, das beim Bundes­finanzhof klagt, weil es nur Beiträge für die Kranken- und Pflege­versicherung absetzen darf. Das Finanz­amt soll auch Ausgaben für Risiko­lebens- und Unfall­versicherungen anerkennen und für Kapital­lebens­versicherungen mit Beginn vor 2005. Strittig ist ferner, ob auch Beiträge für die Arbeits­losen­versicherung und für Schutz wie Haft­pflicht-, Berufs­unfähigkeits- und Kranken­zusatz­versicherungen Sonder­ausgaben sind. Für Steuerzahler kann es um einige hundert oder tausend Euro Ersparnis gehen.

Chance für alle Steuerzahler

Versicherte sollten die umstrittenen Versicherungs­beiträge in ihrer Steuererklärung angeben. Sind ihre Unterlagen schon beim Finanz­amt, können sie das binnen eines Monats per Einspruch nach­holen, wenn der Steuer­bescheid kommt. Hat das Finanz­amt den Bescheid zu ihren Versicherungen bereits für vorläufig erklärt, können sie das Urteil auch abwarten. Muss das Finanz­amt später mehr anerkennen, reichen sie ihre Belege nach.

Tipp: Prüfen Sie, ob in Steuer­bescheiden, die Ihnen noch zugehen, ein Vorläufigkeits­vermerk zu Ihren sons­tigen Vorsorgeaufwendungen steht. Wenn nicht, legen Sie binnen eines Monats Einspruch ein, beantragen den Vermerk und verweisen auf das Schreiben des Bundes­finanz­ministeriums. Mehr Details und einen Muster­brief finden Sie in Steuererklärung: Mehr Versicherungsbeiträge absetzen. Geht die Recht­sprechung günstig aus, sparen Sie rück­wirkend Steuern.

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