Einkaufen in den neuen EU-Ländern Meldung

Durch den EU-Beitritt der zehn neuen Staaten wird das Einkaufen für deutsche Verbraucher in Ländern wie Tschechien, Ungarn oder Polen sicherer. Denn auch dort gilt die EU-weite Richtlinie zum Verbrauchsgüterkauf. Aufgrund dieser Richtlinie haben Verbraucher etwa eine Gewährleistungsfrist von mindestens zwei Jahren. Finanztest sagt, welche Rechte Verbraucher beim Kauf im Ausland haben und was sie tun müssen, wenn sie dort Waren reklamieren wollen.

Nachbesserung oder Erstattung

Spätestens bis zu ihrem Beitritt mussten die neuen EU-Mitglieder die Richtlinie umsetzen. Sie verlangt, dass die Gewährleistungsfrist mindestens zwei Jahre beträgt. Ist die Ware bereits beim Kauf fehlerhaft, dann kann der Käufer also zwei Jahre lang vom Händler eine Nachbesserung, Reparatur, Preisnachlass, eine neue Ware oder die Erstattung des Kaufpreises verlangen. Besonders gut für Verbraucher: In den ersten sechs Monaten nach Kauf muss der Händler nachweisen, dass die Ware beim Kauf noch fehlerfrei war. Kann er das nicht, muss er einen entsprechenden Ausgleich schaffen. Doch auch Käufer müssen sich an bestimmte Regeln halten, wenn sie Waren reklamieren wollen. Wenn sie den Verkäufer nicht innerhalb von zwei Monaten über Mängel informieren, können sie die Gewährleistungsrechte verlieren.

Mehr Rechte als verlangt

Viele EU-Länder haben den Verbrauchern mehr Rechte eingeräumt, als sie laut Richtlinie müssten. In Deutschland, Österreich und Dänemark etwa gibt es keine Reklamationsfrist. Großbritannien hat eine Gewährleistungsfrist von insgesamt sechs Jahren. Italien und die Niederlande verzichten sogar ganz darauf. Ob Verbraucher auch in den neuen EU-Ländern mehr Rechte haben als in der Richtlinie vorgeschrieben, ist derzeit für einige Länder noch schwer zu erfahren. Den aktuellen Stand zeigt der Testkompass. Allerdings: An die Mindestfristen müssen sich alle halten. Verbraucher machen also nichts falsch, wenn sie sich daran orientieren.

Missverständnisse beim Kauf

Wer im Ausland einkauft, muss immer damit rechnen, dass durch mögliche Verständigungsprobleme Missverständnisse entstehen. Auch das kann die Reklamation schwierig machen. Wer sogar vor Gericht ziehen will, muss damit rechnen, dass dies zeitaufwendig und kostenintensiv werden kann. Bei Klagen im Ausland treffen Verbraucher auf eine fremde Prozessordnung. Und meist müssen sie auch einen Anwalt vor Ort einschalten.

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