Einkaufen in USA Meldung

Noch nie bekamen Europäer in den USA so viel für ihr Geld. Der Euro notiert bei über 1,50 Dollar. Der Superkurs lädt zum Shopping ein. Doch Vorsicht: Zuhause wartet der Zoll. Und technische Geräte überraschen manchmal mit inkompatiblen Anschlüssen, ungewohnten Tastaturen und Netzteilen mit anderer Spannung. test.de sagt, wann sich der Import lohnt.

Ein Europäer in New York

Eins ist klar: Niemand fliegt in die USA, nur um ein Notebook zu kaufen. Das lohnt trotz des rekordverdächtig günstigen Euro-Dollar-Kurses nicht. Doch wer sowieso in die USA reist, kann da auch gleich günstig einkaufen. Warum nicht den Traum-Fotoapparat, eine hier unerschwinglich teure Uhr oder ein neues Notebook kaufen, wenn es in den USA derzeit viel günstiger ist als hier?

Apple in Big Apple

Das MacBook Air von Apple kostet in den USA 1 799 Dollar. Hinzu kommt je nach Bundesstaat die sales tax. In New York liegt sie bei 8,375 Prozent. Macht 151 Dollar. Beim Wechselkurs von 1,50 Dollar je Euro kostet das Notebook umgerechnet also 1 300 Euro. In Deutschland bietet Apple das gleiche Gerät für 1 699 Euro an. 399 Euro gespart. Das ist verlockend.

Zollfrei für Computer

Zurück in Deutschland: Am Flughafen warten die Zollbeamten hinter einem roten und grünen Ausgang. Wichtig: Grünes Licht haben nur Reisende mit Waren unter einem Wert von 175 Euro. Wer etwas zu verzollen hat, muss den roten Ausgang nehmen. Teure Mitbringsel und generell Messer, exotische Tiere oder Pflanzen sind zollpflichtig. Bis zu 350 Euro Warenwert bezahlen Urlauber eine Pauschalsteuer von 13,5 Prozent. Bei Waren, die über dieser Grenze liegen, kassiert der Zoll zwei Mal: die von der Warenart abhängigen Zollgebühren und grundsätzlich 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer.

Einführen und abgeben

Der MacBook Air-Käufer hat Glück: Er muss für sein Notebook keine Zollgebühren zahlen. Computer samt Zubehör sind frei. Was bleibt, ist die Einfuhrumsatzsteuer von 247 Euro. So schmilzt die Ersparnis auf 152 Euro gegenüber dem hiesigen Preis.

Z für ein Y

Für diese Ersparnis muss sich der Käufer mit einigen Besonderheiten abfinden: Die Tastatur ist anders belegt und das Netzteil hat eine niedrigere Spannung und Frequenz. Dafür gibt es Lösungen: zum Beispiel für die Tastatur einen kostenlosen Treiber und für das Netzteil einen Adapter für wenige Euro. Der richtige Haken an der Sache kann jedoch der Garantiefall sein. Apple USA gewährt auf alle tragbare Hardware, die ohne Netzkabel funktioniert, weltweit ein Jahr Garantie. Hätte der Applefan aber zum Beispiel ein Apple Cinema Display gekauft und das wäre kaputt gegangen, wäre es teuer geworden. Um die Garantie in Anspruch zu nehmen, müsste er den Monitor auf eigene Kosten in die USA schicken.

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Im Überblick: Waren und ihre Zollsätze

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